Der US-Softwareanbieter Progress Software hat Bridget Collins zur neuen Chief Information Officer (CIO) ernannt. Die Managerin bringt nach Unternehmensangaben mehr als 30 Jahre Erfahrung in den Bereichen Unternehmens-IT, Business-Transformation und KI-Strategie mit und berichtet künftig direkt an CEO Yogesh Gupta.
Progress Software (Nasdaq: PRGS) hat Bridget Collins zur neuen Chief Information Officer berufen. Wie das Unternehmen am 18. August 2026 am Firmensitz in Burlington, Massachusetts, mitteilte, übernimmt Collins die Leitung der globalen IT- und Sicherheitsorganisation und berichtet direkt an CEO Yogesh Gupta. Collins verfügt nach Unternehmensangaben über mehr als 30 Jahre Erfahrung in Unternehmens-IT, Business-Transformation und KI-Strategie.
Zu ihren Aufgaben als CIO zählen laut Unternehmensangaben der Ausbau des KI-Einsatzes in den internen Abläufen sowie die Verantwortung für Cybersicherheit. Collins soll zudem neue Technologien bewerten und die Governance-Rahmenwerke für Daten, Sicherheit und den Einsatz von KI weiterentwickeln. Damit fällt die Personalie in eine Phase, in der Progress nach eigenen Angaben Zukäufe integriert und seine Plattform um KI-Funktionen erweitert.
Gupta begründete die Personalentscheidung damit, dass das globale CIO-Team eine wichtige Rolle bei der Wachstumsstrategie des Unternehmens spiele und gleichzeitig helfe, Risiken beim unternehmensweiten KI-Einsatz zu begrenzen. Collins’ Erfahrung in den Bereichen Unternehmenstechnologie, Transformation und Cybersicherheit solle dazu beitragen, den Betrieb weiter zu skalieren, Akquisitionen zu integrieren und Mitarbeitende sowie Kunden zu unterstützen. Collins habe ihre Karriere einst als Softwareentwicklerin bei Progress begonnen, so Gupta – ihre Rückkehr in das Unternehmen wertete er als besonders erfreulich.
Collins selbst erklärte, Progress habe sich als Anbieter positioniert, der Unternehmen den Kontext und die Kontrolle biete, die sie für den Einsatz von KI benötigten. Sie wolle nun mit den Fachbereichen zusammenarbeiten, um diese Ausrichtung im Sinne von Kunden und Mitarbeitenden weiterzuentwickeln, und Teil der nächsten Wachstumsphase des Unternehmens werden. Für Collins ist dies eine Rückkehr zur alten Heimat: Sie war bereits von 1997 bis 2008 bei Progress tätig.
Vor ihrem Wechsel zu Progress war Collins als Chief Information and Business Transformation Officer beim Cybersicherheitsanbieter Rapid7 tätig, wo sie die globale IT, das Flächenmanagement und den Bereich unternehmensweite KI mit einem Budget von zusammen 75 Millionen US-Dollar verantwortete. In dieser Funktion baute sie nach eigenen Angaben binnen 14 Monaten den Rapid7-Standort in Indien von null auf mehr als 200 Beschäftigte in IT, Engineering, Finanzen, Personalwesen und Betrieb auf und richtete ein unternehmensweites Governance-Programm für den KI-Einsatz ein. Zudem habe sie die IT-Kostenstruktur durch den gezielten Ausbau des indischen Standorts verändert und die Kosten je Mitarbeitendem bei gleichzeitigem Teamwachstum gesenkt.
Zuvor bekleidete Collins die Position der Chief Transformation Officer und CIO bei Cerence, einem Anbieter KI-gestützter virtueller Assistenten für die Automobilbranche. Dort baute sie als Gründungs-CIO im Zuge der Ausgliederung aus Nuance Communications die gesamte IT-Infrastruktur, die Geschäftssysteme und die Sicherheitsorganisation des neuen Unternehmens auf, einschließlich ERP-, HCM- und CRM-Systemen sowie des Cloud-Hostings. Bei Nuance Communications, einem Anbieter für konversationelle KI und Spracherkennung, war sie zuvor als Vice President Information Technology tätig und begleitete unter anderem die Ausgliederung des Automobilgeschäfts als Cerence sowie die Veräußerung der Imaging-Sparte.
Ihre berufliche Laufbahn hatte Collins 1997 als Softwareentwicklerin bei Progress Software begonnen und sich dort über mehr als zehn Jahre bis zur Position der IT-Direktorin hochgearbeitet. Collins wurde 2021 mit dem BostonCIO of the Year ORBIE Award ausgezeichnet, der Führungsleistungen im Technologiebereich würdigt. Sie hält einen Bachelorabschluss vom Providence College sowie einen MBA mit Schwerpunkt High Technology Management von der Northeastern University.
Progress Software bezeichnet sich nach eigenen Angaben als Anbieter, der Unternehmen dabei unterstützt, aus ihren Daten, Inhalten und Arbeitsabläufen Wert für den Einsatz von KI zu ziehen und dabei Sicherheit, Governance und Kosten im Blick zu behalten. Das Unternehmen ist an der Nasdaq unter dem Kürzel PRGS notiert.

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM.
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