Dataciders erreicht in kurzer Zeit zwei Microsoft-Spezialisierungen (Analytics on Azure, AI on Azure) sowie den Status als Microsoft Fabric Featured Partner – und zeigt, wie strukturierte Auditvorbereitung mit dem Distributor ADN funktioniert.
Die IT-Branche verändert sich in einem Tempo, das pauschale Kompetenz zunehmend entwertet. Cloud-Komplexität, Automatisierung und der industrielle Einsatz künstlicher Intelligenz verlangen von Dienstleistern klare fachliche Profile. Im Microsoft-Ökosystem spiegelt sich das in einem Zertifizierungssystem wider, das Partnern nicht nur Qualitätsnachweise abfordert, sondern im Gegenzug konkrete Vorteile bietet: Zugang zu Fördermitteln, Co-Selling-Programmen und gesteigerter Sichtbarkeit bei potenziellen Kunden.
Für den Dortmunder IT-Dienstleister Dataciders war der Ausbau dieses Profils ein strategisches Ziel – und zugleich eine organisatorische Herausforderung. Wie das Unternehmen diese bewältigt hat, ist ein Praxisbeispiel für koordiniertes Wachstum in einem regulierten Partnerumfeld.
Ein Unternehmen mit klarer Wachstumsstrategie
Dataciders gehört zu den etablierten Dienstleistern für Data- und AI-Lösungen im deutschsprachigen Raum. Rund 1.000 Fachkräfte arbeiten an zwölf Standorten für mehr als 100 Enterprise-Kunden, darunter zahlreiche Unternehmen aus dem Top-50-Segment. Im Jahr 2024 richtete Dataciders seine Wachstumsstrategie neu aus. Ein zentrales Element: der gezielte Ausbau des Microsoft-Geschäfts.
„Wir sehen das Microsoft-Ökosystem als einen zentralen Treiber der digitalen Transformation. Mit dem gezielten Ausbau unserer Aktivitäten ermöglichen wir skalierbare, datengetriebene Innovationen bei unseren Kunden“, erläutert Dr. Gero Presser, CEO von Dataciders.
Als ersten Schritt wählte das Unternehmen die Spezialisierungen Analytics on Azure und AI on Azure. Beide Bereiche entsprechen den fachlichen Schwerpunkten des Unternehmens: Dataciders betreibt spezialisierte Teams für Microsoft Fabric, Databricks und AI-Foundry-Themen und konnte auf einen umfangreichen Fundus an Kundenprojekten zurückgreifen.
Herausforderung: Kompetenz strukturiert belegen
Für eine Microsoft-Spezialisierung ist ein Audit erforderlich, das reale Kundenprojekte auf technische Qualität, Sicherheit und Konformität mit Microsoft-Best-Practices prüft. Die Anforderungen sind umfangreich und die Dokumentationsstandards hoch.
Dataciders stand dabei vor einer spezifischen Herausforderung: Die Unternehmensgruppe umfasst zehn Gesellschaften in Deutschland sowie weitere Einheiten in Österreich und Bulgarien – mit je eigenen Arbeitsweisen, Dokumentationsstrukturen und Projektreferenzen. Die fachliche Tiefe war vorhanden, jedoch fehlte eine einheitliche Darstellung, die im Audit transparent, vergleichbar und prüfbar ist.
ADN als Struktur- und Auditpartner
Um diesen Prozess gezielt anzugehen, zog Dataciders den Value Added Distributor ADN hinzu. Das in Bochum ansässige Unternehmen begleitet Microsoft-Partner mit dem Programm „How to Specialize“ durch den gesamten Auditprozess – von der Einordnung der Anforderungen bis zur Vorbereitung auf die Prüfung.
Das Vorgehensmodell von ADN umfasst zwei Bausteine: eine strategische Cloud Foundation zur Ausrichtung und Planung sowie ein praxisorientiertes Modul, in dem konkrete Kundenprojekte entlang aller relevanten Implementierungsphasen nachgewiesen werden. In der Zusammenarbeit mit Dataciders übernahm ADN zusätzlich die Rolle einer unabhängigen Prüfinstanz im Rahmen eines Pre-Audits.
„ADN hat uns dabei unterstützt, unsere fachliche Kompetenz konsequent in die Struktur und Terminologie von Microsoft zu überführen“, erklärt Markus Kottwitz, Partner Manager Microsoft bei Dataciders. „Dieses Coaching war ein wesentlicher Faktor, um die Spezialisierungen in der geforderten Qualität zu erreichen.“
Damian Bieniek, Cloud & Partner Solution Architect bei ADN, beschreibt die Zusammenarbeit: „Dataciders ist äußerst strukturiert vorgegangen. Das Engagement, die Zielklarheit und die Konsequenz im Umsetzungsprozess waren bemerkenswert.“
Umsetzung: Koordiniertes Projekt über mehrere Standorte
Über mehrere Wochen arbeiteten rund 20 Mitarbeitende aus Berlin, Dortmund, München und Nürnberg gemeinsam an der Auditvorbereitung. Beteiligt waren Teams aus dem Competence Center Data & Process sowie der unternehmensweiten Microsoft-Initiative. Sie lieferten technische, organisatorische und dokumentarische Beiträge zur Erstellung der geforderten Nachweise.
Für die Spezialisierung Analytics on Azure bereitete Dataciders drei Analyseplattformen auf Basis von Microsoft Fabric und Databricks auf – von der Konzeption über die Entwicklung und das Deployment bis zur Übergabe an den Kunden. Für AI on Azure verlangt Microsoft den Nachweis vollständiger KI-Implementierungsprozesse. Dataciders präsentierte mehrere Projekte: die Entwicklung eines Chatbots, ein System zur automatisierten Dokumentenerkennung im Legal-Bereich, ein Validierungsmodell für Bildmaterial in psychologischen Tests sowie zwei Migrationen von On-Premise-Systemen in moderne Azure-Architekturen.
Das abschließende Pre-Audit mit ADN setzte bewusst kritische Akzente: Die Experten simulierten realistische Prüfsituationen und stellten gezielt herausfordernde Fragen. Das Ergebnis: Dataciders bestand beide offiziellen Audits ohne eine einzige Beanstandung. Das Prüferteam bescheinigte dem Unternehmen eines der am besten strukturierten Audits, das es bewertet hatte.
Wirkung: Sichtbarkeit, Fördervolumen und interne Prozessqualität
Mit dem Erreichen der Spezialisierungen hat Dataciders den Status als Microsoft Fabric Featured Partner erhalten. Diesen tragen in Deutschland derzeit rund 30 Unternehmen. Darüber hinaus ermöglichen die Spezialisierungen den Zugang zu Microsoft-Förderprogrammen mit einem Volumen von bis zu 75.000 US-Dollar pro Kunde – für Workshops, Discovery-Phasen und technische Proofs of Concept.
„Wir beobachten bereits heute, dass unser Microsoft-Geschäft deutlich an Dynamik gewonnen hat. Der Anteil am Gesamtumsatz liegt aktuell bei rund 25 Prozent – mit klar steigender Tendenz. Die zusätzliche Sichtbarkeit und die Funding-Programme ermöglichen den Zugang zu Projekten und Kunden, die zuvor so nicht erreichbar waren“, so Kottwitz.
Intern führte der Auditprozess zu einer nachhaltigen Vereinheitlichung: Projektvorgehen, Übergaben zwischen Teams und Dokumentationsstandards wurden konzernweit professionalisiert – eine Grundlage, die alle künftigen Zertifizierungsvorhaben erleichtern wird.
Ausblick: Weitere Spezialisierungen und vertiefter Ausbau
Dataciders plant, den eingeschlagenen Kurs fortzusetzen. Weitere Microsoft-Spezialisierungen befinden sich in Vorbereitung. Parallel baut das Unternehmen seine Rolle als „Frontier-Firma“ aus – als Organisation, die Microsoft-Technologien nicht nur bei Kunden implementiert, sondern sie umfassend im eigenen Betrieb einsetzt.
Die Partnerschaft mit ADN bleibt dabei zentral. Dataciders verlagert sein Lizenzgeschäft zunehmend zu ADN und setzt auf eine gemeinsame Wachstumsstrategie im CSP-Bereich.

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM.
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