Extreme Networks Agent ONE Coworker ist in die Plattform Extreme Platform ONE integriert und soll Administratoren bei Diagnose, Wissensabruf und Support unterstützen.

Der Netzwerkausrüster Extreme Networks (NASDAQ: EXTR) hat eine KI-gestützte Anwendung für den Netzwerkbetrieb vorgestellt. Agent ONE™ Coworker ist Bestandteil der unternehmenseigenen Plattform Extreme Platform ONE und richtet sich an IT-Administratoren, die Netzwerke überwachen, Störungen beheben und Supportfälle bearbeiten.

Laut Unternehmensangaben nutzt die Anwendung kontextbezogene Daten aus Telemetrie, Netzwerktopologie, Nutzer-, Geräte- und Anwendungsinformationen sowie Richtlinien in Echtzeit. Auf dieser Basis sollen Administratoren Anfragen in natürlicher Sprache stellen können, etwa zu Ursachen für eine langsame WLAN-Verbindung in einem bestimmten Gebäude oder zu Geräten mit erhöhter Latenz, ohne mehrere Dashboards manuell auswerten zu müssen.

Extreme Networks gliedert die Anwendung in vier Funktionsbereiche. „Talk to Data“ soll es ermöglichen, Netzwerkdaten per Texteingabe abzufragen. Das Unternehmen nennt als angestrebte Effekte schnellere Entscheidungen, einen geringeren Untersuchungsaufwand und mehr Transparenz über den Betriebszustand. „Talk to Knowledge“ bindet laut Unternehmensangaben mehr als 30.000 Wissensdatenbank-Artikel sowie die Produktdokumentation ein, sodass Administratoren technische Auskünfte ohne Wechsel der Arbeitsumgebung erhalten sollen; als Effekt nennt Extreme Networks unter anderem eine um bis zu 50 Prozent verkürzte Einarbeitungszeit neuer Mitarbeitender.

Die Funktion „Nudge“ ist als proaktiver Hinweisgeber konzipiert: Sie soll Anomalien, Optimierungspotenziale und Sicherheitsrisiken im Netzwerk selbstständig erkennen und melden, bevor sie sich auf den Betrieb auswirken. Damit soll laut Extreme Networks die Zahl unnötiger Alarme sinken und die Betriebsstabilität steigen. „Talk to Support“ schließlich automatisiert nach Angaben des Unternehmens die Zusammenstellung von Diagnoseinformationen bei der Eröffnung eines Supportfalls und soll den Zugriff auf Lösungen aus dem unternehmenseigenen Global Technical Assistance Center (GTAC) beschleunigen, da Support-Ingenieure von Beginn an über Kontextinformationen verfügen.

Eine fünfte Komponente, die Ursachenanalyse über Telemetriedaten von Nutzern, Geräten, Anwendungen und Netzwerkinfrastruktur hinweg, soll Vorfälle nach Unternehmensangaben bis zu 15-mal schneller auflösen als bisherige Verfahren, die mittlere Reparaturzeit (MTTR) senken und den manuellen Troubleshooting-Aufwand verringern. Unabhängige Belege für diesen Vergleichswert liegen nicht vor.

Ergänzt wird das Angebot durch Extreme Exchange, einen Marktplatz, über den Unternehmen laut Extreme Networks zusätzliche KI-Fähigkeiten, Anwendungen, Integrationen und Partnerlösungen für die Plattform beziehen können. Das Unternehmen nennt als Ziel eine schnellere Anpassung an veränderte Geschäftsanforderungen und einen kürzeren Weg zur produktiven Nutzung neuer Funktionen.

In der Ankündigung äußert sich auch ein externer Branchenbeobachter: Andrew Spivey, der bei dem Marktforschungsunternehmen ABI Research die Wettbewerbsrangliste für Enterprise-WLAN-Infrastrukturanbieter verantwortet, wird mit einer positiven Einschätzung der zugrundeliegenden Plattform zitiert. Er verweist darauf, dass Extreme Platform ONE von Grund auf für den KI-Einsatz konzipiert worden sei und dadurch Analyse- und Telemetriefunktionen über mehrere Netzwerkebenen hinweg vereinheitliche.

Extreme Networks grenzt Agent ONE Coworker ausdrücklich von allgemeinen KI-Chatbots ab: Die Anwendung sei eng mit den Telemetrie- und Konfigurationsdaten der eigenen Plattform verzahnt, während Nutzer weiterhin die Kontrolle über automatisierte Empfehlungen behalten sollen.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

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