Extreme Networks stellt Extreme Agent ONE Coworker vor. Der KI-Agent analysiert Netzwerkdaten und historische Entwicklungen, gibt kontextbezogene Empfehlungen und soll IT-Teams bei Troubleshooting und Netzwerkbetrieb unterstützen.

Extreme Networks bringt mit Extreme Agent ONE Coworker einen auf agentenbasierter künstlicher Intelligenz (KI) beruhenden Dienst. Er richtet sich an Unternehmen, die Extreme Platform ONE einsetzen. Kunden der Plattform erhalten Agent ONE Coworker ab sofort weltweit im Rahmen ihres Abonnements.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Netzwerkprobleme schneller einordnen und bearbeiten lassen. Nach Angaben des Herstellers verbringen Netzwerk-Teams heute teilweise Stunden oder Tage damit, Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenzutragen und Ursachen für Störungen zu ermitteln. Gleichzeitig bleibt die Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte eine Herausforderung.

Extreme setzt deshalb auf einen Ansatz, der über die reine Erkennung von Anomalien hinausgehen soll. Eine zentrale Rolle spielt die Funktion „Nudge“. Sie verbindet Echtzeitinformationen aus der Netzwerkumgebung mit historischen Entwicklungen und agentenbasiertem Reasoning. Auf dieser Grundlage soll das System relevante Abweichungen erkennen und Handlungsempfehlungen direkt im Arbeitsablauf bereitstellen.

Der Ansatz unterscheidet sich damit von klassischen prädiktiven Analysen, die in erster Linie auf ungewöhnliche Zustände hinweisen. Agent ONE Coworker soll stattdessen Informationen zu einem möglichen Problem bereits im Kontext bereitstellen. IT-Teams müssen dadurch weniger Daten manuell zusammensuchen, bevor sie mit der eigentlichen Analyse beginnen können. Extreme gibt an, dass sich Probleme dadurch bis zu 15-mal schneller beheben lassen sollen. Diese Angabe stammt aus den Herstellerangaben und wird in der Mitteilung nicht näher zu Methodik oder Messzeitraum erläutert.

Ein weiterer Bestandteil des Systems ist die Verknüpfung unterschiedlicher Datenpunkte innerhalb von Extreme Platform ONE. Agent ONE Coworker bildet Zusammenhänge zwischen Nutzern, Geräten, Anwendungen, Services und den jeweiligen Netzwerkbedingungen ab. Antworten sollen dadurch auf die konkrete Umgebung eines Unternehmens zugeschnitten sein.

Für die Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse legt die Lösung nach Angaben von Extreme zudem offen, wie Empfehlungen hergeleitet werden. Das soll es Netzwerk-Teams ermöglichen, die Ergebnisse zu überprüfen und Entscheidungen weiterhin unter menschlicher Kontrolle zu treffen. Extreme betont ausdrücklich, dass die Technologie vorhandene Expertise nicht ersetzen, sondern innerhalb eines Unternehmens verfügbarer machen soll.

Neben „Nudge“ umfasst Agent ONE Coworker weitere KI-gestützte Funktionen. „Talk to RRM“ analysiert das Verhalten von Funkverbindungen und soll daraus Hinweise zur Optimierung der Wireless-Performance ableiten. Mit „Canvas“ lassen sich dynamische Dashboards und Reports für unterschiedliche Zielgruppen erstellen.

Die Funktionen „Talk to Knowledge“ und „Talk to Data“ greifen auf den Knowledge Graph von Extreme zurück. Sie sollen Fragen zu Netzwerkdaten und technischen Zusammenhängen beantworten und Troubleshooting-Empfehlungen in den operativen Workflow integrieren. Nach Angaben des Herstellers kann der Zeitaufwand für das Onboarding neuer Teammitglieder dadurch um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Auch zu dieser Angabe enthält die Pressemitteilung keine Angaben zu Messmethode oder Vergleichszeitraum.

„Talk to Support“ nutzt den aktuellen Kontext eines Netzwerks, um Lösungsvorschläge zu erstellen. Wenn eine weitergehende Unterstützung erforderlich ist, kann die Funktion nach Angaben von Extreme automatisch an das Global Technical Access Center (GTAC) des Unternehmens eskalieren.

Als Anwender kommt unter anderem Vandalia Health zu Wort, ein Verbund von 18 Krankenhäusern in den USA. Principal Network Engineer Cord C. Scott beschreibt den Einsatz aus Sicht eines IT-Teams: Netzwerkdaten könnten in kontextbezogene Erkenntnisse überführt werden. Während Führungskräfte daraus übergeordnete Informationen erhalten könnten, bleibe für die technische Ebene die Möglichkeit bestehen, detaillierter zu analysieren und die Netzwerk-Performance zu optimieren.

Auch die Marktentwicklung hin zu stärker kontextbezogenen KI-Systemen wird in der Mitteilung thematisiert. Shamus McGillicuddy, VP of Research bei Enterprise Management Associates (EMA), sieht den Schwerpunkt der nächsten Entwicklungsphase von KI im Enterprise Networking in der Fähigkeit, die jeweilige Kundenumgebung zu verstehen und Schlussfolgerungen nachvollziehbar zu machen.

Mit der allgemeinen Verfügbarkeit verschiebt sich Agent ONE Coworker von einer angekündigten Technologie zu einem Bestandteil der Extreme-Plattform. Extreme Agent ONE Coworker ist ab sofort für alle Kunden von Extreme Platform ONE weltweit verfügbar. Registrieren Sie sich hier für die Live-Demo von Extreme Agent ONE am Mittwoch, den 23. September, um 17 Uhr.

Mit Extreme Agent ONE Coworker setzt Extreme Networks auf KI-Unterstützung, die Netzwerkdaten, historische Entwicklungen und den konkreten Umgebungskontext miteinander verbindet.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

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