Mit der neuen mobilen App Jet bündelt CrowdStrike Deal-Anbahnung, Prämien und Enablement in einer einzigen Anwendung – und macht das Partner-Geschäft schneller, transparenter und mobiler.
Irgendwo zwischen dem dritten Tool-Login des Tages und dem fünften Follow-up-E-Mail geht Verkaufsmomentum verloren. Das weiß jeder, der im Channel-Vertrieb arbeitet. CrowdStrike will dieses Problem jetzt mit einer App lösen – und das klingt zunächst unspektakulär, ist in der Praxis aber eine ziemlich gute Idee.
Jet heißt die neue mobile Anwendung, die der Cybersecurity-Spezialist ab sofort für seine Vertriebspartner bereitstellt. Verfügbar im Apple App Store und bei Google Play, richtet sich die App ausschließlich an Partner des CrowdStrike-Ökosystems – und zwar auf Einladung. Der Grundgedanke: Was bislang mehrere Systeme, manuelle Workflows und zeitraubende Abstimmungsrunden benötigte, soll sich künftig in Sekunden erledigen lassen.
Unter 30 Sekunden bis zur Deal-Registrierung
Das Kernversprechen von Jet ist simpel, aber ambitioniert: Partner sollen eine neue Verkaufschance in weniger als 30 Sekunden registrieren können. Deal-Protection und Incentive-Anträge, die früher mehrstufige Prozesse erforderten, werden auf wenige Taps reduziert. Wer schon mal erlebt hat, wie ein potenzieller Abschluss im Bürokratiedschungel versandete, versteht, warum das ein echter Wettbewerbsvorteil sein kann.
Dabei geht Jet über reine Deal-Erfassung hinaus. Die App bündelt Deal-Tracking, Enablement-Ressourcen, Support-Funktionen und Echtzeit-Benachrichtigungen in einer einzigen Oberfläche. Partner behalten den Überblick über ihre Pipeline, greifen auf Schulungsinhalte zu und kommunizieren mit CrowdStrike-Teams – ohne zwischen verschiedenen Systemen zu wechseln. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit, ist im komplexen Partner-Ökosystem eines globalen Security-Anbieters aber alles andere als trivial.
CrowdCard: Provisionen direkt ins Wallet
Ein besonders ungewöhnliches Feature ist CrowdCard: Über diese Funktion können Partner ihre Provisionen unmittelbar nach Abschluss eines Deals in Bargeld umwandeln. Das Geld landet auf einer wiederaufladbaren Karte oder – und das ist der moderne Twist – direkt in digitalen Wallets wie Apple Wallet oder Google Wallet. Vom virtuellen Posteingang ins digitale Portemonnaie, ohne Umweg über Abrechnungszyklen, die Wochen dauern können. Für Partner, die viel über Marketplace-Strukturen arbeiten, könnte das ein echter Motivationsschub sein.
„Geschwindigkeit ist alles – sowohl in der Cybersicherheit als auch bei der Abwicklung von Geschäften“, sagt Daniel Bernard, Chief Business Officer bei CrowdStrike. „Mit Jet integrieren wir CrowdStrike in die Arbeitsabläufe unserer Partner. Sie können Chancen sofort nutzen, Geschäfte schneller vorantreiben und sofort davon profitieren.“ Bernard bringt damit auf den Punkt, was das eigentliche Ziel hinter Jet ist: nicht nur eine App zu bauen, sondern CrowdStrike tiefer in den täglichen Vertriebsalltag der Partner einzuweben.
Aus der Praxis: Was Partner erwarten
Jim Finn, Vice President of Cybersecurity Sales bei Presidio – einem der bedeutenden CrowdStrike-Partner –, hat die App bereits in der Praxis erprobt und zeigt sich begeistert. Für ihn ist besonders relevant, dass CrowdStrike Marketplace-Erkenntnisse und -Dokumentationen direkt in Jet integriert hat. „Dieses Maß an Geschwindigkeit, Transparenz und Abstimmung verändert grundlegend, wie wir Kunden ansprechen und unsere Pipeline aufbauen“, so Finn. Das ist mehr als Marketing-Sprech: Presidio wickelt einen erheblichen Teil seines Geschäfts über Marketplace-Strukturen ab, weshalb eine direkte Integration dieser Daten in den mobilen Workflow tatsächlich Zeit und Ressourcen spart.
Warum jetzt, warum mobile?
Die Frage, die sich aufdrängt: Warum jetzt? Partner-Portale und Channel-Management-Tools gibt es seit Jahren. Die Antwort liegt vermutlich in einer Kombination aus Marktdynamik und internem Ehrgeiz. CrowdStrike betont, dass sein Partner-Ökosystem eine zentrale Rolle für das Unternehmenswachstum spielt. Jet ist damit kein nettes Zusatzfeature, sondern eine strategische Investition in die Loyalität und Produktivität der Partner-Community.
Mobile-first ist dabei kein Zufall. Vertriebsteams arbeiten längst nicht mehr ausschließlich am Schreibtisch. Messen, Kundenbesuche, spontane Gespräche – die Momente, in denen ein Deal entsteht, sind selten mit einem aufgeklappten Laptop verbunden. Wer in diesem Kontext eine Deal-Registrierung in unter 30 Sekunden vom Smartphone aus ermöglicht, nimmt Reibung aus dem Prozess, die vorher oft unbewusst dazu führte, dass Chancen nicht oder zu spät erfasst wurden.

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM.
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