Seit der Übernahme durch Broadcom steht das Bündelangebot VMware Cloud Foundation im Mittelpunkt der Produktpalette des Softwareanbieters. Das auf Abonnements und Prozessorkernen basierende Lizenzmodell führt in der Praxis zu veränderten Kostenstrukturen für Unternehmen.

Das Lizenzierungsmodell von VMware Cloud Foundation (VCF) hat sich seit der Übernahme des Herstellers durch Broadcom grundlegend verändert. Anstelle von zeitlich unbegrenzten Dauerlizenzen mit separaten Wartungsverträgen erfolgt der Vertrieb primär über ein Abonnement-Modell (Subscription). Die Abrechnung basiert auf der Anzahl der physischen Prozessorkerne (Cores) in der Serverinfrastruktur. Marktanalysen zeigen, wo finanzielle Belastungen entstehen und welche strategischen Handlungsoptionen bestehen.

Komponenten und Abrechnungslogik

VCF versteht sich als Gesamtlösung für softwaredefinierte Rechenzentren. Das Paket bündelt vier Kernkomponenten: die Virtualisierungsplattform vSphere, die Speicherlösung vSAN, das Netzwerkmodul NSX sowie Aria beziehungsweise VCF Operations für Management und Automatisierung. Ergänzt wird die Software durch administrative Werkzeuge wie den SDDC Manager.

Als Alternative wird die reduzierte Variante VMware vSphere Foundation (VVF) angeboten. Diese umfasst Virtualisierung, Speicher und grundlegende Managementfunktionen, verzichtet jedoch auf NSX und den SDDC Manager. Preislich liegt die Listennotierung von VVF pro Core etwa 40 bis 50 Prozent unter der VCF-Variante.

Die Abrechnung beider Pakete erfolgt pro physisch vorhandenem Prozessorkern, wobei herstellerseitig ein Minimum von 16 Cores pro CPU angesetzt wird. Prozessoren mit weniger Kernen werden somit pauschal für 16 Cores berechnet. Der vSAN-Speicher ist kapazitätsmäßig an die Core-Anzahl gekoppelt: VCF enthält rund 1 TiB Speicher pro Core, während VVF etwa 0,25 TiB umfasst. Zusätzlicher Speicherbedarf erfordert kostenpflichtige Add-ons.

+————————+—————————————+—————————————+

| Merkmal                | VMware Cloud Foundation (VCF)         | VMware vSphere Foundation (VVF)       |

+————————+—————————————+—————————————+

| Kernkomponenten        | vSphere, vSAN, NSX, Aria Operations   | vSphere, vSAN, Basis-Management       |

| SDDC Manager           | Enthalten                              | Nicht enthalten                       |

| vSAN-Kapazität / Core  | ca. 1 TiB                             | ca. 0,25 TiB                          |

| Relativer Preis        | Basispreis (100 %)                    | ca. 40–50 % unter VCF-Listenpreis     |

| Mindest-Core-Regel     | 16 Cores pro CPU                      | 16 Cores pro CPU                      |

+————————+—————————————+—————————————+

Faktoren der Kostenentwicklung

In der Praxis führt die Kopplung der Komponenten dazu, dass Unternehmen für Softwarebausteine zahlen, die in der vorhandenen Systemarchitektur nicht zwingend genutzt werden. Insbesondere erweiterte Netzwerk- und Automationsfunktionen bleiben in zahlreichen Systemumgebungen unberücksichtigt.

Zusammen mit der Mindestgrenze von 16 Cores pro Prozessor und dem generellen Wechsel auf ein Wiederkehrendes Abo-Modell ergeben sich für bestehende Anwender signifikante Abweichungen im Vergleich zu früheren Lizenz- und Wartungsgebühren.

Handlungsalternativen für Anwender

Für Unternehmen ergeben sich im Umgang mit verlängerungspflichtigen Verträgen verschiedene Vorgehensweisen:

  • Anpassung der Bündelstufe: Sofern auf Netzwerk- und erweiterte Managementfunktionen verzichtet werden kann, stellt die Wahl schlankerer Varianten wie VVF eine Möglichkeit dar, den Lizenzaufwand zu reduzieren.
  • Wechsel auf Drittsupport: Durch die Weiterverwendung bestehender Dauerlizenzen in Verbindung mit herstellerunabhängigem Drittsupport lässt sich die Umstellung auf das Abo-Modell aufschieben und die Verhandlungsposition verbessern.
  • Gebrauchtsoftware und Migration: Neben dem Handel mit Gebrauchtlizenzen wird zunehmend die Migration auf alternative Plattformen wie Nutanix als langfristige Option zur Loslösung von der VCF-Subscription genutzt.

Die Umstellung auf das VCF-Lizenzmodell erfordert von IT-Verantwortlichen eine genaue Prüfung der vorhandenen Hardwarearchitektur und des tatsächlichen Softwarebedarfs. Unabhängig davon, ob Unternehmen eine Anpassung des Vertrags, den Einsatz von Drittsupport oder den Wechsel auf alternative Infrastrukturen anstreben, entscheidet eine sachliche Analyse des Systembestands über die zukünftige Kostenentwicklung im Rechenzentrum.

ProLicense: Drittsupport, Lizenzhandel und der Weg zu Nutanix

„Viele Unternehmen zahlen bei VCF für Netzwerk- und Management-Bausteine, die sie nie in Betrieb nehmen. Der erste Schritt ist immer, ehrlich zu prüfen, was von dem Bündel wirklich gebraucht wird. Oft reicht die kleinere Stufe, und schon das senkt die Kosten deutlich“, sagt Christian Grave, Geschäftsführer der ProLicense.

ProLicense hilft beim Wechsel auf VMware-Drittsupport und handelt VMware-Gebrauchtsoftware. Als Nutanix-Partner ebnet ProLicense zudem den sauberen, kostengünstigen Migrationsweg Richtung Nutanix und vermeidet so die teure VMware-Subscription dauerhaft. Wer bei VMware bleiben will, muss nicht sofort das Abo unterschreiben: Mit den vorhandenen Perpetual-Lizenzen und VMware-Drittsupport baut sich ein Unternehmen eine deutlich bessere Ausgangsposition für die Subscription-Verhandlungen mit VMware auf.

„Es gibt zwei gute Wege aus der VCF-Kostenfalle. Entweder der geplante Umstieg auf Nutanix, den wir als Partner sauber begleiten, oder das Bleiben auf Perpetual-Lizenzen mit Drittsupport, was die Verhandlungsposition gegenüber VMware spürbar stärkt. Beides vermeidet, dass der Kunde die volle Subscription zahlt“, sagt Markus Oberg, Partner der ProLicense.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner