Omdias neue Global Managed BDR Leadership Matrix bewertet 15 Backup- und Disaster-Recovery-Anbieter nach Channel-Stärke und Momentum. Fünf Anbieter erreichen die Champions-Stufe – doch das Partner-Feedback offenbart Reibungspunkte unter der Oberfläche.
Das Analystenhaus Omdia hat seine Global Managed BDR Leadership Matrix für Juni 2026 veröffentlicht und positioniert fünf Anbieter als „Champions“ im Markt für Managed Backup und Disaster Recovery für Managed Service Provider – auf Basis von Channel-Performance, Partnerstimmung und Analystenbewertung.
Laut dem Bericht, verfasst von Robin Ody, Research Director für MSP-Analyse bei Omdia, erzielten Acronis, Kaseya, N-able (Cove), NinjaOne (Dropsuite) und Veeam die stärksten kombinierten Werte für Führungsposition und Momentum unter den 15 bewerteten Backup- und Disaster-Recovery-Anbietern. Vier der fünf – Acronis, Kaseya, N-able und NinjaOne – behielten ihren Champion-Status aus der vorherigen Ausgabe, während Veeams Aufnahme laut Unternehmensangaben auf einer weiterhin starken Führungsbewertung beruht.
Die Methodik kombiniert drei Inputs: Analystenbewertung der Partnerstrategie, Ökosystem-Feedback aus Partnerinterviews und Channel-Bewertungen sowie Performance-Kennzahlen zum Wachstum im Jahresvergleich. Die Anbieter werden auf zwei Achsen – Führung und Momentum – verortet und in Champions, Contenders, Scalers und Foundations eingeteilt. Foundations-Anbieter verbinden laut Bericht die niedrigsten Bewertungen mit einer sich verschlechternden Partnerstimmung. Voraussetzung für die Aufnahme waren mindestens 50 Millionen US-Dollar Jahresumsatz aus BDR, definierte technologische Kriterien, eine dedizierte MSP-Go-to-Market-Strategie sowie mehr als die Hälfte des Geschäfts über den Channel.
Veeam führte die Gruppe mit 77 Prozent beim Führungswert an, bei 54 Prozent Momentum – der höchste Führungswert aller von Omdia bewerteten Anbieter. Das Unternehmen, mittlerweile unter Insight-Partners-Eigentümerschaft mit 15 Milliarden US-Dollar bewertet und mit Kurs auf einen Börsengang innerhalb von 24 Monaten, erzielte 2025 nach eigenen Angaben mehr als 2,1 Milliarden US-Dollar wiederkehrenden Jahresumsatz und schloss im Dezember die 1,73-Milliarden-Dollar-Übernahme von Securiti AI ab, mit der das Unternehmen in Richtung Data Security Posture Management expandiert.
Veeam machte das Ergebnis am 20. August öffentlich und bestätigte, unter allen bewerteten Anbietern die stärkste Führungsposition zu halten. Das Unternehmen verweist dabei auf mehr als 12.000 MSP-Partner im Programm Veeam Cloud & Service Provider sowie auf die Veeam Data Platform V13 und den Securiti-AI-Zukauf als Portfolio-Belege. Michelle Graff, SVP of Global Partnerships bei Veeam, erklärte laut Unternehmensangaben, die Auszeichnung spiegele die Rolle des Unternehmens wider, MSPs zu „vertrauenswürdiger Datenresilienz in großem Maßstab“ zu verhelfen. Veeam gibt an, weltweit mehr als 550.000 Kunden zu betreuen, darunter 80 Prozent der Fortune-500-Unternehmen – eine deutlich größere Kundenbasis als Acronis (21.000+ Serviceanbieter) oder NinjaOne (10.000+ MSPs).
Unter den Champions erzielte Acronis einen Führungswert von 74 Prozent und einen Momentum-Wert von 66 Prozent. Das Unternehmen, seit 2025 mehrheitlich im Besitz von EQT, gibt an, mittlerweile mehr als 21.000 Serviceanbieter zu unterstützen, die über 750.000 Unternehmen schützen. Die 2026 vorgestellte Cyber-Frame-Plattform bündelt laut Unternehmensangaben RMM, PSA, Backup, Cybersecurity und VM-Fähigkeiten über eine Partnerschaft mit Virtuozzo und baut auf dem 2025 erweiterten Cybersecurity-Portfolio auf.
Kaseya erreichte 69 Prozent bei der Führungsbewertung und 52 Prozent beim Momentum. Nach eigenen Angaben verwaltet die Plattform Kaseya 365 mittlerweile 5,5 Millionen Endpunkte bei fast 50.000 MSPs und IT-Abteilungen, bei einem geschätzten Jahresumsatz von über einer Milliarde US-Dollar. Das Ökosystem-Feedback von Omdia verzeichnete jedoch anhaltende Partnerbedenken hinsichtlich aggressiver Vertriebstaktiken, starrer Verträge und uneinheitlicher Support-Qualität nach Übernahmen.
N-able kam auf einen Führungswert von 66 Prozent und mit 62 Prozent auf den höchsten Momentum-Wert unter den Champions, getragen von Cove Data Protection, das 2025 die Marke von 200 Millionen US-Dollar Jahresumsatz überschritt und mittlerweile mehr als ein Drittel des Quartalsumsatzes ausmacht. Der Gesamtjahresumsatz 2025 erreichte 511 Millionen US-Dollar, ein Plus von 9,7 Prozent, wobei das Unternehmen für 2026 weiteres Wachstum in Aussicht stellt.
NinjaOne verzeichnete mit 54 Prozent den niedrigsten Führungswert unter den Champions, bei einem Momentum von 60 Prozent. Die Mitte 2025 für 270 Millionen US-Dollar erfolgte Übernahme von Dropsuite steht im Zentrum einer noch reifenden Backup-Integrationsstrategie, auch wenn die für Oktober 2026 angekündigte erste eigene MSP-Konferenz MSP NXT laut Omdia ein wachsendes Engagement im Segment signalisiert.
Außerhalb der Champions-Riege umfasst Omdias Contenders-Gruppe – Anbieter mit starken Führungswerten, aber stagnierendem oder rückläufigem Momentum – Barracuda, Cohesity, Commvault, ConnectWise und Rubrik. Rubrik stach mit 48 Prozent Umsatzwachstum und einem im März 2026 eingeführten verbrauchsbasierten MSP-Lizenzmodell hervor, während Cohesity laut Bericht weiterhin an der Kundenbindung nach der Veritas-Integration arbeitet, nachdem Wettbewerber in dieser Phase Marktanteile gewinnen konnten.
Die Kategorie Scalers, vorgesehen für Anbieter mit verbesserter Partnerstimmung, die aber noch nicht die Konsistenz der Champions erreichen, umfasst AvePoint, Druva und Keepit – alle mit zweistelligem Umsatzwachstum 2025. AvePoint steigerte den Jahresumsatz um 27 Prozent auf über 419 Millionen US-Dollar. Druva, ein venture-finanziertes Unternehmen mit einer Bewertung von über 2 Milliarden US-Dollar, führte den ransomware-fokussierten Safe Mode sowie eine FedRAMP-Moderate-Zertifizierung ein, während das dänische Unternehmen Keepit seine herstellerunabhängige Backup-Abdeckung per KI-gestütztem Connector-Framework auf über 100 SaaS-Anwendungen ausweitete.
Hycu und OpenText bilden die Foundations-Kategorie, die Omdia sowohl mit niedrigeren Bewertungen als auch mit einer sich im vergangenen Jahr verschlechternden Partnerstimmung verbindet. Hycu, nach Umsatz einer der kleinsten bewerteten Anbieter mit einem geschätzten ARR von 70 Millionen US-Dollar, schloss im Februar 2026 eine Technologiepartnerschaft mit dem britischen Channel-Anbieter Assurestor, um neue Managed-Backup-Dienste zu ermöglichen. OpenText, dessen Backup-Produkte Carbonite und Webroot nur einen kleinen Anteil am Gesamtumsatz von 5,2 Milliarden US-Dollar ausmachen, holte sich 2025 einen neuen CEO und positioniert gebündelte Secure-Cloud-Preise als Antwort auf das, was das Unternehmen als MSP-Tool-Müdigkeit bezeichnet.
In der Gesamtschau zeigt der Bericht einen Markt, der durch Plattform-Konsolidierung geprägt wird – etwa durch die Übernahme NinjaOne-Dropsuite, die Axcient- und SkyKick-Zukäufe von ConnectWise sowie Veeams Einstieg bei Securiti AI –, während Partner weiterhin Bedenken hinsichtlich Lizenzkomplexität und Integrationsqualität bei mehreren der größten Plattformen der Branche äußern.

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM.
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