Eine Umfrage von ITscope zeigt: Wiederaufbereitete IT-Hardware ist im Channel kein Nischenthema mehr. Für den nächsten Wachstumsschritt braucht es jedoch mehr Transparenz bei Zustand, Garantie und Preisvorteil.
Refurbished-Produkte sind im IT-Channel kein reines Nischenthema mehr, aber auch noch kein Selbstläufer. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Karlsruher Plattform ITscope unter 197 Nutzern aus dem IT-Systemhaus- und IT-Reselling-Umfeld. Rund 44 Prozent der Befragten bewerten wiederaufbereitete Hardware als relevant für ihr Tagesgeschäft, 41 Prozent bieten entsprechende Produkte bereits aktiv an. Etwa 37 Prozent erhalten nach eigenen Angaben bereits konkrete Kundenanfragen nach gebrauchten Alternativen.
Laut ITscope liegen die größten Hürden für den Verkauf nicht bei technischen Prozessen, sondern bei Vertrauen, Absicherung und Wirtschaftlichkeit. „Refurbished-Produkte haben im Channel spürbares Potenzial, aber der Markt funktioniert anders als bei Neuware“, sagt Oliver Charles, Managing Director von ITscope. Reseller müssten Kunden erklären können, in welchem Zustand ein Gerät sei, welche Garantie gelte und warum sich der Kauf lohne. Ohne diese Transparenz bleibe Refurbished nach seinen Worten erklärungsbedürftig.
Bei den Verkaufshürden nennen die Befragten laut Umfrage besonders häufig Garantie- und Gewährleistungsbedenken sowie Zweifel an der Produktqualität. Gleichzeitig benennen sie, was den Markt voranbringen könnte: genauere technische Angaben, klare Informationen zum Akkuzustand, Zertifizierungen, transparente Garantiebedingungen und nachvollziehbare Qualitätsprüfungen. Diese Wünsche deuten darauf hin, dass es Resellern weniger um die grundsätzliche Akzeptanz von Refurbished-Hardware geht als um belastbare Informationen, mit denen sie gegenüber ihren eigenen Kunden argumentieren können.
Auch der Preis entscheidet laut ITscope darüber, wie gut sich Refurbished-Produkte im Tagesgeschäft platzieren lassen. Reseller legen demnach Wert darauf, dass der wirtschaftliche Vorteil gegenüber Neuware klar erkennbar ist und passende Produkte zuverlässig verfügbar sind. Passen Preis, Zustand und Garantie transparent zusammen, würden aufbereitete Notebooks, PCs oder Smartphones zu einer Option für kostenbewusste oder nachhaltigkeitsorientierte Kunden, heißt es in der Mitteilung. Damit rückt Refurbished-Hardware nicht nur als Sparoption, sondern auch als Antwort auf Lieferengpässe bei Neuware in den Blick.
Bemerkenswert ist laut ITscope das Verhältnis von Angebot und Nachfrage: Während rund 37 Prozent der Befragten angeben, dass Kunden aktiv nach Refurbished-Produkten fragen, bieten bereits 41 Prozent solche Produkte aktiv an. „Viele Reseller warten nicht nur auf Nachfrage, sondern platzieren professionell aufbereitete Geräte aktiv als Alternative im Kundengespräch“, so Charles. Das gelte besonders dann, wenn Neuware schwer verfügbar sei oder Kunden kosteneffiziente Lösungen suchten. Entscheidend sei, dass Reseller Zustand, Garantie und Verfügbarkeit klar einordnen könnten und der Preisvorteil genug Spielraum für eine wirtschaftliche Marge lasse.
Damit wiederaufbereitete IT-Hardware im Channel breiter eingesetzt wird, benötigen Reseller nach Einschätzung von ITscope vor allem Vergleichbarkeit: transparente Produktdaten, klare Angaben zu Preis, Verfügbarkeit und Zustand sowie verlässliche Anbieterinformationen. Eine Möglichkeit dazu bietet das in die ITscope-Plattform integrierte Refurbished Portal, über das Systemhäuser gezielt nach professionell aufbereiteter IT-Hardware suchen, Angebote vergleichen und dabei Preise, Verfügbarkeiten, technische Spezifikationen und weitere Produktinformationen einsehen können.

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM.
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