Mit einer kombinierten Bauleistungs- und Betriebsversicherung reagiert die Zurich Gruppe Deutschland auf die wachsende Nachfrage nach Rechenzentrumsprojekten – und schließt Absicherungslücken, die klassische Lösungen offen lassen.
Der Bedarf an Rechenzentren wächst in Deutschland schneller als je zuvor. Hinter dieser Entwicklung stehen zwei Kräfte: die fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft und der flächendeckende Ausbau von Infrastruktur für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Die Bundesregierung hat darauf mit einer nationalen Rechenzentrumsstrategie reagiert, die eine Verdoppelung der Kapazitäten bis 2030 vorsieht. Mit jedem neuen Projekt steigen jedoch auch Investitionsvolumen, Baukomplexität und Risikodichte. Klassische Versicherungsprodukte stoßen dabei zunehmend an ihre Grenzen.
Die Zurich Gruppe Deutschland bringt nun eine Versicherungs- und Risikomanagementlösung auf den Markt, die speziell auf die Anforderungen von Rechenzentrumsprojekten zugeschnitten ist. Das Angebot schließt Absicherungslücken, die bei der schrittweisen Inbetriebnahme großer Anlagen entstehen – ein Bereich, der von Standardprodukten häufig nicht ausreichend erfasst wird.
Zwischen Staatsziel und Marktdruck
Die Bundesregierung setzt auf Rechenzentren als Rückgrat der digitalen Infrastruktur. Die nationale Rechenzentrumsstrategie zielt nicht allein auf mehr Kapazität, sondern auch auf den Aufbau einer leistungsfähigen Grundlage für KI-Anwendungen in Wirtschaft und Verwaltung. Dieser politische Rahmen erzeugt Investitionsdruck: Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Großprojekte schnell, regelkonform und wirtschaftlich tragfähig umzusetzen.
Gleichzeitig wächst die Komplexität dieser Projekte. Großrechenzentren werden häufig nicht als Ganzes, sondern in Phasen in Betrieb genommen. In dieser Übergangszeit zwischen Bau und Vollbetrieb entstehen Risikokonstellationen, die weder typische Bauversicherungen noch klassische Betriebsversicherungen vollständig abdecken. Genau diese Lücke adressiert das neue Produkt von Zurich.
Ein modularer Ansatz über den gesamten Projektzyklus
Kern des Angebots ist eine Bauleistungsversicherung, die durch mehrere optionale Deckungsbausteine ergänzt werden kann. Dazu zählen eine Absicherung gegen Verzögerungen bei der Inbetriebnahme, eine Betriebsdeckung für die Übergangsphase sowie ein Schutz gegen Betriebsunterbrechung. Dieser modulare Aufbau erlaubt es, den Versicherungsschutz an die spezifischen Anforderungen eines Projekts anzupassen – von der Bauphase bis zum laufenden Betrieb.
Ergänzt wird das Versicherungsangebot durch Dienstleistungen der Einheit Zurich Resilience Solutions. Diese stellt Risk-Engineering- und Beratungsleistungen über den gesamten Projektlebenszyklus bereit – von der Planungsphase bis zur Fertigstellung. Das Ziel: Risiken frühzeitig identifizieren und reduzieren, bevor sie im Projektverlauf zu Komplikationen führen.
Internationale Erfahrung als Grundlage
Das Produkt ist keine Neuentwicklung ohne Erprobung. In den USA hat Zurich im Jahr 2025 mehr als 245 Bauprojekte für Rechenzentren begleitet – eine Erfahrungsbasis, die nun für den deutschen und europäischen Markt nutzbar gemacht wird. Neben Deutschland wird das Angebot auch in Brasilien und Italien eingeführt. Eine Ausweitung auf weitere Märkte ist im Verlauf des Jahres 2026 vorgesehen.
Diese internationale Rollout-Strategie macht deutlich, dass der Bedarf an spezialisierten Versicherungslösungen für Rechenzentrumsprojekte kein regionales Phänomen ist. Der Ausbau digitaler Infrastruktur verläuft weltweit, und mit ihm wächst die Nachfrage nach maßgeschneiderten Absicherungskonzepten.
Stimme aus dem Unternehmen
„Der Ausbau von Rechenzentren ist politisch gewollt und wirtschaftlich notwendig. Gleichzeitig stehen Unternehmen vor der Herausforderung, hohe Investitionen, strenge regulatorische Anforderungen und enge Zeitpläne miteinander zu vereinen. Hinzu kommen steigende Komplexität und eine höhere Risikodichte der Projekte. Mit unserer Lösung schließen wir gezielt Absicherungslücken und unterstützen Unternehmen dabei, ihre Projekte in diesem kritischen Wirtschaftsbereich sicher, regelkonform und planbar umzusetzen.“
Petra Riga-Müller, Vorständin Commercial Insurance Germany bei der Zurich Gruppe Deutschland

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM.
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