Der Speicheranbieter NetApp hat die Übernahme des kalifornischen Unternehmens DataPelago bekanntgegeben. Dessen Technologie soll GPU-beschleunigte Datenverarbeitung direkt auf Storage-Ebene ermöglichen, ohne dass Unternehmensdaten für die KI-Nutzung kopiert werden müssen.
NetApp, Anbieter von Lösungen für intelligente Dateninfrastruktur, hat die Übernahme von DataPelago bekanntgegeben. Das in Kalifornien ansässige Unternehmen ist auf KI-Dateninfrastruktur spezialisiert und beschäftigt sich mit der Beseitigung von Datenverarbeitungsengpässen bei KI- und Analyse-Workloads. Über die finanziellen Details der Transaktion machte NetApp keine Angaben.
Mit der Übernahme erweitert NetApp sein Portfolio um GPU-beschleunigte Datenverarbeitung direkt auf Storage-Ebene. Ziel ist es laut Unternehmensangaben, Unternehmensdaten ohne separaten Kopiervorgang für KI-Anwendungen nutzbar zu machen – ein Ansatz, den NetApp als Zero-Copy-Aktivierung bezeichnet.
Hintergrund ist die wachsende Herausforderung vieler Unternehmen, Daten schnell genug für den produktiven KI-Einsatz aufzubereiten, ohne dabei die Kontrolle über diese Daten zu verlieren. Beschleunigtes Computing soll deshalb dort ansetzen, wo Daten entstehen und gespeichert werden, statt sie in externe Rechencluster zu verlagern.
„Je leistungsfähiger KI-Modelle und die zugrunde liegenden Chips werden, desto mehr benötigen Unternehmen eine leistungsstarke Dateninfrastruktur, um das Potenzial ihrer Daten auszuschöpfen“, sagte George Kurian, Chief Executive Officer von NetApp, laut Unternehmensmitteilung. Mit DataPelago erweitere NetApp diese Fähigkeit und wolle Kunden dadurch Wettbewerbsvorteile verschaffen.
Kern der DataPelago-Technologie ist Nucleus, eine Datenverarbeitungs-Engine, die laut Unternehmensangaben heterogenes beschleunigtes Computing mit CPUs und GPUs nutzt, um Daten direkt am Speicherort zu verarbeiten. Dadurch soll sich die Notwendigkeit erübrigen, Daten aus operativen Systemen in separate KI-Systeme zu kopieren. Nach Angaben von NetApp senkt der Ansatz die Infrastrukturkosten um bis zu 80 Prozent und liefert eine bis zu zehnfach höhere Leistung im Vergleich zu konventionellen Verfahren; unabhängige Bestätigungen dieser Werte liegen nicht vor.
„DataPelago wurde gegründet, um Datenverarbeitungsengpässe zu beseitigen, die das Potenzial von KI-Innovation einschränken“, erklärte Rajan Goyal, Gründer und Chief Executive Officer von DataPelago. Mit NetApp lasse sich die Plattform künftig mit einem breiteren Dateninfrastrukturportfolio kombinieren. Viele Unternehmen hätten zwar in GPUs und KI-Modelle investiert, ihre Daten blieben jedoch häufig fragmentiert, sodass Rechenressourcen nicht vollständig genutzt würden.
Syam Nair, Chief Product Officer bei NetApp, ordnete die Übernahme in die Datenstrategie des Unternehmens ein: Die Nucleus-Engine bringe softwarebasierte Beschleunigung direkt in die Speicherschicht und ermögliche es Unternehmen, ihre Daten für KI aufzubereiten und zu nutzen, ohne sie zu verschieben. NetApp verwalte nach eigenen Angaben mehr Unternehmensdaten in mehr Umgebungen als andere Anbieter der Branche.
Nach Abschluss der Transaktion wird DataPelago als hundertprozentige Tochtergesellschaft von NetApp weitergeführt. Die Übernahme reiht sich nach Darstellung von NetApp in eine Serie von Partnerschaften ein, die das Unternehmen zuletzt unter anderem mit Cisco, Google Cloud, Red Hat und SK Telecom eingegangen ist.
Der Zukauf fällt in eine Phase, in der mehrere Speicheranbieter versuchen, Rechenfunktionen näher an die Daten zu bringen, um den Transport großer Datenmengen zwischen Storage- und Compute-Systemen zu reduzieren. Für Unternehmenskunden, die KI-Projekte auf Basis bestehender Speicherinfrastruktur planen, könnte dies bedeuten, dass sich Datenaufbereitung und Modelltraining künftig enger mit dem vorhandenen Storage-Bestand verzahnen lassen, ohne dass zusätzliche Kopiervorgänge oder separate Compute-Cluster erforderlich sind.
Wie sich die Integration von DataPelago in das bestehende NetApp-Portfolio konkret gestaltet und ab wann die Technologie für Bestandskunden verfügbar sein wird, ließ das Unternehmen zum Zeitpunkt der Ankündigung offen. Details zu Produktintegration, Preisgestaltung und Zeitplan will NetApp nach eigenen Angaben zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben. Für den Channel dürfte insbesondere relevant sein, wie sich die neuen Funktionen in bestehende Vertriebs- und Lizenzmodelle einfügen lassen.
Nach dem Abschluss der Übernahme soll DataPelago als Tochtergesellschaft in NetApp integriert werden. Konkrete Angaben zu Zeitplan und Produktintegration stehen noch aus; weitere Details will NetApp zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.
Carolina Heyder ist Business Analyst und Moderatorin. Sie verfügt über langjährige Expertise über den deutschen und internationalen IT Markt.. Sie verfügt über langjährige Erfahrung in renommierten Verlagshäusern wie WEKA-Fachmedien, Springer und Aspencore. Ob Text fürs Web oder Print, Audio oder Video. Am Laptop, vor dem Mikrofon oder der Kamera. Ob in Deutsch, Englisch oder Spanisch, Carolina Heyder ist in der IT-Welt Zuhause. Ihre Themenschwerpunkte sind Cybersecurity, Digitale Transformation, Nachhaltigkeit, Storage u. a.
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