Eine neue Forrester Opportunity Snapshot, im Auftrag von USU, zeigt auf, wie Tool-Sprawl, Sichtbarkeitslücken und manuelle Prozesse moderne IT-Operationen behindern.

In einer Zeit zunehmend komplexer IT-Landschaften stoßen traditionelle Monitoring-Ansätze an ihre Grenzen. Laut einer aktuellen Forrester-Studie im Auftrag von USU setzen die meisten Organisationen auf mehrere Tools, die bei grundlegenden Aufgaben gut abschneiden, jedoch die einheitliche Sichtbarkeit und handlungsrelevante Intelligenz vermissen lassen, die für heutige hybride, Multicloud- und KI-gestützte Umgebungen erforderlich sind.

Die anhaltende Herausforderung durch Tool-Sprawl und Fragmentierung

Die Studie, basierend auf einer Umfrage unter 423 IT-Entscheidungsträgern in den USA und Europa, zeigt, dass 83 % der Organisationen drei oder mehr Monitoring-Tools einsetzen. Viele betreiben ein gemischtes Modell aus selbst verwalteten und SaaS-basierten Lösungen (37 %). Obwohl dieser geschichtete Ansatz bei der Bewältigung wachsender Komplexität geholfen hat, hat er auch fragmentierte Umgebungen geschaffen, in denen Verantwortlichkeiten, Datenflüsse und Service-Auswirkungen nur unzureichend verbunden sind.

Laut dem Bericht haben sich hybride Strukturen eher aus der Notwendigkeit als durch strategische Planung entwickelt. Infolgedessen sehen sich IT-Teams mit erheblichen betrieblichen Reibungsverlusten konfrontiert. Sichtbarkeitslücken in hybriden Umgebungen stellen für 42 % der Befragten eine große Herausforderung dar und tragen direkt zu langsamer Problemerkennung und Root-Cause-Analyse (41 %) bei. Zudem haben 35 % Schwierigkeiten, ihr Monitoring mit wachsenden Umgebungen zu skalieren.

Aktuelle Tools: Stark bei Basics, schwach bei strategischen Anforderungen

Monitoring-Tools funktionieren gut bei grundlegenden Aufgaben. 83 % der Befragten bewerteten ihre Tools als effektiv oder sehr effektiv bei der Erkennung von Problemen, bevor diese Benutzer beeinträchtigen. 82 % lobten die Unterstützung des täglichen IT-Betriebs und 81 % die Aufrechterhaltung geschäftskritischer Services.

Allerdings sinkt die Effektivität bei fortgeschrittenen Anforderungen deutlich. Nur 63 % gaben an, eine klare einheitliche Sicht über Systeme und Umgebungen hinweg zu haben, und lediglich 59 % fühlten sich bei KI-gestützten oder datenintensiven Workloads ausreichend unterstützt. Diese Defizite verdeutlichen eine kritische Lücke, während sich Organisationen auf anspruchsvollere Architekturen vorbereiten.

Die Befragten nannten hohen Wartungsaufwand (45 %), begrenzte Sichtbarkeit (42 %) und langsame Root-Cause-Analyse als zentrale Schmerzpunkte. Die Verwaltung dieser Tools erfordert häufig spezialisierte Fähigkeiten (64 % Zustimmung) und zeitaufwändige Upgrades (62 %), was Kosten schwerer vorhersehbar und kontrollierbar macht.

Der Wandel hin zu intelligenterer Incident-Intelligence

Organisationen fordern nicht einfach mehr Daten. Stattdessen priorisieren sie Kontext und Einblicke. Bei der Lösung kritischer servicebeeinträchtigender Vorfälle schätzten 42 % klares Abhängigkeitsmapping über Anwendungen, Infrastruktur und Drittanbieter-Services, während 41 % eine schnellere Root-Cause-Identifikation wünschten.

Dies spiegelt eine breitere Marktentwicklung hin zu Monitoring-Modellen wider, die den operativen Aufwand verringern, Klarheit schaffen und die Problemlösung beschleunigen. Wichtige gewünschte Ergebnisse für Next-Generation-Plattformen sind schnellere Problemlösung (62 %), verbesserte Service-Zuverlässigkeit (60 %) und reduzierter operativer Aufwand (48 %).

Fazit: Zeit für die Modernisierung

Das traditionelle Monitoring hat seine Grenzen erreicht. Die Forrester-Studie unterstreicht die Notwendigkeit von Lösungen, die Service-Level-Kontext, Abhängigkeits-Einblicke und intelligente Automatisierung in komplexen IT-Umgebungen liefern. Durch die Einführung smarterer Ansätze können Organisationen von reaktiver Brandbekämpfung zu proaktiven, resilienten Operationen wechseln, die geschäftliche Agilität im KI-Zeitalter unterstützen.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

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