Oracle und Amazon Web Services haben ihre langfristige strategische Zusammenarbeit erweitert, um die Migration von Kunden zu Oracle AI Database@AWS zu beschleunigen. Zugleich ist der Oracle Exadata Database Service on Exascale Infrastructure allgemein verfügbar und macht Exadata-Leistung in 22 AWS-Regionen zugänglich.
Oracle und Amazon Web Services (AWS) haben ihre langjährige strategische Zusammenarbeit ausgeweitet. Im Zentrum der neuen Vereinbarung steht laut Unternehmensangaben eine beschleunigte Migration von Kunden zu Oracle AI Database@AWS. Parallel dazu ist der „Oracle Exadata Database Service on Exascale Infrastructure“ jetzt allgemein verfügbar und bringt die Leistungsklasse von Exadata mit einem nutzungsabhängigen Preismodell auch zu kleineren und mittleren Unternehmen.
Nach Angaben von Oracle steht Oracle AI Database@AWS inzwischen in 22 AWS-Regionen in Asien-Pazifik, Europa und Amerika zur Verfügung. Nathan Thomas, Senior Vice President für Produktmanagement bei Oracle, erklärte, ein Jahr nach der allgemeinen Verfügbarkeit setzten Kunden bereits geschäftskritische Workloads auf dem Angebot ein. Dies zeige, dass Unternehmen einen einfacheren und kostengünstigeren Weg suchten, ihre Oracle-Workloads in AWS-Umgebungen zu modernisieren.
Ganapathy Krishnamoorthy, Vice President für Datenbankdienste bei AWS, verwies auf den Mehrwert, den Kunden erzielten, wenn Oracle-AI-Database-Workloads direkt neben AWS-Analyse- und KI-Diensten liefen.
Exadata-Leistung für ein breiteres Kundenspektrum
Der Exadata Database Service auf Exascale-Infrastruktur erlaubt es Kunden, die benötigte Rechen- und Speicherkapazität selbst festzulegen. Jede Datenbank wird auf gepoolte Speicherserver verteilt, wodurch laut Oracle keine dedizierten Datenbank- und Speicherserver mehr bereitgestellt werden müssen – das soll die Wirtschaftlichkeit von Exadata auch für kleinere Datenbanken und mehrregionale Hochverfügbarkeitsszenarien praktikabel machen. Mit „Instant Thin Cloning“ können Kunden zudem schnell Datenbankkopien für Entwicklung und Tests erstellen, ohne Speicherplatz zu duplizieren.
Die erweiterte Exadata-Basis soll zudem KI-Workloads unterstützen. Die Oracle AI Database bringt KI-Funktionen direkt an die Unternehmensdaten der Kunden, ohne dass diese verschoben oder dupliziert werden müssen. Über Oracle AI Vector Search können Kunden relevante Informationen basierend auf Bedeutung und Kontext auffinden.
Erweiterte Kooperationsvereinbarung soll Migration beschleunigen
Im Rahmen der neuen langfristigen Vereinbarung wollen Oracle und AWS weiter in Oracle AI Database@AWS investieren und Migration sowie Einführung bei Kunden beschleunigen. Für Kunden bedeute dies laut Oracle einen schnelleren und risikoärmeren Weg, zentrale Workloads auf Oracle AI Database@AWS neben bereits genutzten AWS-Diensten zu betreiben.
Auch Partnerunternehmen sind beteiligt: Qualifizierte Mitglieder des AWS Partner Network und des Oracle Partner Network können Oracle AI Database@AWS über „AWS Channel Partner Private Offers“ weiterverkaufen, MSP-Partner können Managed Services im Kundenauftrag bereitstellen. Der „Oracle Migration Accelerator“ soll Migrationsdienstleistungen mitfinanzieren.
Deloitte gehört zu den Partnern, die laut eigenen Angaben Branchenerfahrung und KI-Fachkräfte aus ihren Oracle- und AWS-Praktiken einbringen. Kashif Rahamatullah, Principal bei Deloitte Consulting LLP, sagte, die Dynamik hinter Oracle Database@AWS zeige, dass Unternehmen auf bewährte Partnerschaften setzten, um Komplexität zu bewältigen und Cloud-Innovation voranzutreiben.
Neue Funktionen aus dem vergangenen Jahr
Oracle und AWS verweisen zudem auf mehrere Funktionserweiterungen der vergangenen zwölf Monate: Oracle Autonomous AI Database Serverless ist mittlerweile allgemein verfügbar und ermöglicht laut Oracle vollständig verwaltete Datenbanken ohne eigene Infrastrukturbereitstellung. Durch AWS High Performance Networking und aktualisierte Bereitstellungsrichtlinien erreicht die Round-Trip-Latenz zwischen Anwendung und Datenbank nach Unternehmensangaben nur noch 165 Mikrosekunden. Das soll vor allem latenzempfindlichen Workloads wie OLTP-Systemen, ERP-Anwendungen und KI-gestützten Betriebsanwendungen zugutekommen.
Weitere Neuerungen sind laut Oracle die engere Anbindung an AWS-Dienste wie Amazon Bedrock, Amazon Quick und Amazon SageMaker, eine Zero-ETL-Integration mit Amazon Redshift, von Oracle verwaltete Backups in Amazon S3 sowie Überwachung über Amazon CloudWatch. Unterstützung für die „Platinum Oracle Maximum Availability Architecture“ soll zudem Ausfallsicherheit und Anwendungsleistung bei geschäftskritischen Workloads verbessern.

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM.
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