Das Marktforschungsunternehmen Gartner rechnet für 2026 mit weltweiten KI-Ausgaben von 2,7 Billionen US-Dollar. Treiber sind laut Unternehmensangaben massive Investitionen in KI-Infrastruktur sowie die zunehmende Einbettung von KI-Funktionen in bestehende Unternehmenssoftware.

Nach einer aktuellen Prognose von Gartner, Inc. werden die weltweiten Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) im Jahr 2026 voraussichtlich 2,7 Billionen US-Dollar erreichen. Das entspricht laut Unternehmensangaben einem Anstieg von 49,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wie das auf Business- und Technologie-Insights spezialisierte Analystenhaus am 16. September 2026 in Stamford, Connecticut, mitteilte, treiben zwei parallele Entwicklungen das Ausgabenwachstum auf ein bislang nicht erreichtes Niveau: massive Investitionen in KI-Infrastruktur sowie die zunehmende Einbettung von KI-Funktionen in bestehende Software und Services.

„Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur – darunter KI-optimierte IaaS-Angebote, KI-optimierte Server, KI-Netzwerk-Fabrics sowie KI-Prozessor-Halbleiter und -Geräte – zur Unterstützung erwarteter künftiger Workloads bleibt stark und reagiert kaum auf den Preisdruck durch steigende Speicherkosten“, sagte John-David Lovelock, Distinguished VP Analyst bei Gartner, laut Unternehmensangaben. Der Ausbau von KI-Rechenzentrumskapazitäten sei das größte Infrastrukturprojekt, das die Menschheit je in Angriff genommen habe, so Lovelock weiter. Das Wachstum der Kapazitäten durch Hyperscaler und Serviceanbieter, die KI-optimierte Server beschaffen, bleibe demnach der größte einzelne Ausgabenposten.

Im Softwaremarkt betten Anbieter unterschiedlicher Softwarekategorien laut Gartner zunehmend agentenbasierte KI in ihre bestehenden Produkte ein, um ihre Marktposition zu behaupten und sich gegen neue, funktionsübergreifende KI-Agenten zu verteidigen. Generative KI (GenAI) befinde sich 2026 fest im „Tal der Enttäuschungen“ des Gartner Hype Cycle. Unternehmen nutzten daher verstärkt die einfacheren, in bestehende Softwarelösungen integrierten KI-Funktionen ihrer etablierten Anbieter, um die operative Effizienz zu steigern, Arbeitsabläufe zu automatisieren, das Kundenengagement zu verbessern und Entscheidungsprozesse zu unterstützen.

Der größte Ausgabenblock bleibt laut Gartner-Prognose die KI-Infrastruktur, die von 981,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 1,484 Billionen US-Dollar im Jahr 2026 und 1,978 Billionen US-Dollar im Jahr 2027 wachsen soll. Bei KI-Services rechnet Gartner mit einem Anstieg von 434,0 Milliarden auf 576,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026. Die Ausgaben für KI-Software sollen von 288,2 Milliarden auf 461,6 Milliarden US-Dollar steigen. Deutlich stärker fällt das prozentuale Wachstum bei kleineren Segmenten aus: Die Kategorie KI-Agenten und -Assistenten soll von 16,5 Milliarden auf 29,2 Milliarden US-Dollar wachsen, generative KI-Modelle von 13,0 Milliarden auf 28,3 Milliarden US-Dollar.

Laut Lovelock wenden sich Unternehmen seltener an Serviceanbieter, um umfassende Geschäftstransformationen zu begleiten, und häufiger für kleinere, indirekte Projekte, mit denen sie KI-Funktionen ihrer bestehenden Software nutzen wollen. Risiken wie Anbieterbindung, Datensouveränität und unkontrollierte Kostenentwicklung hielten Käufer demnach nicht vom Einsatz dieser proprietären Funktionen ab. Die Kombination aus Transformations- und indirekten Projekten werde bis 2030 ein Marktvolumen von 1,2 Billionen US-Dollar im Bereich KI-Services erschließen, so die Prognose.

Gegenüber der vorherigen Prognose hat Gartner die kurzfristigen Wachstumserwartungen für KI-Anwendungsentwicklungsplattformen von 28 auf 39 Prozent für 2026 angehoben, da Unternehmen, Softwareanbieter und Dienstleister verstärkt maßgeschneiderte KI-Anwendungen entwickeln wollen. Für Modellanbieter eröffnet der Druck zu kosteneffizienteren, praxisnahen Modellen zudem eine wachsende Nische für domänenspezifische Sprachmodelle (DSLMs). Die Wachstumsrate für generative KI-Modelle wurde entsprechend von 110 auf 117 Prozent angehoben. Langfristig hat Gartner zudem funktionsübergreifende KI-Agenten und -Assistenten aus der Kategorie KI-Software herausgelöst und Consumer-Agenten und -Assistenten neu in die Prognose aufgenommen, um die entstehende Marktchance in diesem Bereich sichtbarer zu machen. Detailliertere Zahlen zur Prognose bis 2030 stellt Gartner eigenen Kunden im Rahmen des Berichts „Forecast: AI Spending, Worldwide, 2025-2030, 2Q26″ zur Verfügung.

Tabelle 1: Weltweite KI-Ausgaben nach Markt, 2025–2027 (in Millionen US-Dollar)

Markt 2025 2026 2027
AI Services / KI-Services / Servicios de IA 434.046 576.481 745.655
AI Cybersecurity / KI-Cybersicherheit / Ciberseguridad de IA 25.920 51.347 85.997
AI Software / KI-Software / Software de IA 288.168 461.637 656.353
AI Agents and Assistants / KI-Agenten und -Assistenten / Agentes y asistentes de IA 16.481 29.219 65.472
Generative AI Models / Generative KI-Modelle / Modelos de IA generativa 13.021 28.266 51.620
AI Platforms for Data Science and ML / KI-Plattformen für Data Science und ML / Plataformas de IA para ciencia de datos y ML 19.405 26.445 35.552
AI Application Development Platforms / KI-Anwendungsentwicklungsplattformen / Plataformas de desarrollo de aplicaciones de IA 6.885 9.541 12.478
AI Data / KI-Daten / Datos de IA 826 3.126 6.480
AI Infrastructure / KI-Infrastruktur / Infraestructura de IA 981.920 1.484.397 1.977.685
Total AI Spending / KI-Ausgaben gesamt / Gasto total en IA 1.786.671 2.670.460 3.637.292

Gartner geht davon aus, dass sich der Trend zur Einbettung von KI-Funktionen in bestehende Unternehmenssoftware in den kommenden Jahren fortsetzt, während der Ausbau der KI-Infrastruktur der größte Einzelposten der weltweiten IT-Ausgaben bleibt. Bis 2027 sollen die globalen KI-Ausgaben auf 3,637 Billionen US-Dollar steigen.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

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