Eine globale Cloudera-Studie zeigt, dass Infrastruktur- und Governance-Defizite die KI-Strategien von Telekommunikationsunternehmen ausbremsen, obwohl die meisten Führungskräfte über eine klare Datenstrategie verfügen.
Eine neue Studie von Cloudera zeigt erhebliche Lücken im Datenzugriff und in der Datenverwaltung von Telekommunikationsunternehmen. Der „Telecommunications Data Readiness Index 2026“ wurde von Cloudera in Auftrag gegeben und von Researchscape durchgeführt. Befragt wurden 191 IT-Führungskräfte aus dem Telekommunikationssektor, ausgewählt aus einer globalen Stichprobe von 1.270 IT-Führungskräften aus Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern in den Regionen AMER, EMEA und APAC. Die Erhebung lief vom 22. Januar bis zum 3. März 2026.
Laut der Studie berichten 90 Prozent der befragten Führungskräfte, dass Probleme mit der Infrastrukturleistung ihre operativen Ziele eingeschränkt haben. Gleichzeitig zeigt sich ein Widerspruch in der Selbstwahrnehmung der Unternehmen: 89 Prozent geben an, vollständige Transparenz über den Speicherort ihrer Daten zu haben. Dennoch räumen 60 Prozent ein, dass sie nicht auf die Daten zugreifen können, die für ihre strategischen Initiativen tatsächlich benötigt werden.
Diese Diskrepanz wird durch Governance-Defizite verstärkt. Nur 33 Prozent der Unternehmen verfügen demnach über vollständig verwaltete Daten. Fast ein Viertel der Befragten, 22 Prozent, gibt an, dass Probleme mit der Datenqualität zu einer geringen Rendite ihrer KI- und Analyseinitiativen geführt haben.
Der Hintergrund: Der weltweite Ausbau von 5G-Netzen und der Wandel hin zu softwaredefinierten Netzwerken erzeugen laut Cloudera enorme Mengen an Netzwerk- und Nutzerdaten. Künstliche Intelligenz gilt in der Branche als zentrales Werkzeug, um Netzwerke zu optimieren und neue Umsatzquellen zu erschließen. Die Studie deutet jedoch darauf hin, dass viele Unternehmen organisatorisch noch nicht in der Lage sind, diese Datenmengen entsprechend zu nutzen.
Trotz der genannten Hürden sieht die Studie eine Grundlage für strategische Fortschritte. 91 Prozent der befragten Unternehmen geben an, über eine klar definierte Datenstrategie zu verfügen, die mit den übergeordneten Geschäftszielen verknüpft ist. 93 Prozent der Befragten berichten zudem, dass die Führungsebene den Aufbau der notwendigen Infrastruktur für einen großflächigen KI-Einsatz zur Priorität erklärt habe.
Athul Prasad, Global Director, AI Industry Solutions Telecoms, Media & Entertainment bei Cloudera, kommentierte die Ergebnisse: Die zentrale Herausforderung für Telekommunikationsunternehmen bestehe darin, wahrgenommene Leistungsfähigkeit durch eine konsistente, praxisnahe Umsetzung zu ersetzen. Netzwerkdaten seien vom Umfang her immens und häufig durch regulatorische Vorgaben eingeschränkt, weshalb eine vollständige Verlagerung in die Public Cloud unpraktisch und kostenintensiv sei. Wer den Wert von KI ausschöpfen wolle, müsse sie direkt in die Daten integrieren.
Cloudera empfiehlt Telekommunikationsunternehmen vor diesem Hintergrund den Aufbau einheitlicher und vertrauenswürdiger Datenökosysteme, die Echtzeit-Analysen in großem Maßstab ermöglichen. Weitere Einblicke in den Data Readiness Index 2026 sind für die Konferenz DTW Ignite vom 23. bis 25. Juni in Kopenhagen angekündigt.

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM.
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