Tobias Wurm, Head of Sales and Business Units amexus
Der IT-Dienstleister amexus und der Value Added Distributor ADN haben ihre langjährige Zusammenarbeit von klassischen Modern-Workplace-Projekten auf den Bereich Data & AI ausgeweitet. Ein Referenzprojekt beim Schraubengroßhändler Fastbolt zeigt, wie aus dieser Partnerschaft ein zentrales Data Warehouse auf Basis von Microsoft Fabric entstanden ist.

Digitale Technologien entwickeln sich derzeit rasant weiter, was viele Unternehmen vor die Aufgabe stellt, ihre IT-Landschaften stabil und zugleich anpassungsfähig zu halten. Das betrifft Cloud-Architekturen ebenso wie Datenplattformen und KI-gestützte Analysemodelle. IT-Dienstleister müssen ihre Expertise dafür kontinuierlich erweitern, was die Rolle von Value Added Distributoren wie ADN im Channel stärkt.

Die Zusammenarbeit zwischen ADN und der amexus Informationstechnik GmbH & Co. KG aus Ahaus begann im Bereich Modern Workplace und hat sich seither zu einer fortlaufenden Kooperation im Feld Data & AI entwickelt. amexus realisiert heute Datenplattformen und Fabric-Lösungen für mittelständische Unternehmen, während ADN technische Expertise und strategische Einschätzungen einbringt. Tobias Wurm, Head of Sales and Business Units bei amexus, beschreibt den Nutzen dieser Rollenverteilung: Der kontinuierliche Austausch mit ADN und deren fundierte Empfehlungen würden helfen, die eigene Kompetenz im Umfeld von Datenplattformen und KI stetig zu stärken und Projekte effizienter umzusetzen.

Wie sich diese Zusammenarbeit konkret auswirkt, zeigt das Projekt bei der Fastbolt Schraubengroßhandels GmbH aus Gronau in Westfalen. Das Unternehmen arbeitete lange mit einer historisch gewachsenen Datenlandschaft, in der sich Informationen aus Einkauf, Logistik und Qualitätsmanagement nur mit hohem Aufwand zusammenführen ließen. Um diese Strukturen zu modernisieren und eine konsistente Entscheidungsgrundlage zu schaffen, beauftragte Fastbolt amexus mit dem Aufbau eines zentralen Data Warehouses auf Basis von Microsoft Fabric.

Die Daten werden seither nach dem sogenannten Medallion-Schema verarbeitet, das in drei Schichten gegliedert ist: Bronze, Silver und Gold. In der Bronze-Schicht werden Rohdaten unverändert gesammelt, in der Silver-Schicht bereinigt und harmonisiert und schließlich in der Gold-Schicht so modelliert, dass eine belastbare und skalierbare Informationsgrundlage für strategische Entscheidungen entsteht. Auf dieser Struktur sollen künftig das operative Reporting und Power-BI-Analysen aufbauen; weitere Erweiterungen wie Advanced Analytics sind schrittweise vorgesehen.

Daniel Hirtzbruch, Projektleiter bei Fastbolt, ordnet das Projekt aus Kundensicht ein: Mit Microsoft Fabric und dem neuen Data Warehouse sei eine einheitliche Datenplattform entstanden, die schnellere Analysen und transparentere Entscheidungen ermögliche und die Basis für künftige datengetriebene Vorhaben lege.

Das Beispiel verweist auf eine grundsätzliche Entwicklung im Channel: Angesichts der Komplexität moderner IT-Landschaften benötigen Unternehmen Dienstleister, die ihre Geschäftsprozesse verstehen, während diese Dienstleister wiederum auf Value Added Distributoren wie ADN angewiesen sind, um technologisch auf aktuellem Stand zu bleiben. Hersteller wie Microsoft stellen die zugrunde liegenden Plattformen bereit; die praktische Umsetzung tragfähiger Daten- und KI-Strategien entsteht jedoch erst im Zusammenspiel von IT-Dienstleister und Distributor.

Für mittelständische Unternehmen wie Fastbolt liegt der Mehrwert eines solchen Modells vor allem in der schrittweisen Herangehensweise: Statt einer einmaligen, umfassenden Systemablösung wird die Datenarchitektur in klar abgegrenzten Phasen aufgebaut, die sich an konkreten Geschäftsanforderungen orientieren. Gleichzeitig bleibt die Architektur offen für künftige Anwendungsfälle, etwa im Bereich vorausschauender Analysen, ohne dass die bestehende Datenbasis neu aufgesetzt werden müsste.

Aus Sicht von ADN und amexus steht das Fastbolt-Projekt exemplarisch für vergleichbare Vorhaben im deutschen Mittelstand, in denen historisch gewachsene IT-Strukturen schrittweise durch cloudbasierte Datenplattformen ersetzt werden. Beide Partner gehen davon aus, dass die Nachfrage nach solchen Modernisierungsprojekten angesichts wachsender Datenmengen und zunehmender regulatorischer Anforderungen weiter zunehmen wird.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

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