Mit der Einführung von Wi-Fi 7 und 6E im Borussia-Park schafft Borussia Mönchengladbach eine Netzwerkbasis, die Spieltagsbetrieb, Gästekonnektivität und künftige digitale Dienste auf einer gemeinsamen Infrastruktur vereint. Im Mittelpunkt steht die Zusammenführung von Sprach-, Betriebs- und Gastdatenverkehr in einem einheitlichen, KI-gestützten System.

Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach hat die Netzwerkinfrastruktur im Borussia-Park grundlegend erneuert. In Zusammenarbeit mit Extreme Networks, Inc. (Nasdaq: EXTR) wurden Wi-Fi 7- und Wi-Fi-6E-Zugangspunkte im gesamten Stadionkomplex installiert. Das neue System soll eine schnelle, stabile und weiträumige Konnektivität an Spieltagen und darüber hinaus gewährleisten.

 

Ein Campus, ein Netzwerk

Der Borussia-Park umfasst weit mehr als das Bundesliga-Stadion mit seinen über 54.000 Plätzen. Zum Campus gehören das vereinseigene Hotel Borussia-8-Grad, mehrere Trainingsplätze, Einzelhandels-, Gesundheits-, Büro- und Hospitality-Flächen sowie die FohlenWelt, das offizielle Vereinsmuseum. All diese Bereiche sind nun über das einheitliche Netzwerk von Extreme Networks verbunden.

 

Mit der neuen Infrastruktur hat der Verein Sprach-, Betriebs- und Gastdatenverkehr auf einer gemeinsamen Plattform zusammengeführt. Bisher getrennt betriebene Systeme laufen damit über dasselbe Netzwerk. Für das IT-Team bedeutet das weniger administrative Aufwände und eine zentrale Steuerung unterschiedlicher Dienste.

 

Spieltagsbetrieb im Fokus

Konkret kommen Zugangspunkte der Modellreihen Extreme 4020, 5020, 4060 sowie 5050U/D zum Einsatz, die das 6-GHz-Band nach Wi-Fi 6E und Wi-Fi 7 nutzen. Diese Technologien bieten gegenüber älteren Standards deutlich höhere Datenraten sowie eine geringere Latenz bei hoher Gerätedichte. In einem ausverkauften Stadion mit zehntausenden gleichzeitig aktiven Mobilgeräten sind das relevante Kenngrößen.

 

Die Infrastruktur unterstützt Anwendungen wie Mobile Ticketing und bargeldloses Bezahlen an den Verkaufsständen, aber auch In-Venue-Audio- und -Videosysteme sowie Livestreaming-Dienste. Hinzu kommt ein separates Gast-WLAN, das Besuchern kostenlosen Internetzugang im Stadion ermöglicht, ohne den internen Betriebsdatenverkehr zu beeinträchtigen.

 

Frank Fleissgarten, CIO/CSO der Borussia VfL 1900 Mönchengladbach GmbH, erläutert die Anforderungen: „Um Tausende Fans bei jedem Heimspiel sowie eine wachsende Zahl vernetzter Systeme zuverlässig zu unterstützen, benötigen wir eine leistungsfähige und verlässliche Netzwerkinfrastruktur. Extreme ermöglicht im Borussia-Park schnelle, resiliente Konnektivität und reibungslose Prozesse. So können wir zentrale Services von Zahlungssystemen über VIP-Hospitality-Angebote bis hin zu Zutrittskontrollen zuverlässig betreiben. Gleichzeitig bleibt die Infrastruktur flexibel skalierbar und bietet die Grundlage für die Einführung weiterer digitaler Angebote.“

 

KI-gestützte Netzwerkverwaltung

Ein zentrales Element der Lösung ist die Integration von KI-gestützten Analyse- und Automatisierungsfunktionen. Über eine cloudbasierte Verwaltungsplattform erhält das IT-Team des Vereins Echtzeit-Transparenz über den Netzwerkzustand, automatisierte Fehlerdiagnosen und datenbasierte Auswertungen. Das soll den Betriebsaufwand reduzieren und Probleme erkennen, bevor sie den laufenden Betrieb beeinträchtigen.

 

Durch die Konvergenz von kabelgebundenem Netzwerk (Wired), Wireless-Infrastruktur und Cloud-Management auf einer Plattform entsteht laut Hersteller ein einheitlicher Blick auf alle Netzwerksegmente. Systemadministratoren können Kommunikationsdienste, Bestandssysteme und Sicherheitsfunktionen über ein gemeinsames Interface steuern.

 

Vorbereitung auf künftige Anwendungen

Der Verein betrachtet die neue Infrastruktur nicht als abgeschlossenes Projekt, sondern als Grundlage für weitere digitale Dienste. Konkret werden Smart-Parking-Systeme für Hotel und Stadion, eine E-Ladeinfrastruktur auf dem Gelände sowie biometrische Zugangs- und Servicefunktionen als mögliche Anwendungsszenarien genannt. Wann und in welchem Umfang diese realisiert werden, ist noch nicht kommuniziert worden.

 

Thomas Mehrfort, Head of Sports & Venues EMEA bei Extreme Networks, ordnet das Projekt strategisch ein: „Borussia Mönchengladbach entwickelt Stadion und Infrastruktur gezielt zu einem vielseitig nutzbaren Standort weiter – entsprechend wichtig wird eine leistungsfähige und stabile Konnektivität. Die Kombination aus moderner WLAN-Infrastruktur, Switching und zentralem Management verschafft dem Club eine skalierbare Netzwerkbasis, die Abläufe vereinfacht, digitale Fan-Erlebnisse im gesamten Stadion ermöglicht und die Grundlage für weitere Entwicklungen bildet.“

 

Marktkontext

Extreme Networks ist als Anbieter von Cloud-Netzwerklösungen an der US-amerikanischen Technologiebörse Nasdaq unter dem Kürzel EXTR notiert. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben in zahlreichen Sport- und Veranstaltungsstätten tätig. Die Partnerschaft mit Borussia Mönchengladbach reiht sich in eine wachsende Zahl ähnlicher Projekte im europäischen Profifußball ein, bei denen Vereine ihre Stadioninfrastruktur im Hinblick auf digitale Dienste und Fan-Erlebnisse modernisieren.

 

Technisch setzt das 6-GHz-Band, das Wi-Fi 6E und Wi-Fi 7 nutzen, auf bislang wenig genutzten Frequenzen auf, was insbesondere in Umgebungen mit hoher Gerätedichte Vorteile bietet. Gegenüber dem 2,4-GHz- und 5-GHz-Band stehen dort mehr und breitere Kanäle zur Verfügung, was Interferenzen reduziert und stabile Verbindungen bei vielen gleichzeitigen Nutzern ermöglicht.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

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