NetApp hat StorageGRID 12.1 vorgestellt, eine neue Version seiner Object-Storage-Plattform. Die Aktualisierung führt einen föderierten globalen Namespace ein und soll Unternehmen dabei helfen, wachsende Mengen unstrukturierter Daten für KI-Workloads, Data Lakes und objektbasierte Anwendungen bereitzustellen.
NetApp hat mit StorageGRID 12.1 eine neue Version seiner Object-Storage-Plattform veröffentlicht. Die Aktualisierung soll Unternehmen dabei unterstützen, KI-Workloads und andere moderne Anwendungen über einen föderierten globalen Namespace zu skalieren. Nach Angaben des Herstellers verbessert die neue Version den Zugriff auf Daten sowie deren Verarbeitung und Verwaltung in verteilten Umgebungen und richtet sich damit an KI-Datenpipelines, Data Lakes und objektbasierte Anwendungen.
Der Hersteller reagiert damit auf eine Entwicklung, die auch Marktbeobachter beschreiben: Laut dem Forrester-Bericht „Object Storage Solutions Landscape, Q1 2026″ verschiebt der Aufstieg generativer KI den Einsatz von Object Storage zunehmend in Richtung einer KI-optimierten Datenplattform – weg von der klassischen Rolle als skalierbarer, langlebiger Speicher für unstrukturierte Daten, Medien und Backups.
Sandeep Singh, Senior Vice President und General Manager Platform bei NetApp, begründet die Neuerungen mit dem Bedarf an einer Infrastruktur, die verteilte Objektdaten für Unternehmen nutzbar mache. StorageGRID 12.1 solle Kunden einen global einheitlichen Namespace bieten, um Daten in großem Maßstab zu verwalten und KI- sowie Analytics-Workloads zu beschleunigen, so Singh laut Unternehmensangaben.
Zu den zentralen Neuerungen von StorageGRID 12.1 zählt ein föderierter globaler Namespace, über den mehrere weltweit verteilte StorageGRID-Systeme mit einer Gesamtkapazität von bis zu 10 Exabyte in einem einzigen Namespace verwaltet werden können. NetApp zufolge lässt sich damit Skalierbarkeit erreichen, ohne bestehende Anwendungen oder Workflows anpassen zu müssen.
Bei Performance und Datenmanagement gibt NetApp abhängig von Workload und Objektgröße einen um bis zu 400 Prozent höheren Durchsatz gegenüber Version 12.0 an. Damit erreiche StorageGRID nun bis zu 12 Terabyte pro Sekunde an KI-Infrastrukturen. Neue Batch-Operationen sollen es ermöglichen, Vorgänge auf Milliarden von Objekten gleichzeitig auszuführen. Ergänzend dazu können KI-Agenten laut Hersteller Änderungen an Object-Storage-Buckets seit dem letzten Scan nachverfolgen, was den Aufbau von KI-Datenpipelines erleichtern soll.
Im Bereich Sicherheit und Governance nennt NetApp erweiterte Kontrollen für regulierte Umgebungen, darunter eine Multi-Admin-Verifizierung, die den Schutz von Daten bei gleichzeitiger Weiterentwicklung der Infrastruktur gewährleisten soll.
Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der NetApp von Forrester als Leader in der Studie „The Forrester Wave: Object Storage Solutions, Q2 2026″ eingestuft wurde – der ersten Wave-Bewertung des Analystenhauses für diesen Marktbereich. Laut Forrester verfüge NetApp über eine Vision einer Enterprise-Dateninfrastruktur, die auf hybride, Multicloud- und Sovereign-Anwendungsfälle ausgerichtet sei, und eigne sich für Unternehmen, die verteilte, regulierte Objektbestände verwalten und dabei Governance mit dem Bedarf an KI-nativen Storage-Services in Einklang bringen müssten.
StorageGRID ist Teil der NetApp-Datenplattform, die auf dem Storage-Betriebssystem ONTAP basiert und um die AI Data Engine sowie AFX für Automatisierungsfunktionen ergänzt wird. Das Unternehmen bezeichnet sein Konzept als disaggregiertes Design, das Storage, Services und Administration voneinander entkoppelt und Kunden damit größere Flexibilität bei der Modernisierung ihrer Infrastruktur bieten soll.
Für Unternehmenskunden dürfte vor allem relevant sein, wie sich die angekündigten Durchsatzwerte und die Namespace-Kapazität in produktiven Umgebungen mit heterogenen Workloads bewähren. NetApp nennt konkrete Kennzahlen wie die Zehn-Exabyte-Grenze für einen einzelnen Namespace und den auf bis zu 12 Terabyte pro Sekunde bezifferten Durchsatz; unabhängige Benchmarks dazu liegen bislang nicht vor.
Der Zeitpunkt der Veröffentlichung fällt in eine Phase, in der zahlreiche Storage-Anbieter ihre Portfolios stärker auf KI-Workloads ausrichten. Object Storage entwickelt sich dabei nach Einschätzung mehrerer Marktbeobachter von einer reinen Ablage für Backups und Archivdaten zu einer aktiveren Komponente in KI-Pipelines. Weitere technische Details zu StorageGRID 12.1 stellt NetApp auf seiner Website bereit.

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM.
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