NetApp hat JetStream Software übernommen, einen Spezialisten für Disaster Recovery und Workload-Migration in VMware-Umgebungen. Die Technologie soll Kunden dabei unterstützen, VMware-Workloads auch auf Storage-Systemen von Drittanbietern zu schützen und bei Bedarf auf NetApp-Plattformen wiederherzustellen.
NetApp (NASDAQ: NTAP) hat laut Unternehmensangaben die Übernahme von JetStream Software abgeschlossen. Jetstream mit Hauptsitz in San Jose, Kalifornien, und einer Tochtergesellschaft in Bangalore, Indien, ist auf Software für Disaster Recovery und die Migration von VMware-Workloads spezialisiert. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht veröffentlicht.
Viele Unternehmen setzen laut NetApp weiterhin auf VMware für geschäftskritische Anwendungen. Bei der Bewertung von Cloud-Strategien stehe häufig die Frage im Vordergrund, wie sich Workloads mit möglichst geringen Kosten, geringer Komplexität und minimalen Betriebsunterbrechungen verlagern lassen. Disaster Recovery diene dabei oft als erster Schritt; produktive Workloads folgten in vielen Fällen erst später, wenn sich die Cloud-Strategie eines Unternehmens weiterentwickelt habe.
NetApp-CEO George Kurian erklärte laut einer Mitteilung des Unternehmens, Daten seien die Grundlage für Unternehmenswachstum, KI-Innovation und operative Kontinuität. Die Integration von JetStream solle die Fähigkeit von NetApp erweitern, Kundendaten sicher, verfügbar und einsatzbereit zu halten. Das Unternehmen positioniere sich damit weiter im Bereich Unternehmensresilienz und Datenschutz.
Durch die JetStream-Technologie sollen Kunden künftig VMware-Umgebungen schützen können, die auf nahezu beliebigen Storage-Plattformen laufen, und diese auf NetApp-eigenen Storage-Angeboten wie Azure NetApp Files wiederherstellen.
Pravjit Tiwana, Senior Vice President und General Manager für Cloud Storage and Services bei NetApp, sagte laut Unternehmensangaben, Kunden wollten in die Cloud wechseln nach ihrem eigenen Zeitplan und nicht nach dem Zeitplan ihrer Infrastruktur. JetStream ermögliche es Kunden, mit Disaster Recovery zu beginnen und nahtlos zu produktiven Workloads in der Cloud überzugehen.
Der Zeitpunkt der Übernahme fällt in eine Phase, in der zahlreiche VMware-Kunden ihre Infrastrukturstrategie neu bewerten – unter anderem infolge veränderter Lizenzmodelle nach der Übernahme von VMware durch Broadcom im Jahr 2023. Anbieter von Storage- und Datenmanagement-Lösungen positionieren sich seither verstärkt mit Migrations- und Recovery-Werkzeugen für Unternehmen, die ihre VMware-Umgebungen absichern oder in Cloud-Infrastrukturen überführen wollen.
JetStream ergänzt laut NetApp die bestehende SnapMirror-Technologie des Unternehmens, die weiterhin die bevorzugte Replikationslösung für NetApp-Umgebungen bleibe. Durch die Kombination beider Technologien könne NetApp künftig sowohl bestehende NetApp-Installationen als auch die deutlich größere Basis an VMware-Umgebungen auf Storage-Systemen von Drittanbietern absichern.
Mit der Übernahme erweitert NetApp nach eigenen Angaben seine Möglichkeiten, Unternehmen beim Schutz von Anwendungen, bei der Beschleunigung von Cloud-Migrationen und bei der Modernisierung von Infrastrukturen zu unterstützen – bei gleichzeitiger Flexibilität für Kunden, das eigene Tempo zu bestimmen.
Tom Critser, Mitgründer und CEO von JetStream Software, erklärte, Kunden wünschten sich Lösungen, die eine Weiterentwicklung ihrer Umgebungen ermöglichten, ohne zusätzliche Komplexität zu schaffen. Der Zusammenschluss mit NetApp erlaube es JetStream, die eigene Technologie einer größeren Zahl von Organisationen weltweit anzubieten und mit den Datenservices und dem Cloud-Storage-Portfolio von NetApp zu kombinieren.
JetStream Software ist auf Cyber-Resilience-Technologie spezialisiert und richtet sich laut eigenen Angaben an Cloud-Service-Provider sowie Unternehmenskunden, die Workloads über Cloud- und Multi-Cloud-Infrastrukturen hinweg schützen und wiederherstellen wollen.

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM.
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