Das Düsseldorfer Unternehmen Rheinmetall veröffentlicht erstmals wesentliche Schnittstellenspezifikationen seiner digitalen Plattform Battlesuite als Open Source. Die Onboard API und die Tactical API stehen ab sofort auf GitHub zur Verfügung und sollen die Integration von Sensoren, Effektoren und Führungsanwendungen erleichtern.
Rheinmetall hat zentrale Schnittstellenspezifikationen seiner Softwareplattform Battlesuite als Open Source freigegeben. Die ersten beiden Komponenten der sogenannten Battlesuite Interface Collection – die Onboard API und die Tactical API – sind seit dem 9. September 2026 auf der Plattform GitHub öffentlich zugänglich.
Die Veröffentlichung stützt sich nach Angaben des Unternehmens auf Erfahrungen aus zahlreichen Entwicklungs- und Integrationsprojekten. Diese flossen in die Gestaltung der Schnittstellen ein und bilden die Grundlage für eine modulare Softwarearchitektur.
Timo Haas, Geschäftsführer der Division Digital Systems bei Rheinmetall, erklärte: „Die Battlesuite bildet die softwareseitige Grundlage für die Digitalisierungs- und Vernetzungsstrategie von Rheinmetall. Standardisierte Schnittstellen ermöglichen die effiziente Integration von Plattformen, Sensoren, Effektoren und Führungsanwendungen. Sie schaffen zudem die Voraussetzungen für modulare, interoperable und skalierbare Systeme.“
Die Battlesuite wird als herstellerunabhängige digitale Plattformlösung beschrieben. Sie soll Sensoren, Kameras, Drohnen und andere Hardware miteinander verbinden und sowohl für militärische Anwendungen als auch für den Schutz kritischer Infrastruktur sowie zivile Einsatzszenarien vorgesehen sein.
Mit der Interface Collection stellt Rheinmetall Industriepartnern, Forschungseinrichtungen und Kunden definierte Spezifikationen zur Verfügung. Softwarelösungen können so von Beginn an an die standardisierte, verteilte Architektur angepasst werden. Ziel ist es, den Integrationsaufwand zu reduzieren und die Entwicklung interoperabler Anwendungen zu unterstützen.
Ervin Kolenovic, Leiter Battlesuite in der Division Digital Systems, ergänzte: „Mit der Battlesuite setzt Rheinmetall das Konzept der softwaredefinierten Verteidigung um. Die Interface Collection erleichtert die Kombination von Systemkomponenten unabhängig vom Hersteller. Sie fördert die Wiederverwendbarkeit von Softwaremodulen über verschiedene Programme hinweg und die flexible Weiterentwicklung bestehender Systeme. Dadurch lassen sich Entwicklungszeiten verkürzen, Integrationsrisiken senken und die Einführung neuer Fähigkeiten beschleunigen.“
Die Schnittstellensammlung ist unter github.com/rheinmetall abrufbar. Rheinmetall Electronics GmbH, Teil des Konzerns, liefert seit Jahrzehnten Missionssysteme und Simulationslösungen für militärische, behördliche und zivile Kunden.
Mit der Freigabe der Onboard- und Tactical-API schafft Rheinmetall eine Grundlage für weitere offene Schnittstellen. Beobachter erwarten, dass Partner und Forschungseinrichtungen die Spezifikationen in den kommenden Monaten in eigene Projekte einbinden.

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM.
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