Künstliche Intelligenz im Einzelhandel kann helfen, Ladendiebstahl durch bessere Kommunikation zu verhindern.Artificial intelligence in retail can help prevent shoplifting through better communication.
Ladendiebstahl ist ein leidiges Thema, das für Unternehmen existenzbedrohend sein kann. Zwar ist die Situation in Deutschland noch nicht so gravierend wie in Kalifornien, wo Ladendiebstahl als „Petty Theft“ bis zu einer Schadenshöhe von 950 Dollar straffrei ist. Das für den Gesetzgeber völlig unerwartete Ergebnis war, dass viele Malls und Geschäfte schließen mussten, weil sie die Verluste durch Ladendiebstahl nicht mehr tragen konnten. Insbesondere in San Francisco, in der Touristengegend rund um den Union Square, hat inzwischen ein Großteil der Geschäfte geschlossen.

Inventurdifferenzen sind aber auch für den deutschen Einzelhandel ein großes Problem. Ein Großteil dieser Differenzen wird durch Ladendiebstahl verursacht. Laut einer aktuellen Studie des Handelsforschungsinstitut EHI sah sich der Einzelhandel im vergangenen Jahr mit Inventurdifferenzen in Höhe von 4,1 Milliarden Euro konfrontiert.

Damit ist das ohnehin schon sehr hohe Niveau in Deutschland zum zweiten Mal in Folge um 15 Prozent angestiegen. 2022 beliefen sich die Mindereinnahmen auf 3,73 Milliarden Euro. Besonders betroffen sind der Lebensmittel- und Bekleidungshandel sowie Drogeriemärkte. Als Auslöser nennt das Handelsforschungsinstitut vor allem den Fachkräftemangel und zunehmende finanzielle Nöte der Menschen.

Die Frage, wie Läden das Verschwinden von Waren am effektivsten unterbinden können, beschäftigt den Einzelhandel seit Langem. Gängige Maßnahmen sind Diebstahlschutz an den Waren, Überwachungskameras und der Einsatz von geschulten Sicherheitskräften. Vor allem ist es aber auch die Aufgabe des Verkaufspersonals, aufmerksam zu sein und bei auffälligem Verhalten einzuschreiten. Allerdings können Mitarbeiter im Einzelhandel das oft nicht leisten, ohne andere Aufgabenbereiche zu vernachlässigen.

Denn Ihre Hauptaufgabe liegt ja darin, Kunden zu beraten, wenn diese Fragen oder Anliegen haben, Regale zu befüllen, Bestellungen und Lieferungen abzuwickeln, und zu kassieren. Im normalen Alltag bleibt nur wenig Zeit, zusätzlich noch ein Auge auf potenzielle Ladendiebe zu werfen. Hinzu kommt, dass die Ladenüberwachung spezieller Mitarbeiterschulung bedarf.

KI entlastet Mitarbeiter

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz schafft hier Abhilfe. Mit der Integration von KI-Features in die Überwachungskameras im Laden und die direkte Anbindung an die Kommunikationslösung der Mitarbeiter bieten die kabellosen Kopfhörer x-hoppers von Wildix einen Weg, bis zu 60 Prozent der Ladendiebstähle im Einzelhandel zu verhindern.

Mit Hilfe von KI erkennen die Kameras Bewegungsmuster der Kunden. Sobald sie verdächtiges Verhalten feststellen, informiert das System die Mitarbeiter über ihre Headsets. Diese Benachrichtigung enthält auch den Ort des Geschehens, sodass Mitarbeiter entscheiden können, ob sie direkt eingreifen oder beispielsweise eine mündliche Warnung über die Lautsprecheranlage im Laden aussprechen möchten. Die Vorgehensweise ist flexibel an die Umstände jedes Vorfalls anpassbar.

Das System lernt zudem mit. Wird fälschlicherweise eine bestimmte Bewegung als verdächtig eingestuft, wenn ein Kunde beispielsweise einen Gegenstand aus seiner Tasche herausnimmt, statt ihn darin verschwinden zu lassen, kann die KI entsprechend weitertrainiert werden und löst beim nächsten Mal keinen Alert mehr aus.

Eine Lösung für viele Probleme

Die Lösung ist effizienter als bisherige Ansätze und verfügt gleich über mehrere Benefits: Mitarbeiter müssen nicht proaktiv mehrere Kameras im Blick behalten, sondern können sich auf andere Aufgaben konzentrieren, bis ein Alert ausgelöst wird. Ferner ist kein dezidiertes Sicherheitspersonal mehr nötig. Außerdem übernimmt die KI die Analyse der Kameradaten. Damit sparen Händler nicht nur zeitliche, sondern auch personelle Ressourcen, denn zum einen werden weniger Mitarbeiter benötigt, zum anderen müssen diese nicht speziell geschult sein. Vor allem in Zeiten des Fachkräftemangels ist dies ein willkommener Vorteil.

Der Datenschutz spielt bei Videoüberwachung natürlich eine zentrale Rolle. Wenn bereits vor Einbindung der neuen KI andere Kameras im Verkaufsraum genutzt werden, sind keine zusätzlichen Schritte nötig. Werden die Kameras neu installiert, muss ein gut erkennbarer Hinweis platziert werden, dass die Ladenfläche kameraüberwacht wird. Die Lösung ist damit DSGVO-konform.

Die Analyse von Bewegungsmustern, um Ladendiebstähle zu verhindern, ist nur einer von vielen Anwendungsfällen. Die KI kann auch darauf trainiert werden, medizinische Notfälle zu erkennen und Hilfe zu rufen – durch Mitarbeiter oder einen Notruf. Grundsätzlich kann die Lösung jede Art von Bewegungsmuster erkennen und ist somit universell einsetzbar.

Shoplifting is an annoying problem that can threaten a company’s existence. In Germany, the situation is not yet as serious as in California, where shoplifters will not be punished as „petty theft“ up to a loss of $950. The result, which was completely unexpected by the legislature, was that many malls and stores had to close because they could no longer bear the losses caused by shoplifting. In San Francisco, especially in the tourist area around Union Square, most of the stores have now closed.

But inventory discrepancies are also a major problem for German retailers. Much of this discrepancy is caused by shoplifting. According to a recent study by the retail research institute EHI, retailers were confronted with inventory discrepancies amounting to 4.1 billion euros last year.

This means that the already very high level in Germany rose by 15 percent for the second year in a row. In 2022, the shortfall in sales amounted to 3.73 billion euros. Food and clothing retailers as well as drugstores are particularly affected. The retail research institute cites the shortage of skilled workers and people’s increasing financial difficulties as the main triggers.

The question of how stores can most effectively prevent goods from disappearing has long been a concern for retailers. Common measures include anti-theft devices, surveillance cameras, and trained security personnel. Most importantly, it is the responsibility of the store associate to be vigilant and intervene in the event of suspicious behavior. However, retail employees are often unable to do this without neglecting other areas of responsibility.

After all, their main job is to help customers with their questions and concerns, stock shelves, process orders and deliveries, and ring up the cash. This leaves little time to keep an eye out for potential shoplifters. What’s more, store surveillance requires special training for employees.

AI relieves the burden on employees

Artificial intelligence can help. By integrating AI capabilities into in-store surveillance cameras and connecting them directly to the employee communication solution, Wildix’s x-hoppers wireless headphones offer a way to prevent up to 60 percent of retail shoplifting.

The cameras use AI to detect customer movement patterns. As soon as they detect suspicious behavior, the system notifies employees via their headsets. This notification also includes the location of the incident, so that employees can decide whether to intervene directly or, for example, issue a verbal warning over the store’s public address system. The procedure can be flexibly adapted to the circumstances of each incident.

The system also learns. For example, if a customer takes an item out of his or her bag instead of putting it away, the AI can be trained to not trigger an alert the next time.

One solution to many problems

The solution is more efficient than previous approaches and has several advantages: employees do not have to proactively keep an eye on multiple cameras, but can focus on other tasks until an alert is triggered. It also eliminates the need for dedicated security personnel. AI also handles the analysis of camera data. This not only saves the retailer time, but also human resources, as fewer employees are needed and do not require special training. This is a welcome benefit, especially in times of skilled labor shortages.

Naturally, privacy plays a central role in video surveillance. If other cameras are already in use in the retail space before the new AI is integrated, no additional steps are required. If the cameras are newly installed, a clearly visible notice must be posted stating that the store area is under camera surveillance. The solution is therefore GDPR compliant.

Analyzing movement patterns to prevent shoplifting is just one of many use cases. The AI can also be trained to detect medical emergencies and call for help – either by employees or by an emergency call. In principle, the solution can recognize any type of movement pattern and can therefore be used universally.

Einen weiteren Podcast zu KI finden Sie hier: Arne Lehfeldt, Systems Engineer und CTO Ambassador bei Dell Technologies, erklärt im Podcast Security, Storage und Channel Germany mit Carolina Heyder, warum Unternehmen keine Angst vor KI haben sollten.You can listen to another AI podcast right here: Arne Lehfeldt, Systems Engineer and CTO Ambassador at Dell Technologies, explains why companies shouldn’t be afraid of AI in the Security, Storage and Channel Germany podcast with Carolina Heyder.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Dr. Jakob Jung is Editor-in-Chief of Security Storage and Channel Germany. He has been working in IT journalism for more than 20 years. His career includes Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (storage and data center) and ChannelBiz. He also freelances for numerous IT publications, including Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider and ZDnet. His main topics are channel, storage, security, data center, ERP and CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

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