Die Global Legal Entity Identifier Foundation (GLEIF) hat drei neue Mitglieder in ihr Netzwerk für offene Daten aufgenommen. Open Supply Hub, Wikimedia Deutschland und Wikirate International sollen die Interoperabilität von Datenquellen für Lieferketten, offenes Wissen und ESG-Berichterstattung verbessern.

Die Global Legal Entity Identifier Foundation (GLEIF) hat ihr Netzwerk für offene Daten erweitert. Wie die in Basel ansässige Stiftung am 16. Juli 2026 mitteilte, sind Open Supply Hub, Wikimedia Deutschland und Wikirate International dem Global Open Data Integration Network (GODIN) beigetreten. Damit wächst die Mitgliederzahl der 2025 gestarteten Initiative auf elf Organisationen. Die Erweiterung erfolgt vor dem Hintergrund, dass Organisationen laut GLEIF zunehmend Daten aus unterschiedlichen Quellen, Rechtsräumen und Systemen miteinander verknüpfen müssen, um Compliance- und Betriebsanforderungen zu erfüllen – wertvolle Informationen seien jedoch häufig fragmentiert und in isolierten Systemen abgelegt.

GODIN verfolgt das Ziel, offene Datenökosysteme besser miteinander zu vernetzen. Im Zentrum steht die Einbettung des Legal Entity Identifier (LEI) in unterschiedliche offene Datenquellen. Der LEI ist ein 20-stelliger, alphanumerischer Code nach der ISO-Norm 17442, der Organisationen weltweit eindeutig identifizierbar macht. Laut GLEIF soll dies eine konsistente und verlässliche Verknüpfung von Informationen über Organisationen über verschiedene Systeme und Rechtsräume hinweg ermöglichen.

Mit dem Beitritt der drei neuen Mitglieder erweitert sich laut GLEIF der praktische Anwendungsbereich von GODIN auf Lieferkettenmanagement, offenes Wissen sowie Nachhaltigkeits- und ESG-Berichterstattung. Open Supply Hub ist eine gemeinnützige Plattform, die nach eigenen Angaben gemeinsam mit ihren Nutzern mehr als 2,5 Millionen Produktionsstandorte weltweit kartiert hat und offenlegt, wo Produktion stattfindet und welche Akteure daran beteiligt sind.

Wikimedia Deutschland bringt seine Expertise rund um Wikidata ein. Die Datenbank dient als strukturierte Quelle für Wikipedia sowie tausende externe Anwendungen und umfasst nach Angaben der Organisation mehr als 120 Millionen Dateneinträge. Wikirate International wiederum betreibt eine offene Datenplattform, über die zivilgesellschaftliche Organisationen weltweit Daten zu sozialer und ökologischer Unternehmensleistung sammeln, teilen und vergleichen können.

GLEIF-CEO Alexandre Kech erklärte, offene Daten seien dann am wertvollsten, wenn sie miteinander verknüpft werden könnten. Der Beitritt der drei neuen Mitglieder zeige ein gemeinsames Engagement dafür, Daten zugänglicher und nutzbarer zu machen, so Kech weiter. Dies unterstreiche zudem die wachsende Bedeutung des Global LEI System über den Finanzsektor hinaus.

Auch die neuen Mitglieder äußerten sich zu dem Schritt. Natalie Grillon, CEO von Open Supply Hub, sagte, jedes Profil eines Produktionsstandorts in der Datenbank ihres Unternehmens werde nützlicher, sobald es mit anderen vertrauenswürdigen Informationsquellen verknüpft sei. Der GODIN-Beitritt ermögliche es, an ein gemeinsames System von Identifikatoren anzudocken.

Alan Ang, Senior Partner Manager bei Wikimedia Deutschland, verwies auf den Wert offenen Wissens, der steige, sobald es domänenübergreifend verknüpft und wiederverwendet werden könne. Vasiliki Gkatziaki, Director of Data and Engineering bei Wikirate, erklärte, der Beitritt solle Interoperabilität, Zugänglichkeit und praktische Nutzbarkeit offener Daten für Zivilgesellschaft, Interessenvertreter und die Öffentlichkeit voranbringen.

Open Supply Hub, Wikidata und Wikirate stoßen zu den bestehenden GODIN-Mitgliedern Anti-Corruption Data Collective, Data and Research Center (DARC), Global Energy Monitor, Global Media Registry, Open Data Services, Open Ownership und Open Sanctions. Laut GLEIF steht die Mitgliedschaft Organisationen offen, die offene Daten veröffentlichen oder offene Datenstandards etablieren – darunter staatliche Stellen, Nichtregierungsorganisationen, gemeinnützige Einrichtungen, akademische Institutionen und private Organisationen mit öffentlich zugänglichen Dateninitiativen.

GLEIF wurde 2014 vom Financial Stability Board gegründet und hat nach eigenen Angaben rund 60 Mitarbeitende aus mehr als 20 Nationen. Die Stiftung verwaltet ein globales Partnernetzwerk zur Bereitstellung des LEI sowie dessen digitaler Entsprechung, des Verifiable LEI (vLEI), und stellt die globale LEI-Datenbank über eine offene Datenlizenz kostenfrei zur Verfügung.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

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