Dell integriert seine PowerStore-Speicherplattform mit der Nutanix Cloud Platform. Unternehmen sollen Rechenleistung und Storage unabhängig skalieren und die Infrastruktur über bestehende Nutanix-Werkzeuge verwalten können.

Dell und Nutanix erweitern ihre Zusammenarbeit um die Integration von PowerStore in die Nutanix Cloud Platform. Die Kombination ist mit Nutanix Cloud Infrastructure (NCI) 7.6 verfügbar und verbindet die externe NVMe-Storage-Plattform von Dell mit Nutanix AHV, Prism sowie den Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen der Plattform. Die Bereitstellung und der Lebenszyklus der Infrastruktur sollen dabei über Dell Private Cloud automatisiert werden.

Im Mittelpunkt steht eine Frage, die sich bei der Modernisierung von Rechenzentren zunehmend stellt: Wie lassen sich Storage und Compute voneinander entkoppeln, ohne den administrativen Aufwand zu erhöhen? Bei klassischen hyperkonvergenten Infrastrukturen werden Rechenleistung und Speicherkapazität häufig gemeinsam erweitert. Das kann zu Überkapazitäten führen, wenn sich der Bedarf in beiden Bereichen unterschiedlich entwickelt.

Mit PowerStore und Nutanix soll sich dieser Zusammenhang stärker auflösen lassen. Dell beschreibt eine Architektur, bei der Compute und Storage unabhängig voneinander skaliert werden können. PowerStore unterstützt dabei die granulare Erweiterung des Speichers. Laut Dell lässt sich die Kapazität über einzelne Laufwerke erweitern, während die Rechenressourcen separat an die jeweiligen Workloads angepasst werden können.

Auf der Softwareseite übernimmt Nutanix Cloud Platform zentrale Aufgaben. Dazu gehört der AHV-Hypervisor ebenso wie Prism für Management und Betrieb. Hinzu kommen Funktionen für Netzwerk und Sicherheit. PowerStore wird als externe Storage-Ressource eingebunden, ohne dass dafür ein separates Managementsystem für die grundlegenden Nutanix-Abläufe erforderlich sein soll.

Dell Private Cloud bildet die Verbindung zwischen den beiden Plattformen. Nach Angaben des Herstellers werden für die Bereitstellung validierte Konfigurationen und automatisierte Abläufe eingesetzt. Dazu gehört die automatisierte Installation von AHV sowie das Lifecycle-Management des gesamten Stacks über die Dell Automation Platform. Auch die Hardware-Unterstützung auf Systemebene liegt bei Dell.

Für IT-Abteilungen ist dabei vor allem die Frage relevant, wie sich eine solche Architektur in bestehende Betriebsprozesse einfügt. Dell und Nutanix verweisen auf eine durchgängige Unterstützung vom ersten Bereitstellungsschritt bis zum laufenden Betrieb. Dazu gehören unterbrechungsfreie Upgrades sowie die Möglichkeit, die Storage-Kapazität schrittweise zu erweitern.

Auch beim Datenschutz und bei der Wiederherstellung im Störungsfall soll die Kombination bestehende Nutanix-Prozesse nutzen. Schutzrichtlinien können über Prism verwaltet werden. Dell nennt dabei verschiedene Replikationsmodelle, darunter asynchrone Replikation und synchrone Metro-Replikation. Für längerfristige Backups kann PowerProtect Data Manager eingesetzt werden, einschließlich Cloud-Archivierung und Funktionen zur Aufbewahrung von Sicherungskopien.

Ein weiterer Bestandteil ist die Datenreduktion. Dell nennt für PowerStore eine garantierte Datenreduktion von 6:1 durch Deduplizierung und Kompression. Dabei handelt es sich um eine Herstellerangabe, deren tatsächlicher Wert von den jeweiligen Daten und Workloads abhängt. Auch Dell weist darauf hin, dass die realen Datenreduktionsraten variieren können.

Für Nutanix-Kunden liegt der mögliche Vorteil der Integration vor allem in der Kombination verschiedener Infrastrukturkomponenten. Nutanix stellt das Virtualisierungs- und Cloud-Betriebsmodell bereit, während PowerStore die Storage-Ebene übernimmt. Dadurch können Unternehmen ihre Infrastruktur schrittweise an unterschiedliche Anforderungen anpassen, anstatt Compute und Storage zwangsläufig gemeinsam auszubauen.

Die Integration ist zugleich Teil einer längeren Partnerschaft zwischen Dell und Nutanix. PowerStore ist nach PowerFlex die zweite Dell-Storageplattform, die in die Nutanix Cloud Platform integriert wird. Dell positioniert damit unterschiedliche Storage-Architekturen für Nutanix-Umgebungen.

Für den Channel eröffnet die Kombination einen weiteren Ansatzpunkt bei Infrastrukturprojekten. Partner können Unternehmen bei der Modernisierung von Virtualisierungsumgebungen unterstützen, bei denen neben der Wahl des Hypervisors auch die Frage nach einer flexibleren Storage-Architektur relevant ist. Der Ansatz dürfte insbesondere dort interessant sein, wo sich Compute- und Storage-Anforderungen nicht im gleichen Tempo entwickeln.

Mit NCI 7.6 ist die Integration laut Dell bereits verfügbar. Damit verschiebt sich die Diskussion von der grundsätzlichen Kompatibilität stärker auf die konkrete Auslegung der Infrastruktur: Welche Workloads benötigen welche Kapazität, wie sollen Schutz und Recovery organisiert werden und in welchem Umfang lohnt sich eine getrennte Skalierung? Die technische Verbindung von PowerStore und Nutanix beantwortet diese Fragen nicht automatisch. Sie schafft jedoch eine weitere Option für Unternehmen, die ihre private Cloud stärker modular aufbauen wollen.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

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