Mit neuen Erweiterungen für Cloud Rewind deckt Commvault deutlich mehr Azure-Ressourcen ab und will die Wiederherstellungszeit von Unternehmen nach Cyberangriffen und Ausfällen von Tagen auf Stunden verkürzen.

Commvault hat Cloud Rewind, seine Lösung zur Wiederherstellung von Cloud-Anwendungen, um eine deutlich breitere Palette an Microsoft-Azure-Ressourcen erweitert. Ziel ist es, Unternehmen dabei zu helfen, Konfigurationen, Cloud-Anwendungen und die zugehörigen Ressourcen besser zu schützen und nach einem Vorfall schneller wiederherzustellen.

Die manuelle Wiederherstellung von Umgebungen bleibt einer der hartnäckigsten Schwachpunkte der Unternehmens-IT. Laut dem Bericht „2026 State of Enterprise Cyber Resilience“ von Absolute Security gaben 57 Prozent der Unternehmen an, dass die Wiederherstellung nach einem Cyberangriff im Durchschnitt mehr als 4,5 Tage dauerte. Für Unternehmen, die geschäftskritische Workloads in der Cloud betreiben, kann diese Lücke zwischen einem Vorfall und einer wieder funktionierenden Umgebung direkt zu Umsatzverlusten und Vertrauensschäden bei Kunden führen.

Cloud Rewind setzt genau an dieser Lücke an: Die Lösung erkennt Cloud-Ressourcen kontinuierlich, bildet Anwendungsabhängigkeiten ab und orchestriert die Wiederherstellung sowie den Wiederaufbau von Cloud-Anwendungen – einschließlich der zugrundeliegenden Infrastruktur, Konfigurationen und Abhängigkeiten – über eine zentrale Plattform. Mit dem Update hat Commvault nach eigenen Angaben den Azure-Schutz verdreifacht und deckt nun 62 Prozent der am Markt verfügbaren, für Unternehmen relevanten Azure-Ressourcentypen ab. Unternehmen können ihre Wiederherstellungsbereitschaft zudem durch Simulationen der Anwendungswiederherstellung validieren, auch in isolierten, air-gapped Umgebungen – noch bevor ein Vorfall eintritt.

Die Azure-Erweiterung ist Teil einer breiteren Multi-Cloud-Strategie. Cloud Rewind ist auch über die Marktplätze von AWS und Google Cloud verfügbar, und Commvault positioniert die Plattform als Lösung für die Anwendungswiederherstellung über Compute, Storage, Netzwerk, Datenbanken und Sicherheit hinweg – nicht nur für die Datenebene, auf die sich klassische Backup-Tools konzentrieren. Da Unternehmen zunehmend KI-gestützte Workloads in die Cloud verlagern, wächst auch die Zahl und Komplexität der Ressourcen, die einer einzelnen Anwendung zugeordnet sind – wodurch eine manuelle, ressourcenweise Wiederherstellung im großen Maßstab zunehmend unpraktikabel wird.

Zwei weitere Funktionen runden die Ankündigung ab. Die tiefere Integration in Commvault Backup und Recovery bringt Protection Groups mit, die Anwendungsdaten und Cloud-Konfiguration in einer einzigen, air-gapped Wiederherstellung vereinen – Teams können die Wiederherstellung so zentral planen und ausführen, statt separate Tools koordinieren zu müssen. Skalierbare Richtlinien für dynamischen Schutz erkennen neue Ressourcen automatisch in einem einzigen Workflow, schützen sie mit passenden Policies und kennzeichnen sie nach Region, Typ und Multi-Cloud-Umgebung – sodass Teams Ressourcen im Cloud-Maßstab schützen können, statt sie einzeln erfassen zu müssen.

„Moderne Anwendungen hängen von miteinander verbundenen Cloud-Services, Infrastrukturen und Konfigurationen ab, die gemeinsam wiederhergestellt werden müssen“, sagt Pranay Ahlawat, Chief Technology and AI Officer bei Commvault. „Cloud Rewind unterstützt Unternehmen dabei, Cloud-Anwendungen über eine einheitliche Konsole in Commvault Cloud wiederherzustellen, und stärkt so das Vertrauen der Kunden in ihre Fähigkeit, sich nach einem Cyberangriff oder Ausfall zu erholen.“

Wie dringlich dieses Versprechen ist, zeigt sich bei frühen Kunden bereits konkret. „In der globalen Logistik kann jede Minute Ausfallzeit Lieferketten stören und das Vertrauen der Kunden beeinträchtigen. Daten sind entscheidend, brauchen aber die richtige Cloud-Infrastruktur, um weiterzuarbeiten“, sagt Venkata Sudhakar Nagandla, SVP & Global Head IT Infrastructure & Cloud bei Allcargo Group Companies. „Mit Cloud Rewind stellen wir nicht nur Dateien wieder her – wir stellen unsere gesamte operative Umgebung innerhalb von Stunden wieder her und sorgen so dafür, dass unsere Kunden Kontinuität ohne Kompromisse erleben.“

Die erweiterte Abdeckung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem immer mehr Unternehmen Infrastructure-as-Code-Tools wie Terraform mit dedizierten Recovery-Plattformen kombinieren, statt IaC-Statusdaten als Ersatz dafür zu behandeln. Commvault positioniert Cloud Rewind dabei als Ergänzung, nicht als Ersatz: Während Terraform die gewünschte Konfiguration für die Zukunft verwaltet, ist Cloud Rewind darauf ausgelegt, die tatsächlich zu einem bestimmten Zeitpunkt laufende Umgebung wiederherzustellen – unabhängig davon, ob die Änderung, die einen Vorfall ausgelöst hat, über Code, die Konsole oder manuelle Eingriffe erfolgte.

Cloud Rewind ist ab sofort als Add-on-Workload innerhalb von Commvault Cloud für den Schutz von Cloud-Anwendungen und die anwendungszentrierte Wiederherstellung verfügbar. Die erweiterte Azure-Abdeckung soll in den kommenden Monaten ausgerollt werden. Die Preisgestaltung erfolgt nutzungsabhängig auf Basis der geschützten Cloud-Ressourcen.

Für IT- und Sicherheitsverantwortliche, die in Cloud-Resilienz investieren wollen, zeigt die Azure-Erweiterung, wohin sich der Recovery-Markt aus Sicht von Commvault als Nächstes entwickelt: weg von isolierten, ressourcenspezifischen Backup-Tools hin zu einer einzigen Plattform, die eine komplette Anwendungsumgebung – Infrastruktur, Konfiguration und Daten zusammen – auf Abruf rekonstruieren kann.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

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