NetApp will PEAK übernehmen und dessen Metadaten- und Parallel-File-System-Technologie mit ONTAP verbinden. Ziel ist eine Speicherarchitektur für KI-Umgebungen mit sehr großen Datenmengen und GPU-Clustern.
NetApp plant die Übernahme des britischen Softwareunternehmens PEAK aus Manchester. Der Speicherspezialist will damit seine Architektur für KI-Infrastrukturen erweitern und insbesondere die Verarbeitung großer Dateibestände und paralleler Workloads adressieren. PEAK bringt Technologien für Metadatenverwaltung, globale Namensräume und parallelen NFS-Zugriff ein. Diese sollen künftig mit der Datenmanagement-Software ONTAP von NetApp kombiniert werden.
Nach Angaben von NetApp reagieren klassische Speicherarchitekturen nur eingeschränkt auf die Anforderungen großer KI-Umgebungen. KI-Cluster arbeiten mit einer hohen Zahl paralleler Zugriffe und verarbeiten große Datenbestände. Mit zunehmender Zahl von GPUs kann dabei nicht nur die Rechenleistung, sondern auch die Bereitstellung von Daten zum begrenzenden Faktor werden.
NetApp verfolgt deshalb eine Architektur, bei der Metadaten und eigentliche Nutzdaten stärker voneinander getrennt werden. Metadaten-Dienste sollen unabhängig vom Datenbereich skaliert werden können. Nach den Planungen des Unternehmens soll die Architektur damit Umgebungen mit Billionen von Dateien und Datenmengen im Exabyte-Bereich unterstützen.
Metadaten als zentrale Komponente
PEAK entwickelt softwaredefinierte Speichertechnologie für KI- und datenintensive Anwendungen. Die Technologie des Unternehmens entstand unter anderem aus Kooperationen mit Forschungseinrichtungen wie dem Los Alamos National Laboratory und der Carnegie Mellon University. Nach Angaben von NetApp kommt die PEAK bereits bei mehreren Forschungseinrichtungen und Organisationen zum Einsatz.
Im Mittelpunkt der geplanten Integration steht die Verbindung der PEAK mit NetApp ONTAP. PEAK soll dabei Funktionen für die Skalierung von Metadaten, einen globalen Namensraum sowie parallelen NFS-Zugriff beisteuern. ONTAP bildet nach der beschriebenen Zielarchitektur die Datenbasis, auf der diese Funktionen aufsetzen.
Für KI-Infrastrukturen ist die Trennung von Metadaten- und Datenverarbeitung insbesondere deshalb relevant, weil große Trainings- und Analyseumgebungen häufig auf sehr viele Dateien und gleichzeitig aktive Prozesse zugreifen. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, diese Zugriffe zu koordinieren, ohne dass die Speicherinfrastruktur zum Engpass für die verfügbaren GPU-Ressourcen wird.
NetApp stellt als möglichen Effekt der Architektur eine Verringerung datenbedingter Wartezeiten von GPUs in Aussicht. Gleichzeitig soll die Verwaltung gemeinsamer Speicherressourcen in größeren KI-Umgebungen vereinfacht werden. Diese Aussagen beziehen sich auf die geplante Architektur und sind daher als Produkt- und Integrationsperspektive des Unternehmens zu verstehen.
Integration in ONTAP geplant
Für bestehende ONTAP-Kunden stellt NetApp eine schrittweise Weiterentwicklung der Plattform in Aussicht. Die PEAK soll spezialisierte Metadaten-Dienste und Funktionen für parallele Namensräume ergänzen, während bestehende Eigenschaften von ONTAP bei Ausfallsicherheit, Sicherheit und Administration erhalten bleiben sollen.
PEAK sitzt in Manchester und entwickelt softwaredefinierten Speicher für KI-Anwendungen. Die Plattform ist nach Unternehmensangaben von einzelnen Serverkonfigurationen bis zu Umgebungen im Exabyte-Bereich ausgelegt und kann auf Standard-Hardware betrieben werden. Zu den genannten Einsatzorten zählen unter anderem das Los Alamos National Laboratory, die Carnegie Mellon University und das Oxford Robotics Institute.
Für NetApp ist die geplante Transaktion Teil einer breiteren Ausrichtung auf KI-Infrastrukturen. In den vergangenen Monaten hat das Unternehmen seine Aktivitäten in diesem Bereich unter anderem durch die Übernahme von DataPelago und JetStream Software erweitert. Die PEAK:AIO-Übernahme würde den Schwerpunkt stärker auf die Speicherarchitektur für große, parallel arbeitende KI-Umgebungen legen.
Finanzielle Details der geplanten Transaktion wurden in der Mitteilung nicht genannt. Der Abschluss steht unter den üblichen Bedingungen einer solchen Transaktion und muss zudem regulatorisch genehmigt werden. NetApp weist außerdem darauf hin, dass Aussagen zur künftigen Integration und zu möglichen Produktfunktionen Zukunftsaussagen darstellen. Die tatsächliche Entwicklung, Veröffentlichung und zeitliche Verfügbarkeit entsprechender Funktionen ist daher noch offen.

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM.
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