Cribl, ein Anbieter von Telemetrie-Plattformen, erweitert durch die Übernahme von CardinalOps seine Plattform um Funktionen zur Bedrohungserkennung und positioniert sich als Alternative zu herkömmlichen SIEM-Systemen.


Sicherheitsteams verarbeiten zunehmend größere Mengen an Telemetriedaten. Gleichzeitig steigen die Kosten für die Speicherung und Analyse dieser Daten. Cribl will mit der Übernahme von CardinalOps diese Herausforderungen angehen. Die kombinierte Plattform soll es Unternehmen ermöglichen, Telemetriedaten gezielter zu nutzen, erkannte Bedrohungen kontinuierlich zu validieren und die Erkennungsqualität zu verbessern.

Clint Sharp, Mitgründer und CEO von Cribl, betonte, dass Sicherheitsteams keine weiteren isolierten Tools benötigten. Stattdessen bräuchten sie einen besseren Weg, Telemetriedaten in wirksame Erkennungen umzuwandeln. CardinalOps ergänze die offene Dateninfrastruktur von Cribl um Detection-Engineering-Funktionen und bilde damit die Grundlage für eine offene Alternative zu bestehenden SIEM-Stacks.

Cribl verfolgt einen plattformorientierten Ansatz. Das Unternehmen bietet eine herstellerunabhängige Lösung an, mit der Kunden Telemetriedaten in ihrer gesamten Umgebung analysieren, sammeln, verschieben, speichern und darauf reagieren können. Ein föderiertes Modell erlaubt es, Daten dort zu durchsuchen und zu verarbeiten, wo sie liegen, ohne alles in ein zentrales System migrieren zu müssen. Mit CardinalOps erweitert Cribl seine Plattform um grundlegende Detection-Engineering-Funktionen. Alles, was ein SIEM leistet, soll auf der bestehenden Telemetrie-Infrastruktur der Kunden aufsetzen können.

CardinalOps wurde Anfang 2020 gegründet und wird von Michael Mumcuoglu und Yair Manor geführt. Beide sind Seriengründer und ehemalige Mitglieder der israelischen Cyber-Einheit Unit 8200. Ihre früheren Unternehmen wurden von Palo Alto Networks beziehungsweise Microsoft übernommen. CardinalOps nutzt KI-gestützte Verfahren, um die Detection-Abdeckung von Organisationen kontinuierlich zu bewerten und zu verbessern. Dabei werden Sicherheitskontrollen mit realem Angreiferverhalten abgeglichen. Die Lösung automatisiert Detection-Engineering-Aufgaben, hilft Teams dabei, Abdeckungslücken zu erkennen und zu schließen sowie fehlerhafte Regeln zu identifizieren und zu korrigieren.

Michael Mumcuoglu, Mitgründer und CEO von CardinalOps, erklärte, dass viele Sicherheitsteams zwar über gute Daten und leistungsfähige Tools verfügten, sich aber nicht geschützt fühlten. CardinalOps habe das Ziel, SOC-Teams dabei zu unterstützen, ihre Abdeckung zu verstehen und zu verbessern. Der Zusammenschluss mit Cribl ermögliche es, diese Fähigkeiten direkt in die Telemetrie-Schicht zu integrieren und eine offene, KI-native Alternative zu SIEM-Systemen zu entwickeln.

Im Zuge der Akquisition eröffnet Cribl ein neues Büro in Tel Aviv. Das Unternehmen will damit Zugang zum israelischen Pool an Cybersecurity-Talenten erhalten und die Entwicklung seiner Sicherheitslösungen beschleunigen. Israel gilt als eines der weltweit aktivsten Innovationszentren für Cybersicherheit.

Javier García Quintela, Global CISO des Energieunternehmens Repsol, bestätigte den praktischen Nutzen der Kombination. Bei Repsol werde eine vielfältige und verteilte Sicherheitsumgebung betrieben. CardinalOps stärke die Detection-Position in den verschiedenen Plattformen, während Cribl die Flexibilität biete, Telemetriedaten in ebendieser Umgebung effizient zu verwalten und zu analysieren. Gemeinsam unterstützten beide Lösungen die SOC-Teams dabei, schneller zu handeln, Risiken zu reduzieren und die Effektivität zu steigern.

Cribl bleibt seinem Markenkern treu: einer offenen Plattform mit leichtgewichtigen Lösungen, die darauf aufsetzen, und der Freiheit für Kunden, genau das zu nutzen, was sie benötigen. Die Übernahme schafft zudem ein Fundament für künftige Sicherheitsangebote auf Basis der Cribl-Plattform.

Cribl plant die Integration der CardinalOps-Technologie in seine bestehende Plattform. Das Unternehmen will damit eine umfassende und offene Alternative zu herkömmlichen SIEM-Architekturen schaffen. Kunden sollen in der Lage sein, ihre Sicherheitsumgebungen schrittweise zu modernisieren, ohne in neue Herstellerabhängigkeiten zu geraten. Das Ziel ist ein Modell, bei dem Unternehmen für besseren Schutz bezahlen und nicht für mehr Datenvolumen.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

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