Der amerikanische Daten- und KI-Spezialist Databricks baut seine Präsenz in Deutschland deutlich aus – mit einem neuen Büro in Frankfurt, einem erweiterten Entwicklungszentrum in Berlin und einem Ausbildungsprogramm für 50.000 Fachleute bis 2028.

Das Daten- und KI-Unternehmen Databricks kündigt an, innerhalb der nächsten drei Jahre mehr als 400 Millionen US-Dollar in den deutschen Markt zu investieren. Neben dem Ausbau bestehender Standorte in Berlin und München eröffnet das Unternehmen ein neues Büro in Frankfurt. Parallel dazu sollen bis 2028 rund 50.000 Fachleute in Deutschland zu den Themen generative KI, Data Engineering und maschinelles Lernen qualifiziert werden.

Standortausbau in drei deutschen Städten

Databricks eröffnet ein neues Büro im Frankfurt Global Tower – einem der markantesten Hochhäuser im Bankenviertel – und baut damit seine Präsenz in der DACH-Region auf vier Standorte aus. Neben Frankfurt unterhält das Unternehmen bereits Büros in Berlin, München und Zürich mit zusammen rund 500 Mitarbeitern.

Das Frankfurter Büro soll bestehende Kundenbeziehungen vertiefen, darunter die Deutsche Börse Group sowie Industrieunternehmen wie adidas, Mercedes-Benz und Porsche Holding Salzburg. Der Standort rückt das Unternehmen näher an Kunden in Finanzdienstleistung, Logistik und produzierendem Gewerbe.

Berlin bleibt der zentrale Forschungs- und Entwicklungsstandort von Databricks in der EMEA-Region. Das auf größere Räume im Bezirk Mitte ausgeweitete Büro beherbergt wachsende Produkt- und Entwicklungsteams. Arbeitsschwerpunkte sind dort KI-Governance über den Unity Catalog sowie die Weiterentwicklung der Produkte Genie und Lakebase. Zu den betreuten Kunden zählen unter anderem GetYourGuide, Parloa und Zalando.

Zwei Kernprodukte im Mittelpunkt der Expansion

Die Investition ist eng mit dem Ausbau zweier Produktlinien verknüpft. Lakebase ist eine serverlose Postgres-Datenbank, die für den Einsatz in KI-Agenten-Workflows konzipiert wurde. Genie ist ein KI-Agent, der Mitarbeitenden ermöglicht, in natürlicher Sprache mit Unternehmensdaten zu interagieren und unmittelbar verwertbare Antworten zu erhalten.

Daniel Holz, Vice President Central Europe bei Databricks, kommentiert die Entscheidung: „In Deutschland sind einige der innovativsten Unternehmen anssässig, die wir bereits dabei unterstützen, unternehmensgerechte KI-Anwendungen und -Agenten auf Basis ihrer eigenen Daten zu entwickeln. Durch den Fokus auf die Einführung von Lakebase und Genie haben wir die Chance, ihnen dabei zu helfen, schneller voranzukommen.“

Qualifizierungsoffensive für 50.000 Fachleute

Parallel zur Standortexpansion legt Databricks ein umfangreiches Ausbildungsprogramm auf. Bis 2028 sollen in Deutschland 50.000 Fachkräfte in den Bereichen Data Engineering, Analytik, maschinelles Lernen und generative KI geschult werden – ein Vorhaben, das vor dem Hintergrund einer Qualifizierungslücke steht: Laut dem Digitalverband Bitkom bieten derzeit nur acht Prozent der deutschen Unternehmen KI-Schulungen an, obwohl 80 Prozent KI als technologisch prägend einstufen.

Das Programm gliedert sich in drei Säulen: Erstens eine University Alliance, bei der Hochschulen wie die Hochschule Osnabrück, die Technische Hochschule Ulm und die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg einen KI-Lehrplan auf Unternehmensniveau in ihre Curricula integrieren. Zweitens frei zugängliche digitale Lernpfade im eigenen Tempo. Drittens praxisorientierte Zertifizierungen, bei denen Teilnehmende produktionsreife KI-Agenten entwickeln.

201eDie richtigen Daten- und KI-Kompetenzen sind entscheidend, damit deutsche Unternehmen jeder Größe KI skalieren und auf europäischer Ebene wettbewerbsfähig bleiben k00f6nnen“, so Holz.

Marktkontext: Wachsende Nachfrage in Deutschland

Die Investitionsentscheidung fällt in eine Phase beschleunigter Digitalisierung: Laut Germany Trade & Invest planen 95 Prozent der deutschen Unternehmen, in den nächsten fünf Jahren in KI und maschinelles Lernen zu investieren. Databricks adressiert mit seiner Plattform dabei besonders den Bedarf an unternehmensweitem Datenmanagement und KI-Governance, die auf eigenen Daten aufbauen – ein Ansatz, der gerade in datensensiblen Branchen wie Finanzdienstleistung und Automobilindustrie gefragt ist.

Zum Frühjahrsauftakt veranstaltet Databricks in der DACH-Region drei AI Days – in Frankfurt, Lausanne und Wien –, um Kunden und Partner mit praxisnahen Formaten an die Plattform heranzuführen.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

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