Dr. Nils Kaufmann, CEO der VSHosting GmbH, erklärt, dass der Workload die Plattform bestimmen sollte.

Dr. Nils Kaufmann, CEO of VSHosting GmbH, explains that the workload should determine the platform.

Der Channel durchläuft bedeutende Veränderungen, die durch die anhaltenden Auswirkungen der Pandemie, die Inflation, die anhaltende Chip-Knappheit, steigende Betriebskosten und die Umstellung auf Abonnement-Modelle verursacht werden. Bei den Unternehmen zeichnet sich für das kommende Jahr ein Trend ab, der darin besteht, dass sich die Unternehmen auf die Kostenoptimierung konzentrieren und gleichzeitig die Gesamtleistung und die Dienstleistungen verbessern. Dies hat sie auch dazu veranlasst, ihre Cloud-Strategie neu zu bewerten und sicherzustellen, dass sie mit den spezifischen Geschäftsanforderungen übereinstimmt.

Wie Datensouveränität und Datenschutz die Wahl der Cloud beeinflussen

Nach aktuellen Zahlen des Digitalverbands Bitkom nutzen 55 Prozent Public-Cloud-Umgebungen, 29 Prozent planen dies. 36 Prozent verfolgen eine Cloud-First-Strategie, 11 Prozent setzen sogar auf Cloud-only. Mit der Migration ihrer Workloads in die Cloud wollen Unternehmen laut Bitkom vor allem Kosten sparen, ihren CO₂-Fußabdruck reduzieren und die IT-Sicherheit erhöhen. Auch die Transformationen zu modernen Bereitstellungsmodellen wie Platform-as-a-Service (PaaS) und Software-as-a-Service (SaaS) spielt eine große Rolle.

Mit der Speicherung in einer Public Cloud glauben Unternehmen zumindest teilweise die Kontrolle darüber zu verlieren, wo ihre Daten liegen und wer darauf zugreifen kann. Das kann nicht nur problematisch werden, wenn es um personenbezogene Informationen geht. Auch Forschungsergebnisse, Patente, Unternehmensstrategien, unveröffentlichte Bilanzzahlen und andere Geschäftsgeheimnisse dürfen nicht in fremde Hände gelangen.

Ebenso elementar ist es, bei der Cloud-Nutzung Datenschutzaspekte zu beachten. Die seit 2018 in der Europäischen Union geltende Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) schützt personenbezogene Daten vor Missbrauch. Der Transfer solcher Informationen in Drittstaaten ist nur dann zulässig, wenn diese ein der EU angemessenes Datenschutzniveau aufweisen. Das war zumindest bis vor kurzem in den USA nicht der Fall, wie der Europäische Gerichtshof in zwei Verfahren („Schrems I und II“) urteilte. Erschwerend kommt hinzu, dass US-Cloud-Provider durch den CLOUD Act (Clarifying Lawful Overseas Use of Data) auch dann zur Herausgabe von Kundendaten gezwungen werden können, wenn diese außerhalb der USA liegen. Gremien wie die Datenschutzkonferenz (DSK) haben deshalb immer wieder betont, dass eine rechtskonforme Speicherung personenbezogener Daten in US-Clouds ohne weitere rechtliche Vereinbarungen nicht möglich ist.

Viele Unternehmen speichern und verarbeiten sensible und personenbezogene Informationen deshalb lieber in einer Private Cloud, die sie selbst betreiben oder von einem Provider zur alleinigen Nutzung zur Verfügung gestellt bekommen. Zudem hat in den vergangenen Jahren die Souveräne Cloud an Bedeutung gewonnen, die die Vorteile von Private- und Public-Umgebungen vereinen soll. Hierbei handelt es sich um eine dedizierte, auf ein Land oder die Europäische Union beschränkte Cloud-Infrastruktur, die besonders hohe Anforderungen an Datensouveränität und Datenschutz erfüllt. Alle Daten werden verschlüsselt gespeichert und übermittelt, die Schlüssel werden extern verwaltet. Der Cloud-Anbieter hat so keinen direkten Zugriff auf Geschäftsgeheimnisse oder personenbezogene Informationen. Applikationen und Dienste müssen darüber hinaus leicht portierbar sein, um einen Vendor-Lock-in zu verhindern.

Die Wahl der richtigen Plattform

Letztendlich bestimmt aber der Workload, welche Plattform aus betriebswirtschaftlicher, technischer und rechtlicher Sicht, die beste ist. Während Entwicklungsumgebungen oder Webshops eine hohe Flexibilität und eine schnelle Skalierbarkeit erfordern, ist der Bedarf bei anderen Applikationen wie ERP-Systemen oder der Finanzbuchhaltung eher statisch und damit gut planbar. Wieder andere, wie die Steuerung von Maschinen und Fahrzeugen, sind auf eine schnelle Reaktion der IT-Systeme angewiesen und benötigen sehr kurze Latenzen.

Private- und Sovereign-Cloud-Umgebungen sind immer dann die richtige Wahl, wenn es darum geht, die volle Kontrolle über Daten und Applikationen zu behalten und höchste Sicherheitsstandards zu wahren. Die Public Cloud ist die beste Antwort, wenn es um hohe Skalierbarkeit, Verfügbarkeit und Flexibilität geht. Sie punktet außerdem mit einer Vielzahl an innovativen Services von Container-Lösungen wie Kubernetes, über künstliche Intelligenz und Mobilanwendungen bis hin zum Internet of Things (IoT).

Jede erfolgreiche Cloud-Strategie braucht zuverlässige Partner

Unternehmen dürfen sich im Trend, die eigene Cloud-Infrastruktur zu verändern, nicht von den vielen Möglichkeiten verwirren lassen. Eine kategorische Entscheidung für oder gegen eine Cloud-Form ist für die wenigsten Unternehmen sinnvoll. Stattdessen ist vielleicht ein Hybrid-Cloud-Modell zu bevorzugen, das je nach Bedarf Ressourcen aus verschiedenen Cloud-Angeboten kombiniert. Eine solche komplexe Hybrid-Cloud-Umgebung sicher, compliant und datenschutzkonform einzurichten und zu verwalten, ist allerdings eine große Herausforderung. Vor allem Mittelständler und kleinere Systemhäuser dürften kaum in der Lage sein, die dafür benötigten Cloud-Experten zu beschäftigen – wenn sie angesichts des Fachkräftemangels im IT-Bereich überhaupt welche finden.

Unternehmen und Partner können in einer sich immer weiter entwickelnden IT-Welt nicht mehr alles allein stemmen beziehungsweise anbieten. Daher werden Kooperationen mit kompetenten Partnern, die die Expertise von extern einbringen immer wichtiger. Partner wie vshosting können nicht nur Services aus verschiedenen Cloud-Varianten bereitstellen, sondern sie auch rund um die Uhr betreuen und mit Beratungs- und Migrationsservices Kunden dabei unterstützen, eine maßgeschneiderte Cloud-Strategie zu entwickeln, umzusetzen sowie zu optimieren.

The channel is undergoing significant changes due to the ongoing impact of the pandemic, inflation, the ongoing chip shortage, rising operating costs and the shift to subscription models. One trend that is emerging among companies for the coming year is a focus on optimizing costs while improving overall performance and services. This has also prompted them to re-evaluate their cloud strategy and ensure that it is aligned with specific business needs.

How data sovereignty and privacy influence cloud choice

According to the latest figures from digital association Bitkom, 55% are using public cloud environments and 29% are planning to do so. 36% have a cloud-first strategy, and 11% are cloud-only. According to Bitkom, the main reasons why companies are migrating their workloads to the cloud are to save costs, reduce their carbon footprint and increase IT security. The move to modern delivery models such as Platform-as-a-Service (PaaS) and Software-as-a-Service (SaaS) also plays an important role.

By storing data in a public cloud, organizations believe they are losing at least some control over where their data resides and who can access it. This can be problematic, and not just when it comes to personal information. Research results, patents, corporate strategies, unpublished balance sheets and other trade secrets must not fall into the hands of third parties.

It’s equally important to consider data protection when using the cloud. The General Data Protection Regulation (GDPR), which has been in effect in the European Union since 2018, protects personal data from misuse. The transfer of such information to third countries is only allowed if they have an adequate level of data protection compared to the EU. At least until recently, this was not the case in the US, as the European Court of Justice ruled in two cases („Schrems I and II“). To make matters worse, the CLOUD Act (Clarifying Lawful Overseas Use of Data) means that US cloud providers can be forced to hand over customer data even if it is located outside the US. Committees such as the German Data Protection Conference (DSK) have therefore repeatedly emphasized that legally compliant storage of personal data in US clouds is not possible without further legal agreements.

Many companies therefore prefer to store and process sensitive and personal data in a private cloud that they operate themselves or that is provided by a provider for their exclusive use. In addition, the sovereign cloud, which aims to combine the benefits of private and public environments, has gained in importance in recent years. This is a dedicated cloud infrastructure that is restricted to one country or the European Union and meets particularly high data sovereignty and data protection requirements. All data is stored and transmitted in encrypted form, and the keys are managed externally. As a result, the cloud provider has no direct access to trade secrets or personal information. Applications and services must also be easily portable to avoid vendor lock-in.

Choosing the right platform

Ultimately, however, the workload determines which platform is best from a business, technical, and legal perspective. While development environments or web stores require a high degree of flexibility and rapid scalability, the requirements for other applications, such as ERP systems or financial accounting, are more static and therefore easier to plan for. Others, such as machine and vehicle control, depend on rapid response from IT systems and require very low latency.

Private and sovereign cloud environments are always the right choice when it comes to retaining full control over data and applications and maintaining the highest security standards. The public cloud is the best answer when it comes to high scalability, availability and flexibility. It also offers a wide range of innovative services, from container solutions such as Kubernetes to artificial intelligence, mobile applications and the Internet of Things (IoT).

Every successful cloud strategy needs trusted partners

Enterprises should not be confused by the many options when it comes to changing their own cloud infrastructure. A categorical decision for or against one type of cloud makes sense for very few companies. Instead, a hybrid cloud model that combines resources from different cloud offerings as needed may be preferable. However, setting up and managing such a complex hybrid cloud environment in a secure, compliant, and data-protective manner is a significant challenge. In particular, midsize companies and smaller system houses are unlikely to be able to hire the necessary cloud experts – if they can find them at all, given the shortage of IT professionals. In a constantly evolving IT world, companies and partners can no longer manage or provide everything themselves. Working with competent partners who can bring in external expertise is becoming increasingly important. Partners such as vshosting can not only provide services from different cloud options, but also support them around the clock and help customers develop, implement and optimize a tailor-made cloud strategy with consulting and migration services.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Dr. Jakob Jung is Editor-in-Chief of Security Storage and Channel Germany. He has been working in IT journalism for more than 20 years. His career includes Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (storage and data center) and ChannelBiz. He also freelances for numerous IT publications, including Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider and ZDnet. His main topics are channel, storage, security, data center, ERP and CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

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