Simon Hayward, General Manager und VP of Sales, International Freshworks
Welche Anforderungen mittelständische Unternehmen bei Customer Experience Software berücksichtigen sollten, zeigt Simon Hayward, General Manager und VP of Sales, International bei Freshworks. Simon Hayward, General Manager and VP of Sales, International at Freshworks, shows what requirements medium-sized companies should consider for customer experience software.
Wachsende Kontaktkanäle und steigende Serviceanfragen überfordern traditionelle Ticketsysteme. Moderne Customer-Experience-Plattformen versprechen Abhilfe durch KI-gestützte Automatisierung und zentrale Verwaltung. Doch welche Funktionen sind wirklich entscheidend?

Die digitale Transformation verändert den Kundenservice grundlegend. Messaging-Apps, In-App-Support und Social Media haben die Zahl der Kontaktkanäle in den vergangenen Jahren erheblich erweitert. Gleichzeitig ist das Kundenerlebnis zu einem der wichtigsten Wachstumstreiber für Unternehmen geworden. Serviceanfragen gehen heute über zahlreiche Kontaktpunkte ein und erfordern eine schnelle, konsistente Bearbeitung.

Mit dem steigenden Anfragevolumen und neuen Kanälen stoßen traditionelle Ticketsysteme zunehmend an ihre Grenzen. Probleme müssen mehrfach beschrieben werden, Mitarbeitende arbeiten mit getrennten Systemen, und Teams können nur begrenzt skaliert werden, ohne die Servicequalität zu beeinträchtigen. Diese wachstumsbedingten Herausforderungen sind vielen mittelständischen Unternehmen bekannt.

Moderne Customer-Experience-Plattformen setzen genau hier an. KI-gestützte Funktionen erkennen Probleme frühzeitig, leiten Anfragen automatisch weiter und verhindern Effizienzverluste, bevor sie sich auf den Betrieb auswirken. Die Weiterleitung erfolgt regelbasiert, die Arbeitsoberflächen sind standardisiert, und aktuelle Daten ersetzen Spekulationen.

Der deutsche Mittelstand hat das Potenzial von Künstlicher Intelligenz längst erkannt. Laut dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) investieren Unternehmen Rekordbeträge in Innovationen. Ein Viertel der kleinen und mittleren Unternehmen setzt KI-Methoden bereits aktiv in Geschäftsprozessen oder Produkten ein. Damit steigen auch die Erwartungen, dass neue Technologien im Kundenservice nicht nur Effizienz schaffen, sondern das Serviceerlebnis messbar verbessern.

Fünf zentrale Fragen zur Software-Bewertung

Angesichts eines überfüllten Marktes mit zahllosen Funktionen kann die Auswahl schnell überfordernd werden. Fünf Kernfragen helfen bei der systematischen Bewertung:

  1. Omnichannel-Fähigkeit: Eine echte, von Grund auf entwickelte Omnichannel-Plattform ermöglicht die Arbeit an einem zentralisierten Arbeitsplatz. Alle Interaktionen – ob per E-Mail, Chat, Messaging oder Social Media – sind miteinander verknüpft und vollständig sichtbar. Kunden profitieren davon, da der Kontext auch beim Kanalwechsel erhalten bleibt.
  2. Native KI-Integration: Die Reife der Künstlichen Intelligenz macht einen entscheidenden Unterschied. Den größten Mehrwert liefert KI, wenn sie integraler Bestandteil der Plattform ist und Workflows direkt unterstützt, statt isoliert zu arbeiten. Für wachsende Serviceteams bedeutet ausgereifte KI weniger manuellen Aufwand, mehr Konsistenz und schnellere Antworten – ohne menschliche Entscheidungen zu ersetzen.
  3. Kundenzentrierter Ansatz: Der Support gerät ins Stocken, wenn kein Überblick über frühere Interaktionen, Kaufhistorien oder bevorzugte Kanäle vorhanden ist. Eine moderne Plattform stellt diesen Kontext automatisch bereit, sodass Mitarbeitende individuell reagieren und Probleme sicher lösen können.
  4. Compliance-Sicherheit: Sicherheit und Compliance sind unverzichtbar, insbesondere wo Vorschriften wie die Datenschutz-Grundverordnung und NIS2 gelten. Mit dem Wachstum von Kundenservice-Plattformen müssen diese Anforderungen nicht nachträglich erfüllt, sondern als solide Grundlage für den Schutz des Kundenvertrauens etabliert werden.
  5. Angemessene Kosten: Der Preis für das Abonnement allein spiegelt selten die tatsächlichen Kosten wider. Plattformen, die Einarbeitungszeit verkürzen, manuelle Arbeit reduzieren und die Fluktuation im Support senken, erzielen langfristig oft einen deutlich höheren Return on Investment. Das gilt besonders für mittelständische Unternehmen, die Wachstum und Effizienz in Einklang bringen müssen.

Strategische Entscheidung mit langfristiger Wirkung

Die Wahl der richtigen Customer-Experience-Software ist keine ausschließlich operative Entscheidung mehr, sondern eine strategische. Mit dem richtigen Ansatz unterstützt die gewählte Plattform nicht nur den laufenden Betrieb, sondern beeinflusst maßgeblich, wie sich ein Unternehmen entwickelt, anpasst und im Wettbewerbsumfeld positioniert.

Dies erfordert ein klares Verständnis der eigenen Anforderungen, eine Bewertung grundlegender und erweiterter Funktionen, die Prüfung der praktischen Eignung in Demos oder Testversionen sowie die frühzeitige Einbindung relevanter Stakeholder.

Eine richtig gewählte Plattform stärkt nicht nur die Mitarbeitenden, sie vertieft auch die Kundenbeziehungen und wird zu einem Motor für den langfristigen Geschäftserfolg.

Growing contact channels and increasing service requests are overwhelming traditional ticket systems. Modern customer experience platforms offer solutions through AI-driven automation and centralized management. But which features are truly essential?

Digital transformation is fundamentally changing customer service. In recent years, messaging apps, in-app support, and social media have significantly expanded the number of contact channels. At the same time, providing an excellent customer experience has become one of the most important growth drivers for companies. Service requests today come through numerous contact points and require quick and consistent handling.

As the volume of requests and channels increases, traditional ticketing systems are reaching their limits. Employees must describe problems multiple times, work with separate systems, and teams can only be scaled to a limited extent without compromising service quality. Many medium-sized companies are well aware of these growth-related challenges.

Modern customer experience platforms address these challenges. AI-supported functions identify problems early, automatically forward requests, and prevent efficiency losses before they affect operations. Forwarding is rule-based, work surfaces are standardized, and current data replaces speculation.

The German Mittelstand has long recognized the potential of artificial intelligence (AI). According to the Center for European Economic Research (ZEW), companies are investing record amounts in innovation. Currently, a quarter of small and medium-sized enterprises are actively using AI methods in their business processes or products. This raises expectations that new customer service technologies will create efficiency and measurably improve the service experience.

Five Key Questions for Software Evaluation

With so many features on the market, the selection can quickly become overwhelming. Five core questions help with systematic evaluation:

  1. Omnichannel capability: A true, purpose-built omnichannel platform enables work from a centralized workspace. All interactions — whether via email, chat, messaging, or social media — are interconnected and fully visible. This benefits customers because the context is maintained even when switching channels.
  2. Native AI integration: The maturity of artificial intelligence is crucial. AI provides the greatest value when it is an integral part of the platform and directly supports workflows rather than working in isolation. For growing service teams, mature AI means less manual effort, greater consistency, and faster responses without replacing human decision-making.
  3. Customer-Centric Approach: Support stalls without an overview of previous interactions, purchase histories, and preferred channels. A modern platform automatically provides this context, enabling employees to respond individually and resolve issues securely.
  4. Compliance and Security: Security and compliance are indispensable, especially in sectors subject to regulations such as the General Data Protection Regulation (GDPR) and the Network and Information Systems (NIS) Directive 2 (NIS2). As customer service platforms grow, it is crucial that these requirements are not met retroactively, but rather established as a solid foundation for protecting customer trust.
  5. Reasonable costs: The subscription price alone rarely reflects the actual costs. Platforms that shorten onboarding time, reduce manual work, and lower support turnover often achieve a significantly higher return on investment in the long term. This is especially true for medium-sized companies that need to balance growth and efficiency.

The choice of the right customer experience software is a strategic decision with a long-term impact. With the right approach, the chosen platform supports ongoing operations and significantly influences how a company develops, adapts, and positions itself in the competitive landscape.

This requires a clear understanding of one’s requirements, evaluation of basic and advanced features, assessment of practical suitability in demos or trial versions, and early stakeholder involvement.

A well-chosen platform empowers employees, deepens customer relationships, and drives long-term business success.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Dr. Jakob Jung is Editor-in-Chief of Security Storage and Channel Germany. He has been working in IT journalism for more than 20 years. His career includes Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (storage and data center) and ChannelBiz. He also freelances for numerous IT publications, including Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider and ZDnet. His main topics are channel, storage, security, data center, ERP and CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

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