| Analyse des Bitdefender Antispam-Labor zeigt: Jede zweite betrügerische Valentinstags-E-Mail zielt auf Europa – Deutschland im Fokus. | Analysis by the Bitdefender Antispam Lab shows: Every second fraudulent Valentine’s Day email targets Europe – Germany in focus. |
| In den Wochen vor dem 14. Februar füllen sich die Posteingänge rund um den Globus mit romantischen Angeboten, Geschenkversprechen und Liebesgrüßen. Doch eine Analyse des Antispam-Labors von Bitdefender zeigt: Zwischen Anfang Januar und Anfang Februar 2026 war fast jede zweite Valentinstags-E-Mail kein Liebesgruß, sondern ein Versuch, Empfängerinnen und Empfänger zu täuschen. Rund 41 Prozent aller saisonalen Nachrichten enthielten betrügerische oder schädliche Inhalte – von Phishing-Links über gefälschte Gewinnspiele bis zu Dating-Scams mit KI-generierten Profilen.
Deutschland unter den Hauptzielen Gemessen am Aufkommen betrügerischer Valentinstags-E-Mails lagen die USA mit einem Anteil von 55 Prozent weit vorne. Deutschland folgte mit 13 Prozent auf Platz zwei und ist damit das meistbetroffene europäische Land in der Auswertung. Irland (8 %), das Vereinigte Königreich (6 %) und Indien (5 %) komplettieren die obere Gruppe. Weiterhin auffällig vertreten: Japan, Südafrika, Polen, Italien, Australien, Frankreich und Kanada. Diese geografische Verteilung ist kein Zufall. Angreifer richten ihre Kampagnen gezielt auf Märkte aus, in denen saisonale Werbung zu erwarten ist und entsprechend weniger Misstrauen erregt. Valentinstags-Botschaften gehen in der Masse legitimer Marketing-E-Mails unter – genau das macht sie gefährlich. Die Versendung selbst erfolgt dezentral. Mit 43 Prozent waren die USA zwar auch beim Versand führend, doch dahinter reihten sich Brasilien, Hongkong, China, Italien, Südafrika, Polen, Indien, Frankreich und Ungarn ein. Dies verdeutlicht, dass diese Spam-Operationen auf verteilter Infrastruktur basieren. Betrug vs. Werbung: Das Verhältnis Bereinigt man das E-Mail-Aufkommen zum Valentinstag nach Kampagnentyp, zeigt sich eine klare Zweiteilung: Rund 59 Prozent der Nachrichten waren kommerzielle Werbe-E-Mails, während 41 Prozent betrügerische Absichten verfolgten. Dazu zählten Phishing-Versuche, Vorschussbetrug, gefälschte Verlosungen, irreführende Umfragen sowie Dating-Scams. Die Grenze zwischen Werbung und Betrug war dabei nicht immer klar gezogen. Auch unter den als Promotion eingestuften Nachrichten befanden sich Kampagnen, die zumindest mit täuschenden Formulierungen arbeiteten. Mit Annäherung des Valentinstags nahm der Anteil romantisch getarnter Betrugsversuche spürbar zu. Dating-bezogene Scam-Nachrichten machten rund 10 Prozent aller betrügerischen Valentinstags-Mails aus. Die Kampagnen nutzten verführerische Sprache, schnelle Kontaktaufnahme und sorgfältig gestaltete Profilbilder, um Neugier zu wecken und Gespräche möglichst rasch aus der E-Mail auf andere Plattformen zu verlagern. KI-generierte Bilder senken die Kosten für das Erstellen von Fake-Profilen erheblich: Angreifer müssen keine gestohlenen Fotos mehr recyceln, sondern können unbegrenzt viele einzigartige Personas anlegen. Auch wenn ein Teil der Empfänger die Bilder als unecht erkennt, reicht es aus, wenn ein kleiner Anteil darauf hereinfällt – zumal emotionale Phasen wie der Valentinstag die Bereitschaft erhöhen, Warnsignale zu ignorieren. Einen großen Teil der betrügerischen Valentinstags-Kampagnen prägten gefälschte Angebote bekannter Marken. Die Angreifer gaben sich als Dior, Sephora, ICI Paris XL, Walmart, Omaha Steaks und verschiedene Paketdienstleister aus. Das typische Muster: Empfängerinnen und Empfänger wurden informiert, sie seien besonders ausgewählt worden, um ein exklusives Geschenkset zu erhalten – bestehend aus Pflegeprodukten, Kerzen oder romantischen Dinner-Paketen –, obwohl sie nie an einem Gewinnspiel teilgenommen hatten. Im nächsten Schritt wurden sie auf gefälschte Umfrageseiten weitergeleitet. Dort sollten einige kurze Fragen beantwortet werden, bevor das versprochene Geschenk freigegeben wurde. Der Ablauf eskalierte regelmäßig in Anfragen nach persönlichen Daten oder kleinen Beträgen für angebliche Versandkosten – ein klassisches Vorschussbetrugsmuster. Countdowns, ablaufende Angebote und Hinweise, dass das Geschenk nur noch wenige Minuten verfügbar sein werde, gehörten zu den häufigsten Druckmitteln dieser Kampagnen. Der prominenteste Deutschland-Fall: Die Techniker Krankenkasse als Deckmantel Die wohl auffälligste auf Deutschland ausgerichtete Kampagne imitierte die Techniker Krankenkasse, eine der größten gesetzlichen Krankenkassen des Landes. Die gefälschten E-Mails inszenierten sich als Dankeschön zum Valentinstag: Versicherte wurden für ihr Vertrauen gelobt und eingeladen, an einer kurzen Umfrage teilzunehmen – im Gegenzug winkte ein Wellness- oder Gesundheitspaket. Das Vorgehen folgte dem bekannten Survey-Scam-Schema: Zunächst wurden einige harmlose Fragen gestellt, dann erfolgte eine Aufforderung zur Dateneingabe oder Zahlung einer kleinen Gebühr. Besonders tückisch ist die Wahl der Techniker Krankenkasse als Scheinabsender, da behördliche oder quasi-öffentliche Institutionen – insbesondere Gesundheitsdienstleister – instinktiv mehr Vertrauen wecken als unbekannte Onlinehändler. Wer eine E-Mail von seiner Krankenkasse erwartet, prüft Absenderadresse und Links erfahrungsgemäß seltener. Pharmazeutischer Spam und Gesundheitsrisiken Neben den Markenkampagnen enthielt das Valentinstags-Spam-Aufkommen auch eine anhaltende Welle pharmazeutischer Angebote. Dabei handelte es sich vorwiegend um intimitäts- und leistungsbezogene Medikamente, die mit hohen Preisnachlässen und einer emotional aufgeladenen Sprache, die das Thema Romantik in den Mittelpunkt rückt, vermarktet wurden. Viele dieser Angebote bezogen sich auf verschreibungspflichtige oder nicht zugelassene Präparate. Solche Spam-Apotheken umgehen jegliche medizinische Aufsicht – das schafft neben finanziellen Risiken auch unmittelbare Gesundheitsgefahren. Lieferbetrug und die Angst, ein Geschenk zu verpassen Einige Kampagnen nutzten Neugier und Heimlichkeit als Hebel: Sie kündigten verschlüsselte Valentinslieferungen oder ausstehende Überraschungspakete an, für die vor dem 14. Februar eine Identitätsverifizierung erforderlich sei. Andere imitierten Paketdienste und meldeten, ein Valentinsgeschenk sei auf dem Weg – für die Zustellung müssten nur noch persönliche Daten bestätigt werden. Diese Nachrichten bedienen eine simple psychologische Schwachstelle: die Angst, eine erwartete Überraschung zu verpassen. Da die Analyse kurz vor dem Valentinstag erstellt wurde, ist davon auszugehen, dass das Aufkommen betrügerischer Nachrichten bis zum 14. Februar weiter zunimmt. Historisch betrachtet steigen Last-Minute-Lieferbenachrichtigungen und gefälschte Umfragen besonders in den letzten Tagen an. Einige Grundregeln helfen dabei, nicht zur Statistik zu gehören: – Unerwartete Gewinnbenachrichtigungen hinterfragen: Wer an keinem Gewinnspiel teilgenommen hat, sollte Nachrichten, die von einer besonderen Auswahl berichten, grundsätzlich misstrauisch begegnen. Zeitdruck als Warnsignal erkennen. Countdowns und ablaufende Angebote sind ein bewährtes Mittel, um kritisches Nachdenken zu unterdrücken. Je dringlicher eine Nachricht klingt, desto vorsichtiger sollte man sein. Links vor dem Klicken prüfen: Mit einem URL-Scanner können Sie verdächtige Adressen überprüfen, bevor eine Seite geöffnet wird. Persönliche Daten schützen: Sensible Informationen sollten niemals über Links aus unerwarteten Nachrichten eingegeben werden. Paket- oder Kontowarnungen lassen sich jederzeit über offizielle Kanäle verifizieren. Pharmazeutische Spam-Angebote meiden. Verschreibungspflichtige Medikamente aus unaufgeforderten E-Mails sind häufig unreguliert, gefälscht oder gesundheitsgefährdend. |
In the weeks leading up to February 14th, inboxes around the globe fill up with romantic offers, promises of gifts, and love greetings. But an analysis by Bitdefender’s antispam lab shows: Between early January and early February 2026, almost every second Valentine’s Day email was not a love greeting, but an attempt to deceive recipients. Around 41 percent of all seasonal messages contained fraudulent or harmful content – from phishing links to fake contests to dating scams with AI-generated profiles.
US and Germany among the main targets Measured by the volume of fraudulent Valentine’s Day emails, the USA was far ahead with a share of 55 percent. Germany followed in second place with 13 percent, making it the most affected European country in the analysis. Ireland (8%), the United Kingdom (6%), and India (5%) complete the top group. Also notably represented: Japan, South Africa, Poland, Italy, Australia, France, and Canada. This geographical distribution is no coincidence. Attackers specifically target markets where seasonal advertising is expected and therefore arouses less suspicion. Valentine’s Day messages get lost in the mass of legitimate marketing emails – that’s exactly what makes them dangerous. The sending itself is decentralized. With 43 percent, the USA were also leading in the dispatch, but behind them were Brazil, Hong Kong, China, Italy, South Africa, Poland, India, France, and Hungary. This illustrates that these spam operations are based on distributed infrastructure. Fraud vs. Advertising: The Ratio When the Valentine’s Day email volume is sorted by campaign type, a clear division emerges: Around 59 percent of the messages were commercial advertising emails, while 41 percent pursued fraudulent intentions. This included phishing attempts, advance-fee fraud, fake lotteries, misleading surveys, and dating scams. The line between advertising and fraud was not always clearly drawn. Even among the messages classified as promotions, there were campaigns that at least used misleading wording. As Valentine’s Day approached, the proportion of romantically disguised fraud attempts noticeably increased. Dating-related scam messages accounted for around 10 percent of all fraudulent Valentine’s Day emails. The campaigns used seductive language, quick contact, and carefully crafted profile pictures to pique curiosity and move conversations as quickly as possible from email to other platforms. AI-generated images significantly reduce the costs of creating fake profiles: Attackers no longer have to recycle stolen photos; they can create an unlimited number of unique personas. Even if a portion of the recipients recognize the images as fake, it is sufficient if a small percentage falls for it—especially since emotional phases like Valentine’s Day increase the willingness to ignore warning signals. A large part of the fraudulent Valentine’s Day campaigns were characterized by fake offers from well-known brands. The attackers impersonated Dior, Sephora, ICI Paris XL, Walmart, Omaha Steaks, and various package delivery services. The typical pattern: Recipients were informed that they had been specially selected to receive an exclusive gift set—consisting of skincare products, candles, or romantic dinner packages—despite never having participated in a contest. In the next step, they were redirected to fake survey pages. There, they were asked to answer a few short questions before the promised gift was released. The process regularly escalated into requests for personal data or small amounts for alleged shipping costs – a classic advance-fee fraud pattern. Countdowns, expiring offers, and indications that the gift would only be available for a few more minutes were among the most common pressure tactics used in these campaigns. The most prominent case in Germany: Techniker Krankenkasse The most conspicuous campaign aimed at Germany imitated Techniker Krankenkasse, one of the country’s largest statutory health insurance companies. The fake emails presented themselves as a Valentine’s Day thank you: Insured individuals were praised for their trust and invited to participate in a short survey – in return, a wellness or health package was promised. The approach followed the well-known survey scam scheme: First, some harmless questions were asked, then a request for data entry or payment of a small fee was made. The fake emails presented themselves as a Valentine’s Day thank you: Insured individuals were praised for their trust and invited to participate in a short survey – in return, a wellness or health package was promised. Particularly insidious is the choice of the Techniker Krankenkasse as a fake sender, as government or quasi-public institutions – especially health service providers – instinctively evoke more trust than unknown online retailers. Anyone expecting an email from their health insurance company is less likely to check the sender’s address and links. Pharmaceutical spam and health risks In addition to the brand campaigns, the Valentine’s Day spam also included a persistent wave of pharmaceutical offers. These primarily involved intimacy and performance-related medications, marketed with significant discounts and emotionally charged language that centered around the theme of romance. Many of these offers referred to prescription or unapproved medications. Such spam pharmacies bypass any medical oversight – this creates not only financial risks but also immediate health dangers. Delivery fraud and the fear of missing a gift Some campaigns used curiosity and secrecy as leverage: They announced encrypted Valentine’s deliveries or pending surprise packages that required identity verification before February 14th. Others impersonated package delivery services, claiming a Valentine’s gift was on the way – it just needed personal information to be confirmed for delivery. These messages exploit a simple psychological weakness: the fear of missing an expected surprise. |

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM.
Dr. Jakob Jung is Editor-in-Chief of Security Storage and Channel Germany. He has been working in IT journalism for more than 20 years. His career includes Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (storage and data center) and ChannelBiz. He also freelances for numerous IT publications, including Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider and ZDnet. His main topics are channel, storage, security, data center, ERP and CRM.
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