| Oliver Bendig, CEO von stp.one, schildert die zehn prägendsten Legal-Tech-Trends des Jahres 2026 und zeigt auf, wie Kanzleien und Rechtsabteilungen von der digitalen Transformation profitieren können. | Oliver Bendig, CEO of stp.one, describes the ten most influential legal tech trends of 2026 and shows how law firms and legal departments can benefit from digital transformation. |
Die Rechtsbranche durchläuft eine fundamentale Transformation. Im Jahr 2026 prägen zehn zentrale Trends die Entwicklung von Legal Technology und verändern die Art und Weise, wie juristische Dienstleistungen erbracht werden. Künstliche Intelligenz, Cloud-Technologien und Automatisierung stehen dabei im Mittelpunkt der Digitalisierung.
Die Legal-Tech-Landschaft konsolidiert sich zunehmend zu integrierten Cloud-Ökosystemen. Diese vereinen zentrale Funktionen wie Mandats- und Fallmanagement, Dokumentenautomatisierung sowie Kollaborations- und Workflow-Funktionen auf einer gemeinsamen Plattform. Der Vorteil: Juristische Teams arbeiten mit einer einheitlichen Datenbasis und erzielen deutlich schnellere Arbeitsabläufe. Die verbesserte Transparenz über Team- und Abteilungsgrenzen hinweg erhöht zudem die operative Resilienz der gesamten Rechtsorganisation.
Embedded Agentic AI entwickelt sich zum prägendsten Trend im Legal-Tech-Markt. Anders als klassische KI-Assistenzsysteme agieren diese KI-Module direkt innerhalb juristischer Fachanwendungen und übernehmen eigenständig definierte Aufgaben wie Fristenüberwachung, Vertragsprüfung oder Aktenvorbereitung. Nahtlos in bestehende Workflows eingebettet, reduzieren sie manuellen Aufwand und minimieren Risiken erheblich. Für Kanzleien bedeutet dies einen strategischen Schritt hin zu skalierbaren Prozessen, bei denen juristische Expertise durch autonome, kontextbewusste KI ergänzt wird.
Künstliche Intelligenz ist mehr als ein Werkzeug – sie wird zur operativen Notwendigkeit. Legal-Tech-Pioniere gehen über Pilotprojekte hinaus und etablieren Rahmenwerke für KI-Governance, Risikokontrollen und ethische Standards. Transparenzanforderungen, Prompt-Audits und Human-in-the-Loop-Kontrollen werden Standard. Kanzleien und Rechtsabteilungen, die strukturierte KI-Governance integrieren, reduzieren Haftungsrisiken und können KI-Systeme skalierbar einsetzen.
KI entwickelt sich vom unterstützenden Tool zum strategischen Faktor. Generative KI und fortschrittliche Analyseverfahren prognostizieren den Ausgang von Gerichtsverfahren, werten umfangreiche E-Discovery-Daten aus und identifizieren verborgene Muster in der Rechtsprechung. KI-generierter Content spielt eine zentrale Rolle bei der Sichtung, Bewertung und Einordnung von Beweismitteln. Dies verändert die Vorbereitung von Fällen und die strategische Entscheidungsfindung grundlegend.
Juristen entwickeln sich zu technologieaffinen Gestaltern, die digitale Tools, Automatisierung und KI souverän integrieren. Prozessverständnis, Systemkompetenz und Dateninterpretation rücken neben der reinen Rechtsanwendung in den Fokus. Kanzleien profitieren von effizienteren Abläufen, höherer Skalierbarkeit und besserer Mandantenorientierung. Technologiekompetenz wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor im digitalisierten Rechtsmarkt.
Künstliche Intelligenz transformiert das Vertragswesen über einfache Prüfungsfunktionen hinaus. Sie wird zum zentralen Instrument für Contract Lifecycle Management, Compliance-Monitoring und automatisierte Vertragserstellung. Predictive Analytics identifiziert Risiken, Inkonsistenzen und Compliance-Probleme frühzeitig. Drei Anwendungsszenarien etablieren sich besonders: KI-gestützte Vertragsanalysen mit konkreten Korrekturvorschlägen, automatisierte Compliance-Berichte zur lückenlosen Nachverfolgung regulatorischer Vorgaben sowie KI-Unterstützung bei der Dokumentenerstellung.
Mit zunehmender Legal-Tech-Nutzung steigen Cybersecurity-Risiken. Der Schutz von Mandantendaten, vertraulichen Fallakten und KI-Systemen vor Ransomware-Angriffen, Datenpannen und unbefugter Offenlegung wird unverzichtbar. Robuste Cybersecurity-Tools und datenschutzorientierte Legal-Tech-Architekturen werden häufig direkt in Plattformen integriert. Proaktive Investitionen schützen nicht nur die Reputation, sondern erfüllen auch zunehmend strenge globale Datenschutzvorschriften.
Legal Tech muss konkrete Mehrwerte nachweisen. Investitionen werden klar mit messbaren Ergebnissen verknüpft: Zeit- und Kostenersparnis, Fehlerreduzierung oder höhere Mandantenzufriedenheit. Pilotprojekte starten mit definierten KPIs, Analysen demonstrieren den geschäftlichen Nutzen transparent. Budgetentscheidungen verlagern sich von Innovation um der Innovation willen hin zu klarer ROI-Orientierung.
Die Struktur juristischer Dienstleistungen verändert sich fundamental. Klassische Stundenhonorare verlieren an Bedeutung, während Festpreise, Abonnements oder wertbasierte Vergütungen zunehmen. Technologien, die Ergebnisse zuverlässig vorhersagen und standardisierte Leistungen effizient bereitstellen, unterstützen diese Entwicklung. Kalkulierbarkeit wird für Rechtsabteilungen und Mandanten zum Standard. Kanzleien mit innovativen Liefermodellen sichern sich Wettbewerbsvorteile.
Lawbots werden zum festen Bestandteil der Rechtsbranche. Diese spezialisierten Bots automatisieren spezifische juristische Aufgaben – von der Mandantenaufnahme über Dokumentenautomatisierung bis zur rechtlichen Recherche. Typische Einsatzszenarien umfassen maßgeschneiderte Bots für Einwanderungsanträge, Markenanmeldungen oder Routineverfahren. Sie übernehmen standardisierte Aufgaben effizient, sodass Anwälte sich auf komplexe, urteilsbasierte Arbeiten und strategische Entscheidungen konzentrieren können. Fazit: Technologieverständnis wird zur Schlüsselqualifikation Die Legal-Tech-Trends 2026 zeigen deutlich: Die Rechtsbranche befindet sich im Umbruch. Während Routinetätigkeiten automatisiert werden, gewinnen Technologieverständnis, Prozessdesign und strategische Fähigkeiten an Bedeutung. Up-Skilling wird zur Schlüsselqualifikation, traditionelle Karrierepfade wandeln sich. Kanzleien und Rechtsabteilungen, die diese Transformation aktiv gestalten, positionieren sich erfolgreich für die Zukunft der Rechtsberatung. |
The legal industry is undergoing a fundamental transformation. In 2026, ten key trends will shape the development of legal technology and change the way legal services are provided. Artificial intelligence, cloud technologies, and automation are at the heart of digitalization.
The legal tech landscape is increasingly consolidating into integrated cloud ecosystems. These combine key functions such as client and case management, document automation, and collaboration and workflow functions on a common platform. The advantage: legal teams work with a uniform database and achieve significantly faster workflows. Improved transparency across team and departmental boundaries also increases the operational resilience of the entire legal organization.
Embedded Agentic AI is emerging as the most influential trend in the legal tech market. Unlike traditional AI assistance systems, these AI modules operate directly within legal applications and independently perform defined tasks such as deadline monitoring, contract review, or file preparation. Seamlessly embedded in existing workflows, they significantly reduce manual effort and minimize risks. For law firms, this represents a strategic step toward scalable processes in which legal expertise is complemented by autonomous, context-aware AI.
Artificial intelligence is more than a tool—it is becoming an operational necessity. Legal tech pioneers are moving beyond pilot projects and establishing frameworks for AI governance, risk controls, and ethical standards. Transparency requirements, prompt audits, and human-in-the-loop controls are becoming standard. Law firms and legal departments that integrate structured AI governance reduce liability risks and can deploy AI systems in a scalable manner.
AI is evolving from a supporting tool to a strategic factor. Generative AI and advanced analytics predict the outcome of court cases, evaluate extensive e-discovery data, and identify hidden patterns in case law. AI-generated content plays a central role in reviewing, evaluating, and classifying evidence. This is fundamentally changing case preparation and strategic decision-making.
Lawyers are evolving into tech-savvy designers who confidently integrate digital tools, automation, and AI. Process understanding, system expertise, and data interpretation are becoming as important as the pure application of law. Law firms benefit from more efficient processes, greater scalability, and better client focus. Technological competence is becoming a decisive success factor in the digitalized legal market.
Artificial intelligence is transforming contract management beyond simple review functions. It is becoming a central tool for contract lifecycle management, compliance monitoring, and automated contract creation. Predictive analytics identifies risks, inconsistencies, and compliance issues at an early stage. Three application scenarios are becoming particularly established: AI-supported contract analysis with specific correction suggestions, automated compliance reports for seamless tracking of regulatory requirements, and AI support for document creation.
With the increasing use of legal tech, cybersecurity risks are also rising. Protecting client data, confidential case files, and AI systems from ransomware attacks, data breaches, and unauthorized disclosure is becoming essential. Robust cybersecurity tools and data protection-oriented legal tech architectures are often integrated directly into platforms. Proactive investments not only protect reputation but also comply with increasingly stringent global data protection regulations.
Legal tech must demonstrate concrete added value. Investments are clearly linked to measurable results: time and cost savings, error reduction, or higher client satisfaction. Pilot projects start with defined KPIs, and analyses demonstrate the business benefits transparently. Budget decisions are shifting from innovation for innovation’s sake to a clear ROI orientation.
The structure of legal services is undergoing fundamental change. Traditional hourly fees are becoming less important, while fixed prices, subscriptions, or value-based remuneration are on the rise. Technolog take and document automation to legal research. Typical use cases include customized bots for immigration applications, trademark registrations, or routine procedures. They efficiently handle standardized tasks so that lawyers can focus on complex, judgment-based work and strategic decisions.
Lawbots are becoming an integral part of the legal industry. These specialized bots automate specific legal tasks—from client intake and document automation to legal research. Typical use cases include customized bots for immigration applications, trademark registrations, or routine procedures. They efficiently handle standardized tasks so that lawyers can focus on complex, judgment-based work and strategic decisions. Conclusion: Understanding technology is becoming a key skill The legal tech trends for 2026 clearly show that the legal industry is undergoing radical change. As routine tasks are automated, an understanding of technology, process design, and strategic skills are becoming increasingly important. Upskilling is becoming a key qualification, and traditional career paths are changing. Law firms and legal departments that are actively shaping this transformation are successfully positioning themselves for the future of legal services. |

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM.
Dr. Jakob Jung is Editor-in-Chief of Security Storage and Channel Germany. He has been working in IT journalism for more than 20 years. His career includes Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (storage and data center) and ChannelBiz. He also freelances for numerous IT publications, including Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider and ZDnet. His main topics are channel, storage, security, data center, ERP and CRM.
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