Laut IDC bedroht die Knappheit bei Speicherchips den Markt für Smartphones und PCs, da die Nachfrage nach KI die Lieferkette verändert. Preiserhöhungen sind zu erwarten.

According to IDC, the shortage of memory chips is threatening the smartphone and PC market as demand for AI is changing the supply chain. Price increases are to be expected.
Laut einer neuen Analyse des Marktforschungsunternehmens IDC droht den globalen Smartphone- und PC-Märkten im Jahr 2026 ein Rückgang, da die zunehmende Knappheit an Speicherchips die Kosten für Komponenten in die Höhe treibt und die Verfügbarkeit einschränkt.

Die DRAM-Preise sind in den letzten Monaten stark gestiegen, da die Nachfrage von KI-Rechenzentren weiterhin das Angebot übersteigt, was zu einem beispiellosen Ungleichgewicht führt, das laut IDC bis 2027 anhalten wird. Die Knappheit ist auf eine grundlegende Veränderung in der Art und Weise zurückzuführen, wie Speicherhersteller ihre Produktionskapazitäten zuweisen.

Strategische Umverteilung

Die drei größten Speicherhersteller – Samsung Electronics, SK Hynix und Micron Technology – haben ihre Produktion von Speicherchips für Verbrauchergeräte auf High-Bandwidth-Memory (HBM) und DDR5-Module mit hoher Kapazität umgestellt, die für KI-Infrastrukturen benötigt werden. Dies stellt laut IDC eher eine potenziell dauerhafte Umverteilung als eine typische zyklische Verknappung dar.

„Jeder Wafer, der für einen HBM-Stack für eine Nvidia-GPU vorgesehen ist, steht nicht mehr für das LPDDR5X-Modul eines Mittelklasse-Smartphones oder die SSD eines Consumer-Laptops zur Verfügung“, heißt es in der Analyse.

Hyperscaler wie Microsoft, Google, Meta und Amazon haben durch den Aufbau ihrer KI-Infrastruktur eine enorme Nachfrage nach HBM geschaffen. KI-Server benötigen pro System wesentlich mehr Speicher als Verbrauchergeräte und beanspruchen einen überproportionalen Anteil der weltweiten Produktionskapazitäten.

IDC prognostiziert für 2026 ein Wachstum des DRAM- und NAND-Angebots von 16 % bzw. 17 % gegenüber dem Vorjahr – was unter den historischen Normwerten liegt.

Smartphone-Markt unter Druck

Der Smartphone-Markt ist je nach Positionierung der Hersteller mit asymmetrischen Auswirkungen konfrontiert. Speicherkomponenten machen 15 bis 20 % der Materialkosten für Mittelklasse-Geräte und 10 bis 15 % für Flaggschiff-Modelle aus, wodurch Kostensteigerungen besonders akut sind.

Hersteller, die sich auf preisgünstigere Geräte konzentrieren – darunter TCL, Transsion, Realme, Xiaomi, Lenovo, Oppo, Vivo, Honor und Huawei – arbeiten mit geringen Margen und werden wahrscheinlich die Kosten an die Verbraucher weitergeben oder die Spezifikationen reduzieren müssen.

Apple und Samsung behalten ihre strukturellen Vorteile durch Barreserven und langfristige Lieferverträge, die den Speicherbedarf für 12 bis 24 Monate sichern. IDC geht jedoch davon aus, dass die Flaggschiff-Modelle 2026 auf RAM-Upgrades verzichten werden, wobei die Pro-Modelle bei 12 GB bleiben und nicht auf 16 GB aufgestockt werden.

In einem moderaten Negativszenario prognostiziert IDC für 2026 einen Rückgang des globalen Smartphone-Marktes um 2,9 % bei einem Anstieg der durchschnittlichen Verkaufspreise um 3–5 %. Ein pessimistisches Szenario geht von einem Rückgang um 5,2 % bei Preissteigerungen von 6–8 % aus. Die Preissteigerungen werden in den unteren Marktsegmenten stärker ausfallen.

Die Analyse stellt fest, dass das vierte Quartal 2025 die früheren Prognosen übertreffen könnte, da die Anbieter ihre Vertriebskanäle im Vorfeld der erwarteten Preiserhöhungen aufgefüllt haben.

PC-Markt vor einer Sturmfront

Die PC-Branche steht vor einer Reihe von Herausforderungen, da die Speicherverknappung mit dem Ende des Lebenszyklus von Windows 10 und dem Trend zu KI-fähigen PCs zusammenfällt.

Große Anbieter wie Lenovo, Dell, HP, Acer und ASUS haben Preiserhöhungen von 15 bis 20 % angekündigt, als branchenweite Reaktion auf den zunehmenden Kostendruck in der zweiten Hälfte des Jahres 2026.

Größere PC-Hersteller mit höheren Liefermengen sollten besser mit den Lieferengpässen umgehen können und möglicherweise Marktanteile von kleineren und regionalen Marken gewinnen. White-Box-Anbieter und kleinere Hersteller werden die größte Belastung zu tragen haben, einschließlich der Auswirkungen auf DIY-Systeme, die von Gamern gebaut werden.

Entwicklung von KI-PCs in Gefahr

Der Mangel bedroht das Wachstum der Branche im Bereich der KI-PCs – Geräte mit neuronalen Verarbeitungseinheiten, die in der Regel über mehr RAM verfügen. Die Copilot+-PCs von Microsoft erfordern mindestens 16 GB, wobei High-End-Systeme aufgrund der Verlagerung von Sprachmodellen auf die Verarbeitung auf dem Gerät zunehmend 32 GB oder mehr benötigen.

„Gerade als die Branche einen Bedarf an mehr RAM erkennt, ist dies selbst bei verfügbaren Lieferungen unerschwinglich teuer geworden“, stellt IDC fest. Dieser Zeitpunkt führt zu Herausforderungen durch höhere Preise, geringere Margen oder reduzierte Speicherkonfigurationen in neuen Systemen.

Die Analyse zeigt, dass IDC zwar seine offiziellen Prognosen angesichts der sich entwickelnden Situation beibehält, diese Abwärtsrisikoszenarien jedoch eine erhebliche Gefahr für das Wachstum des Gerätemarktes im Jahr 2026 darstellen.

According to a new analysis from market research firm IDC, the global smartphone and PC markets face potential contraction in 2026 as an escalating memory chip shortage drives up component costs and limits availability.

DRAM prices have surged in recent months as demand from AI data centers continues to outstrip supply, creating an unprecedented imbalance that IDC predicts will persist through 2027. The shortage stems from a fundamental shift in how memory manufacturers allocate their production capacity.

A Strategic Reallocation

The three largest memory manufacturers—Samsung Electronics, SK Hynix, and Micron Technology—have redirected production away from memory chips used in consumer devices toward high-bandwidth memory (HBM) and high-capacity DDR5 modules required for AI infrastructure. This represents what IDC characterizes as a potentially permanent reallocation rather than a typical cyclical shortage.

„Every wafer allocated to an HBM stack for an Nvidia GPU is a wafer denied to the LPDDR5X module of a mid-range smartphone or the SSD of a consumer laptop,“ the analysis states.

Hyperscalers including Microsoft, Google, Meta, and Amazon have created voracious demand for HBM as they build out AI infrastructure. AI servers require substantially more memory per system than consumer devices, pulling a disproportionate share of global manufacturing capacity.

IDC projects 2026 DRAM and NAND supply growth at 16% and 17% year-over-year respectively—below historical norms.

Smartphone Market Under Pressure

The smartphone market faces asymmetric impacts depending on manufacturer positioning. Memory components represent 15-20% of the bill of materials for mid-range devices and 10-15% for flagship models, making cost increases particularly acute.

Manufacturers focused on lower-priced devices—including TCL, Transsion, Realme, Xiaomi, Lenovo, Oppo, Vivo, Honor, and Huawei—operate on thin margins and will likely need to pass costs to consumers or reduce specifications.

Apple and Samsung maintain structural advantages through cash reserves and long-term supply agreements that secure memory 12-24 months ahead. However, IDC expects 2026 flagship models will forgo RAM upgrades, with Pro models remaining at 12GB rather than increasing to 16GB.

In a moderate downside scenario, IDC projects the global smartphone market could contract 2.9% in 2026, with average selling prices rising 3-5%. A pessimistic scenario suggests contraction of 5.2% with price increases of 6-8%. Price rises will be more pronounced in the lower market segments.

The analysis notes that fourth-quarter 2025 may outperform earlier projections as vendors stocked channels ahead of anticipated price increases.

PC Market Facing Perfect Storm

The PC industry confronts compounding challenges as the memory shortage coincides with the Windows 10 end-of-life refresh cycle and the push toward AI-enabled PCs.

Major vendors including Lenovo, Dell, HP, Acer, and ASUS have indicated price increases of 15-20% as an industry-wide response to cost pressures intensifying in the second half of 2026.

Larger PC manufacturers with greater shipment volumes should navigate supply constraints more effectively, potentially capturing market share from smaller and regional brands. White-box vendors and lower-tier assemblers will face the greatest burden, including impacts on DIY systems built by gamers.

AI PC Trajectory at Risk

The shortage threatens the industry’s growth narrative around AI PCs—devices with neural processing units that typically include more RAM. Microsoft’s Copilot+ PCs require a minimum of 16GB, with higher-end systems moving toward 32GB or more as language models shift to on-device processing.

„Just as the industry is seeing a need to add more RAM, it has become prohibitively expensive to do so, even if they can get supply,“ IDC notes. This timing creates challenges through higher prices, compressed margins, or reduced memory configurations in new systems.

The analysis indicates that while IDC maintains its official forecasts as the situation evolves, these downside risk scenarios represent material threats to device market growth in 2026.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Dr. Jakob Jung is Editor-in-Chief of Security Storage and Channel Germany. He has been working in IT journalism for more than 20 years. His career includes Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (storage and data center) and ChannelBiz. He also freelances for numerous IT publications, including Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider and ZDnet. His main topics are channel, storage, security, data center, ERP and CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

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