Auf der .NEXT-Konferenz 2026 in Chicago präsentiert Nutanix agentische KI-Mandantenfähigkeit für Neoclouds, Bare-Metal-Kubernetes mit einheitlicher Sicherheit und neue Hardware-Integrationen.
Auf seiner jährlichen .NEXT-Konferenz, die vom 7. bis 9. April im McCormick Place in Chicago stattfindet, präsentiert Nutanix die nächste Entwicklungsstufe seiner Cloud-Plattform — mit Ankündigungen zu KI-Infrastruktur, Kubernetes, Hardware-Erweiterungen und Dienstanbieter-Werkzeugen. Rund 5.000 Teilnehmer werden erwartet, davon über 20 Prozent Interessenten, die noch keine Nutanix-Kunden sind. Die Sponsorenzahl ist auf über 100 gestiegen — gegenüber 31 vor vier Jahren — ein Indikator für die wachsende Reichweite der Plattform.
Agentische KI und Neoclouds
Nutanix erweitert seine auf der NVIDIA GTC vorgestellte Agentic-AI-Plattform um Multi-Mandanten-Fähigkeiten für Neoclouds: AI-native Cloud-Anbieter, die GPU-dichte Infrastruktur betreiben. Über Nutanix können diese Anbieter einen strukturierten Dienstkatalog anbieten — von GPU-as-a-Service bis hin zu Models-as-a-Service. Letzteres erlaubt das Anbieten einzelner validierter LLMs als separate Dienste mit GPU-Speicherverwaltung und Token-Verbrauchsüberwachung. Die Token-Kontrolle gilt als wichtiges Instrument, um unerwartete KI-Kosten in Unternehmen zu begrenzen.
Bare-Metal-Kubernetes und Dual-Native-Architektur
Mit NKP Metal bringt Nutanix Kubernetes-Orchestrierung direkt auf Bare-Metal-Server — ohne darunterliegende Hypervisor-Schicht. Das Unternehmen bezeichnet sich als einzigen Anbieter einer echten Dual-Native-Architektur: Container können sowohl in virtuellen Maschinen als auch direkt auf Bare-Metal laufen, mit identischem Management, identischen Sicherheitsrichtlinien und denselben Datendiensten in beiden Umgebungen.
Auf eine kritische Pressefrage zur Sicherheitsgleichstellung antwortete Nutanix offen: Container laufen in der Praxis vor allem deshalb in VMs, weil Virtualisierung Ressourceneffizienz und Betriebsresilienz bietet — nicht primär aus Sicherheitsgründen. Die Sicherheitsparität erzielt Nutanix durch die Ausweitung von Mikrosegmentierung und konsistenten Netzwerkrichtlinien auf Bare-Metal-Kubernetes. Die praktische Zielgruppe ist der Edge: kostensensibler, platzsparender, leistungsbeschränkter als Rechenzentrumsumgebungen. Nutanix bewirbt dabei „Follow-me Security“ — Sicherheitsrichtlinien, die Container vom Edge über den Core bis in die Public Cloud begleiten.
Als Machbarkeitsnachweis demonstriert Nutanix den Betrieb des Nutanix Database Service (NDB) auf Containern — ein Meilenstein des vor drei Jahren angekündigten Project Beacon.
Hardware, Sovereign Cloud und Supply-Chain-Resilienz
Nutanix weitet die Unterstützung für Compute-Only-Knoten auf NetApp und Everpure FlashArray //C aus (Dell PowerStore in Early Access). Die NetApp-Integration ist neu und wird durch eine gemeinsame Pressemitteilung begleitet. Erstmals wird auch Cisco FlexPod unterstützt — ein validiertes Referenzarchitektur-Design aus Nutanix, NetApp-Speicher und Cisco-Netzwerktechnik. Für Cisco-zertifizierte Reseller-Partner entsteht damit ein direkter Integrationspfad zu Nutanix. AMD-GPU- und Edge-Systeme sowie Lenovo ThinkSystem-Speicher ergänzen die Kompatibilitätsliste.
In der Cloud-Anbindung kommt Unterstützung für die AWS European Sovereign Cloud (die zunächst in Deutschland gestartet ist, geplant sind Portugal und Niederlande) sowie für Google Cloud C3-Instanzen mit Hyperdisk-Block-Speicher. Nutanix-Lizenzen sind vollständig portabel und können bei Bedarf wieder auf eigene Hardware zurückgezogen werden. Cost Governance und der Nutanix Data Lens (Ransomware-Schutz) stehen erstmals auch als On-Premises-Variante ohne SaaS-Abhängigkeit zur Verfügung.
Für Service Provider wird SP Central eingeführt: ein Verwaltungswerkzeug zur Bereitstellung, Monetarisierung und Kontrolle gemeinsam genutzter Hardware für mehrere Mandanten — mit Schutzmechanismen gegen Ressourcenkonflikte und unautorisierten Datenzugriff. Abgerundet wird das Release durch die MongoDB-Zertifizierung im Nutanix Database Service, der damit zusätzlich zu Postgres, SQL Server und Oracle dokumentenorientierte Datenbanken unterstützt.
Wettbewerbskontext
Die Ankündigungen fallen in ein günstiges Zeitfenster. Broadcoms Übernahme von VMware und die damit verbunden Preiserhöhung hat bei vielen Enterprise und Mittelstand-Kunden die Suche nach Alternativen ausgelöst, von der Nutanix profitiert hat. Der NPS-Wert über 90 über neun aufeinanderfolgende Jahre signalisiert eine stabile Kundenbasis — ein entscheidender Vertrauensvorteil in einem Markt, der gerade neu bewertet wird.

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM.
Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de