Auf der 62. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) verhandelten Staats- und Regierungschefs über geopolitische Krisen. Dabei bewachte Myra Security im Hintergrund die digitale Infrastruktur der Veranstaltung. Heads of state and government were negotiating geopolitical crises at the 62nd Munich Security Conference (MSC). Myra Security was safeguarding the event’s digital infrastructure in the background.
Während auf der 62. Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) Staats- und Regierungschefs aus aller Welt über geopolitische Krisen verhandelten, lief im Hintergrund ein kaum sichtbarer, aber entscheidender Schutzmechanismus: Das Münchner Cybersicherheitsunternehmen Myra Security bewacht seit zehn Jahren ununterbrochen den digitalen Außenposten der Konferenz. In einem Jahrzehnt, in dem sich der Schaden durch Cyberkriminalität für die deutsche Wirtschaft mehr als verfünffachte, ist das keine Selbstverständlichkeit.

Hochrangiges Ziel, konstante Bedrohung

Die Website der Münchner Sicherheitskonferenz ist mehr als eine Informationsplattform. Sie ist das digitale Aushängeschild eines Ereignisses, das in keinem anderen Format so konzentriert weltpolitische Entscheidungsträger zusammenbringt. Mehr als 200 Regierungsvertreter nahmen an der diesjährigen 62. Ausgabe teil, darunter über 60 Staats- und Regierungschefs, mehr als 65 Außenminister sowie Vertreter von rund 40 internationalen Organisationen.

Ein Cyberangriff auf die digitalen Kanäle einer solchen Veranstaltung wäre weit mehr als ein technisches Problem — er wäre ein politisches Signal. Genau deshalb gelten für den Schutz der MSC-Präsenz im Netz außergewöhnlich hohe Anforderungen. Myra Security, 2013 in München gegründet, erhielt 2016 erstmals den Auftrag, diese Infrastruktur zu schützen. Damals zählte das Unternehmen rund zwölf Mitarbeiter.

Bedrohungslage verschärft sich dramatisch

Die zehn Jahre seit dem ersten Auftrag spiegeln einen besorgniserregenden Trend wider: Laut dem Digitalverband Bitkom stieg der jährliche Schaden durch Datendiebstahl, Spionage und Sabotage für die deutsche Wirtschaft von 55 Milliarden Euro (2016/2017) auf 289 Milliarden Euro (2025). Das entspricht einer Verfünffachung innerhalb weniger Jahre.

Cyberangriffe sind nicht länger das Werkzeug von Einzelakteuren oder opportunistischen Kriminellen. Sie sind Teil staatlicher Kriegsführung. Im Ukraine-Konflikt gingen russischen Militäreinsätzen gezielte Cyberangriffe voraus — eine Entwicklung, die deutlich macht, dass digitale und physische Sicherheit untrennbar zusammengehören. Vor diesem Hintergrund fand die MSC 2026 nach eigener Einschätzung an einem grundlegenden Wendepunkt der internationalen Ordnung statt.

„Die Organisation der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz war von größter Unsicherheit und ständigen Veränderungen geprägt. Wir sind dankbar für unsere Partnerschaft mit Myra Security, die uns dabei geholfen hat, uns vor externen Cyber-Bedrohungen zu schützen, und es uns ermöglicht hat, unsere Cybersicherheitsmaßnahmen in den letzten zehn Jahren erheblich zu verbessern,“ erklärt Dr. Benedikt Franke, stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer der MSC.

Vom Startup zur gefragten Sicherheitsinstanz

Was 2016 als Auftrag an ein jungen Technologieunternehmens begann, hat sich zu einer langfristigen Partnerschaft entwickelt. Myra beschäftigt heute rund 100 Mitarbeiter und hat sich in der deutschen Cybersicherheitslandschaft einen festen Platz erarbeitet. Das Unternehmen war das erste, das sämtliche 37 Kriterien des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für qualifizierte DDoS-Mitigation-Dienstleister erfüllte — eine Zertifizierung, die neue Branchenstandards setzte.

Neben der MSC zählen Bundesbehörden sowie weitere Unternehmen und Organisationen zu den Kunden der Security-as-a-Service-Plattform. Myra schützt digitale Infrastrukturen vor DDoS-Attacken, Botnetzen und Angriffen auf Datenbanken — Angriffsvektoren, die in den vergangenen Jahren deutlich an Häufigkeit und Raffinesse gewonnen haben.

Digitale Souveränität als europäische Aufgabe

Die Partnerschaft zwischen Myra Security und der MSC wird von Beteiligten auch als industriepolitisches Signal verstanden. In einer Zeit, in der Europa die Abhängigkeit von außereuropäischen Technologieanbietern zunehmend als strategisches Risiko bewertet, rückt die Frage nach einheimischen Alternativen in den Vordergrund.

„Gerade jetzt, wo Europa sich der Bedeutung digitaler Souveränität bewusst wird, ist unsere Partnerschaft weit mehr: Sie ist ein Zeichen dafür, warum es sich lohnt, jungen europäischen Unternehmen eine Chance zu geben,“ betont Paul Kaffsack, Geschäftsführer Myra Security.

Zehn Jahre Partnerschaft, kein dokumentierter erfolgreicher Angriff auf die MSC-Website: Das ist der Befund, der hinter den Zahlen steht. In einer Welt, in der digitale Angriffe zur geostrategischen Routine geworden sind, ist das ein bemerkenswertes Ergebnis — und zugleich eine Messlatte für die nächste Dekade.

While heads of state and government from around the world were negotiating geopolitical crises at the 62nd Munich Security Conference (MSC), a barely visible but crucial protective mechanism was running in the background: The Munich-based cybersecurity company Myra Security has been continuously guarding the conference’s digital outpost for ten years. In a decade in which the damage caused by cybercrime to the German economy more than quintupled, this is a remarkable achievement.

High-profile target, constant threat

The website of the Munich Security Conference is more than just an information platform. It is the digital figurehead of an event that brings together global political decision-makers. No other format is so concentrated. More than 200 government representatives participated in this year’s 62nd edition, including over 60 heads of state and government, more than 65 foreign ministers, and representatives from around 40 international organizations.

A cyberattack on the digital channels of such an event would be far more than a technical problem — it would be a political signal. Precisely for this reason, exceptionally high standards apply to the protection of MSC’s online presence. Myra Security, founded in Munich in 2013, was first commissioned to protect this infrastructure in 2016. At that time, the company had around twelve employes.

Threat level is dramatically increasing

The ten years since the first order reflect a worrying trend: According to the German digital association Bitkom, the annual damage caused by data theft, espionage, and sabotage to the German economy rose from 55 billion euros (2016/2017) to 289 billion euros (2025). This corresponds to a fivefold increase within a few years.

Cyberattacks are no longer the tools of individual actors or opportunistic criminals. They are part of state warfare. In the Ukraine conflict, targeted cyberattacks preceded Russian military operations — a development that clearly shows that digital and physical security are inseparable. Against this backdrop, the MSC 2026 took place, in its own assessment, at a fundamental turning point in the international order.

„The organization of this year’s Munich Security Conference was marked by great uncertainty and constant changes.“ We are grateful for our partnership with Myra Security, which has helped us protect ourselves from external cyber threats and has enabled us to significantly improve our cybersecurity measures over the past ten years,“ explains Dr. Benedikt Franke, Deputy Chairman and Managing Director of the MSC.

From startup to sought-after security authority

What began in 2016 as a project for a young technology company has developed into a long-term partnership. Myra now employs around 100 people and has established a firm place in the German cybersecurity landscape. The company was the first to meet all 37 criteria set by the Federal Office for Information Security (BSI) for qualified DDoS mitigation service providers — a certification that set new industry standards.

In addition to the MSC, federal authorities as well as other companies and organizations are among the customers of the Security-as-a-Service platform. Myra protects digital infrastructures from DDoS attacks, botnets, and database attacks — attack vectors that have significantly increased in frequency and sophistication in recent years.

Digital sovereignty as a European task

The partnership between Myra Security and the MSC is also understood by stakeholders as an industrial policy signal. At a time when Europe increasingly views dependence on non-European technology providers as a strategic risk, the question of domestic alternatives comes to the forefront.
„Right now, as Europe becomes aware of the importance of digital sovereignty, our partnership is much more: it is a sign of why it is worth giving young European companies a chance,“ emphasizes Paul Kaffsack, Managing Director of Myra Security.

After ten years of partnership, there have been no documented successful attacks on the MSC website. In a world where digital attacks have become routine from a geostrategic standpoint, this is a remarkable result — and, at the same time, a benchmark for the next decade.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Dr. Jakob Jung is Editor-in-Chief of Security Storage and Channel Germany. He has been working in IT journalism for more than 20 years. His career includes Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (storage and data center) and ChannelBiz. He also freelances for numerous IT publications, including Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider and ZDnet. His main topics are channel, storage, security, data center, ERP and CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner