| Die globale Online-Sicherheitsumfrage von Microsoft zeigt, dass Teenager die Erwartungen ihrer Eltern hinsichtlich der Meldung von Online-Bedrohungen übertreffen, während die Fähigkeit, KI-generierte Inhalte zu identifizieren, stark zurückgegangen ist. | Microsoft Global Online Safety Survey shows teens exceeded parental expectations in reporting online threats, while ability to identify AI-generated content collapsed. |
| Eine zehnjährige Studie zur digitalen Sicherheit zeigt eine besorgniserregende Zunahme von Online-Bedrohungen sowie eine unerwartete Entwicklung: Teenager reagieren mit mehr Eigeninitiative, als ihre Eltern erwartet hatten.
Die von Microsoft durchgeführte globale Umfrage zur Online-Sicherheit, an der zwischen Juni und Juli 2025 fast 15.000 Teilnehmer aus 15 Ländern teilnahmen, dokumentiert, dass 55 Prozent der Teenager im Alter von 13 bis 17 Jahren im vergangenen Jahr mit Online-Risiken konfrontiert waren – ein Anstieg gegenüber 52 Prozent im Jahr 2024. Dieser Anstieg ist eine Fortsetzung der seit Beginn der Umfrage im Jahr 2016 stetig zunehmenden Bedrohungen. Zunehmende Bedrohungen Hassreden stellten mit 35 Prozent aller Befragten das häufigste Risiko dar, dicht gefolgt von Online-Betrug und Scams mit 29 Prozent. Grafische Gewalt in der realen Welt, Cybermobbing und Gewaltandrohungen rundeten die fünf größten Sorgen ab. Bemerkenswert ist, dass alle Risikokategorien mit einer Ausnahme im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg verzeichneten. Die Daten zeigen ein beunruhigendes Muster für LGBTQ+-Jugendliche, die in allen Risikokategorien einer deutlich höheren Gefährdung ausgesetzt sind. Diese Bevölkerungsgruppe, die 12 Prozent der Umfrageteilnehmer ausmacht, gab eine Gesamtrisikoexposition von 79 Prozent an, verglichen mit 62 Prozent bei den Nicht-LGBTQ+-Befragten. Eltern können die Schwere der Konsequenzen, denen ihre Kinder online ausgesetzt sind, besser einschätzen. 83 Prozent sagen die Auswirkungen im Jahr 2025 richtig voraus. Eine Lücke bleibt jedoch bestehen: Jugendliche gaben „Vertrauensverlust” als Konsequenz viel häufiger an, als Eltern erwartet hatten. Die Handlungsfähigkeit von Teenagern übertrifft die Erwartungen Die vielleicht auffälligste Erkenntnis der Studie betrifft die Widerstandsfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit von Teenagern. 72 Prozent der Teenager, die Online-Risiken erlebt haben, sprachen mit jemandem über den Vorfall – ein deutlicher Anstieg gegenüber 60 Prozent im Jahr 2023. Auch die Melderaten stiegen: 41 Prozent der betroffenen Teenager meldeten Vorfälle offiziell an Plattformen, Behörden oder Hotlines. Diese Kommunikationsbereitschaft übertraf die Erwartungen der Eltern in fast allen Risikokategorien. Teenager zeigten sich besonders bereit, mit Erwachsenen über sexuelle Ausbeutung, die Verbreitung intimer Bilder und sexuelle Anfragen zu sprechen – Themen, von denen Eltern annahmen, dass sie verschwiegen bleiben würden. Auf die Frage, was zu mehr Meldungen führen würde, nannten 47 Prozent der Teenager die Garantie der Anonymität, während 44 Prozent die Zusicherung wollten, dass jemand die gemeldeten Inhalte überprüft und Maßnahmen ergreift. Künstliche Intelligenz: Akzeptanz und Ängste Die Integration generativer KI in den Alltag hat sich stark beschleunigt: 38 Prozent der Befragten nutzen solche Tools wöchentlich oder häufiger – gegenüber 22 Prozent im Jahr 2024 und 13 Prozent im Jahr 2023. Junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren führten die Akzeptanz mit 45 Prozent an, gefolgt von Hochschulabsolventen mit 43 Prozent. Praktische Anwendungen trieben die Nutzung voran, wobei das Beantworten von Fragen und die Planung als Hauptfunktionen genannt wurden. Dennoch nahmen die Bedenken in allen KI-bezogenen Szenarien außer Deepfakes zu. Sexueller Missbrauch und Betrugsgenerierung standen mit 78 Prozent bzw. 77 Prozent der Nennungen ganz oben auf der Liste der Sorgen. Mehr als die Hälfte derjenigen, die Online-Betrug erlebt hatten, vermuteten, dass KI eine Rolle bei der Täuschung gespielt hatte. Bei Eltern und anderen Erwachsenen konzentrierte sich die größte Angst auf die Erosion der kritischen Denkfähigkeiten bei jungen Menschen. Die Krise der Deepfake-Erkennung Das Vertrauen in die Identifizierung von KI-generierten Bildern brach von 46 Prozent im Jahr 2024 auf nur noch 25 Prozent im Jahr 2025 ein. In Tests schnitten die Teilnehmer schlechter ab als zufällig zu erwarten wäre und identifizierten Bilder nur in 44 Prozent der Fälle korrekt. Junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren, die zwar das größte Vertrauen in ihre Erkennungsfähigkeiten äußerten, erreichten nur eine Genauigkeit von 54 Prozent – kaum mehr als die 50-Prozent-Schwelle beim zufälligen Raten. Nur drei von neun Testbildern wurden von mehr als der Hälfte der Teilnehmer korrekt identifiziert. Nach dem Quiz gaben 62 Prozent zu, dass es schwierig ist, Deepfakes zu erkennen. Im Jahr 2024 hatten nach einem ähnlichen Test noch 73 Prozent diese Meinung vertreten, was auf eine gefährliche Kluft zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Fähigkeit hindeutet. Moderation und Verantwortung Die Meinungen zur Moderation von Inhalten zeigten eine breite Unterstützung für Plattforminterventionen: 60 Prozent der Befragten wünschten sich, dass Social-Media-Unternehmen sowohl illegale als auch schädliche Inhalte einschränken. App-Stores erhielten mit 58 Prozent ähnliche Erwartungen. Die Meinungen über die aktuellen Praktiken gingen jedoch auseinander: 64 Prozent stimmten zu, dass Unternehmen nicht genügend illegale Inhalte entfernen, während 32 Prozent der Meinung waren, dass Plattformen insgesamt zu viel Material entfernen. Auf die Frage nach der Verantwortung für die Online-Sicherheit gaben 57 Prozent aller Erwachsenen an, dass sie in erster Linie bei ihnen selbst liege, gefolgt von Online-Plattformen mit 28 Prozent. Eltern von Teenagern wiesen den Plattformen etwas mehr Verantwortung zu als Eltern jüngerer Kinder. Die Längsschnittdaten der Umfrage, die sich über ein Jahrzehnt erstrecken, dokumentieren nicht nur die Entwicklung digitaler Bedrohungen, sondern auch die Anpassung derjenigen, die sich damit auseinandersetzen. Da künstliche Intelligenz die Landschaft der Online-Interaktion neu gestaltet, stellt die Kluft zwischen Vertrauen und Kompetenz bei der Identifizierung von manipulierten Inhalten eine neue Herausforderung für eine Generation dar, die bereits mit einer beispiellosen Gefährdung durch digitale Gefahren konfrontiert ist. |
A decade-long study tracking digital safety reveals a concerning escalation in online threats alongside an unexpected development: teenagers are responding with greater initiative than their parents anticipated.
Microsoft’s 10th anniversary Global Online Safety Survey, conducted across 15 countries with nearly 15,000 participants between June and July 2025, documents how 55 percent of teenagers aged 13-17 encountered online risks during the past year—up from 52 percent in 2024. The increase marks a continuation of threats that have steadily intensified since the survey’s inception in 2016. Rising Threats, Evolving Responses Hate speech emerged as the most prevalent risk, affecting 35 percent of all respondents, followed closely by online fraud and scams at 29 percent. Real-world graphic violence, cyberbullying, and threats of violence rounded out the top five concerns. Notably, every risk category except one showed year-over-year increases. The data reveals a troubling pattern for LGBTQ+ youth, who experience significantly higher exposure across all risk categories. This demographic, representing 12 percent of survey participants, reported a 79 percent overall risk exposure rate compared to 62 percent among non-LGBTQ+ respondents. Parents have improved their ability to gauge the severity of consequences their children face online, with 83 percent accurately predicting impacts in 2025. However, one gap persists: teens reported „loss of trust“ as a consequence far more frequently than parents anticipated. Teen Agency Surpasses Expectations Perhaps the study’s most striking finding centers on teenage resilience and communication. Seventy-two percent of teens who experienced online risks spoke to someone about the incident—a substantial increase from 60 percent in 2023. Reporting rates also climbed, with 41 percent of affected teens formally reporting incidents to platforms, authorities, or hotlines. This willingness to communicate exceeded parental expectations across nearly every risk category. Teens proved particularly likely to discuss sexual exploitation, intimate image distribution, and sexual solicitation with adults—topics parents assumed would remain undisclosed. When asked what would encourage more reporting, 47 percent of teens cited guarantees of anonymity, while 44 percent wanted assurance that someone would review reported content and take action. Artificial Intelligence: Adoption and Anxiety Generative AI integration into daily life accelerated sharply, with 38 percent of respondents using such tools weekly or more—up from 22 percent in 2024 and 13 percent in 2023. Young adults aged 18-24 led adoption at 45 percent, followed by college graduates at 43 percent. Practical applications drove usage, with answering questions and planning ranking as primary functions. Yet concerns intensified across all AI-related scenarios except deepfakes. Sexual abuse and scam generation topped worry lists, with 78 percent and 77 percent expressing concern, respectively. More than half of those who experienced online fraud suspected AI played a role in the deception. Among parents and other adults, the strongest fear centered on erosion of critical thinking skills in young people. The Deepfake Detection Crisis Confidence in identifying AI-generated images collapsed from 46 percent in 2024 to just 25 percent in 2025. When tested, participants performed worse than random chance would predict, correctly identifying images only 44 percent of the time. Young adults aged 18-24, despite expressing the highest confidence in their detection abilities, managed just 54 percent accuracy—barely above the 50 percent threshold of random guessing. Only three of nine test images were correctly identified by more than half of participants. Following the quiz, 62 percent acknowledged that spotting deepfakes is difficult, down from 73 percent who said so after a similar test in 2024—suggesting a dangerous gap between perceived and actual ability. Moderation and Responsibility Views on content moderation revealed broad support for platform intervention, with 60 percent of respondents wanting social media companies to restrict both illegal and harmful content. App stores received similar expectations at 58 percent. Yet opinions diverged on current practices: 64 percent agreed companies aren’t removing enough illegal content, while 32 percent felt platforms remove too much material overall. When asked about responsibility for online safety, 57 percent of all adults placed it primarily on themselves, followed by online platforms at 28 percent. Parents of teenagers assigned slightly more responsibility to platforms than parents of younger children. The survey’s longitudinal data spanning a decade documents not just the evolution of digital threats, but also the adaptation of those navigating them. As artificial intelligence reshapes the landscape of online interaction, the gap between confidence and competence in identifying manufactured content presents new challenges for a generation already managing unprecedented exposure to digital harm. |

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM.
Dr. Jakob Jung is Editor-in-Chief of Security Storage and Channel Germany. He has been working in IT journalism for more than 20 years. His career includes Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (storage and data center) and ChannelBiz. He also freelances for numerous IT publications, including Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider and ZDnet. His main topics are channel, storage, security, data center, ERP and CRM.
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