HP Inc. hat auf der Imagine 2026 in New York mehrere Produktlinien angekündigt, die KI-gestützte Gerätekonnektivität, hardwarebasierte Sicherheit und dokumentenverarbeitende Drucksysteme miteinander verbinden.

Neue KI-Plattform HP IQ koordiniert Geräte, Räume und Workflows

HP Inc. (NYSE: HPQ) hat auf der Imagine 2026 die KI-Plattform HP IQ vorgestellt. Die Lösung soll lokale, gerätebasierte Intelligenz mit kontextbezogener Konnektivität und zentraler Unternehmensverwaltung verbinden. Damit richtet sich das Unternehmen an Organisationen, die in heterogenen Geräteumgebungen produktiv arbeiten wollen.

Laut dem HP Work Relationship Index 2025 haben lediglich 20 Prozent der Büroangestellten ein als gesund eingestuftes Verhältnis zu ihrer Arbeit; 22 Prozent berichten von Technologieproblemen, die ihre Konzentration beeinträchtigen. Beschäftigte mit passenden Arbeitsmitteln bewerten ihre Erfahrung dagegen im Schnitt um 33 Punkte besser und blicken doppelt so häufig positiv auf ihre Aufgaben. Der interne Einsatz von KI-PCs bei HP selbst habe zu einer Produktivitätssteigerung von 16 Prozent geführt, so das Unternehmen.

HP IQ wird zunächst auf der nächsten Generation der HP EliteBook X G2 AI-PCs verfügbar sein. Die Plattform umfasst beim Start vier Funktionsbereiche: Ask IQ beantwortet Text- und Spracheingaben kontextbezogen; Analyze erschließt persönliche Dateiformate wie PDF, DOCX oder PPT und erstellt Zusammenfassungen; Notes & Knowledge protokolliert Sitzungsläufe für spätere Weiterarbeit; der Meeting Agent hält Ideen und Notizen während Besprechungen fest, ohne dass Anwendende zwischen Programmen wechseln müssen. Konfiguration und Rollout erfolgen über die HP Workforce Experience Platform (WXP) oder Drittanbieter-Lösungen wie Microsoft Intune.

HP NearSense: geräteübergreifende Konnektivität auf Basis von Googles D2DI

Als Teil von HP IQ hat HP die Konnektivitätslösung HP NearSense angekündigt. Sie nutzt die von Google entwickelte Device-to-Device-Infrastructure (D2DI), um Geräte in unmittelbarer räumlicher Nähe automatisch zu erkennen, zu verbinden und Inhalte auszutauschen. D2DI unterstützt bereits Funktionen wie das Google Cross-Device SDK, Google Meet Call Cast und Android Instant Hotspot. Durch die Zusammenarbeit mit HP wird der Einsatzbereich auf Windows-Geräte ausgedehnt.

Imran Chaudhri, SVP of Design & Technology bei HP IQ, erläutert: Gutes Design beseitige Reibungsverluste zwischen Anwenderinnen und ihren Aufgaben. HP NearSense sei die Antwort des Unternehmens darauf. Die Zukunft der Arbeit solle offen, kollaborativ und nahtlos sein – und jedes Gerät und jede Marke solle dieselbe Sprache sprechen.

Erik Kay, VP of Engineering für die Android Platform bei Google, ergänzt, HP teile die Vision einer nahtlosen Interoperabilität zwischen Plattformen. Mit der Integration von D2DI in HP NearSense truge man dazu bei, traditionelle Barrieren zu beseitigen.

HP NearSense ermöglicht zunächst die sichere Dateiübertragung per Drag-and-drop zwischen PCs sowie die Ein-Klick-Einwahl in Konferenzraum-Meetings. Im Verlauf des Jahres soll die Lösung auf Android-Geräte ausgeweitet werden; eine bidirektionale Dateifreigabe ohne Softwareinstallation oder Cloud-Dienste ist geplant. Mittelfristig will HP NearSense auf das gesamte Ökosystem – darunter HP Poly Videokonferenzlösungen, Drucker, Desktops und Peripheriegeräte – ausdehnen. An der technologischen Weiterentwicklung der Gerät-zu-Gerät-Interoperabilität ist auch Qualcomm beteiligt.

EliteBook 6 G2q: KI-PC für mobile Berufstätige

Für mobile Berufstätige und Büroanwendungen stellt HP das EliteBook 6 G2q vor. Das Gerät basiert auf den Snapdragon X2 Elite- und X2 Plus-Prozessoren von Qualcomm und liefert bis zu 85 TOPS NPU-Leistung für lokale KI-Anwendungen. Es unterstützt den Copilot+-Standard und arbeitet mit mehr als 100 ISV-Partnern zusammen, darunter Rakuten, Goodnotes und Guidde. Das Gehäuse ist bis zu 15 Prozent dünner als das Vorgängermodell; HP Go 5G liefert unbegrenztes Mobilfunkdatenvolumen mit automatischer Netzwahl. Eine physische Manipulationserkennung schaltet das Gerät automatisch ab und schützt den Arbeitsspeicher, wenn das Gehäuse geöffnet wird.

HP TPM Guard: Hardwareschutz gegen BitLocker-Bypass-Angriffe

Im Bereich Sicherheit kündigt HP die Funktion HP TPM Guard an. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um die erste hardwarebasierte Lösung, die physische Angriffe auf den TPM-Bus abwehrt und damit verhindert, dass die BitLocker-Laufwerksverschlüsselung durch direkten Gerätezugang umgangen werden kann. TPM Guard verschlüsselt die Verbindung zwischen TPM und CPU; das Modul ist kryptografisch an das jeweilige Gerät gebunden und wird bei Entfernung oder Manipulation unbrauchbar. IT-Teams sollen keinen zusätzlichen Konfigurationsaufwand haben.

Ergänzt wird das Sicherheitsportfolio durch erweiterte Funktionen von HP Wolf Security, die das Zusammenspiel zwischen WXP, HP Wolf Security und bestehenden IT-Architekturen verbessern sollen, um Cyberrisiken zu minimieren.

Neue LaserJet-Serien mit quantenresistenter Sicherheit

HP stellt zwei neue LaserJet-Produktlinien vor: Die LaserJet Pro 4000/4100 Serie richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen mit begrenzter IT-Unterstützung. Sie bietet professionellen Schwarzweiß-Druck in kompaktem Format, schnelles automatisches beidseitiges Drucken sowie WiFi 6 mit automatischem Selbst-Reset. Dank der TerraJet-Toner-Technologie sollen die laufenden Druckkosten im Vergleich zur Vorgängergeneration um bis zu 25 Prozent sinken. Die Serie ist nach Herstellerangaben der weltweit erste KMU-Drucker mit quantenresistenter Sicherheit. Eine dreijährige Garantie ist inbegriffen.

Die LaserJet Enterprise 5000/6000 Serie richtet sich an mittlere bis große Unternehmen sowie Organisationen des öffentlichen Sektors. Das automatische beidseitige Scannen erreicht bis zu 200 Seiten pro Minute, die Druckgeschwindigkeit liegt bei bis zu 57 Seiten pro Minute. KI-Funktionen wie Scan AI Enhanced und editierbare OCR sollen den manuellen Aufwand bei der Dokumentenverarbeitung um bis zu 50 Prozent senken. Hinzu kommt eine Funktion zur automatischen Schwärzung sensibler Daten. Über ein HP Workpath-App-Abonnement lässt sich Microsoft 365 Copilot direkt auf dem Bedienfeld der Multifunktionsdrucker nutzen. 90 Prozent der wartungsrelevanten Komponenten sind in weniger als acht Minuten austauschbar. Beide Serien tragen EPEAT Gold-, ENERGY STAR- und Blauer-Engel-Zertifizierungen.

Anneliese Olson, Präsidentin der Abteilung Imaging, Printing and Solutions bei HP Inc., erklärt: Unternehmen stünden unter dem Druck, ihre Abläufe zu digitalisieren, ohne bei der Sicherheit Kompromisse einzugehen. Das neue LaserJet-Portfolio verbinde die analoge und die digitale Welt und vereinfache das Dokumentenmanagement.

HP Z-Workstations: Leistung für KI-Workloads

Für rechenintensive Anwendungen kündigt HP neue Modelle der Z-Workstation-Linie an. Das Flaggschiff HP Z8 Fury unterstützt bis zu vier NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q GPUs und Prozessoren der nächsten Intel-Generation; es ist für KI-Entwicklung, visuelle Effekte und Simulationen konzipiert. Das neu eingeführte HP Max Side Panel vergrößert das Innenvolumen um 15 Prozent und erlaubt werkzeuglose Installation größerer Grafikkarten. Im mobilen Segment kündigt HP das ZBook X G2i, ZBook 8 G2i und ZBook 8 G2a an – dünne, leichte Workstations mit AMD- und Intel-Optionen sowie skalierbarem Arbeitsspeicher.

Workforce Experience Platform und Build Workspace

Die HP Workforce Experience Platform (WXP) erhält KI-generierte Handlungsempfehlungen zur Problemlösung, individuell anpassbare Telemetrie-Reports und einen neuen Carbon Footprint Report. Neu sind außerdem Microsoft Teams Pulse Notifications sowie Integrationen der Wolf Protect and Trace API und von Poly+ Analyze.

Das HP Build Workspace Ökosystem wird für die Bauindustrie weiterentwickelt: HP DesignJet Multifunktionsdrucker, HP Build Workspace und HP Z Workstations werden vernetzt, um digitale Planung und Bauausführung enger zu verzahnen. Papierpläne sollen in digital abgestimmte Dokumente überführt werden, die zwischen Büro und Baustelle synchronisieren.

Gaming: HyperX OMEN MAX 45L und OMEN AI

Im Spielesegment stellt HP den HyperX OMEN MAX 45L vor, ausgestattet mit bis zu einem Intel Core Ultra 7 Prozessor 270K Plus, einer NVIDIA GeForce RTX 5090 und einer Cryo Chamber Kühlung der zweiten Generation. Der HyperX OMEN 35L bietet ein aufrüstbares Design für individuell anpassbares Gaming. OMEN AI ist ab sofort in Minecraft, Roblox und Marvel Rivals verfügbar und optimiert FPS-Einstellungen durch intelligente Anpassung von Hardware-, System- und Spielparametern. Der OMEN Gaming Hub erhält neue KI-gestützte Funktionen für Content-Erstellung und Kommunikation durch Partnerschaften mit HeyGen und Voicemod.

Verfügbarkeit

HP IQ und HP NearSense sollen voraussichtlich im Frühjahr 2026 auf ausgewählten HP AI-PCs verfügbar sein. Eine erweiterte Verfügbarkeit auf weitere Notebooks, Desktops und HP Poly Studio Video Bars ist für Sommer 2026 geplant; neue HP-IQ-fähige Geräte sollen im Herbst 2026 ausgeliefert werden. Die Android-Interoperabilität von NearSense ist noch für 2026 vorgesehen. Die LaserJet Pro 4000/4100 Serie soll ab Mai 2026 erhältlich sein; die LaserJet Enterprise 5000/6000 Serie ist im Rahmen von Vertragsangeboten ab März 2026 verfügbar, eine breite Verfügbarkeit ist ab Juni 2026 geplant.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

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