Commvault erweitert seine Cloud-Plattform um Echtzeit-Zugriffskontrolle für strukturierte Datenbanken und KI-Vektordaten – als Ergebnis der Übernahme des Spezialisten Satori.

Cyberangriffe zielen zunehmend auf sensible und regulierte Daten – und Unternehmen kämpfen damit, den Überblick zu behalten. Laut einem aktuellen Varonis-Report halten neun von zehn Unternehmen sensible Daten so offen vor, dass KI-Systeme sie potenziell offenlegen können. Eine Studie von Spacelift zeigt: 46 Prozent aller Datenpannen betreffen personenbezogene Kundendaten, weitere 40 Prozent sensible Mitarbeiterinformationen. Die Folgen reichen von Compliance-Verstößen über Bußgelder bis hin zu langwierigen Wiederherstellungsprozessen nach Angriffen.

Genau in dieser Lücke setzt Commvault an. Der Anbieter von Cyberresilienzlösungen hat seine Commvault Cloud-Plattform mit neuen Funktionen ausgestattet, die aus der 2025 abgeschlossenen Übernahme des Datenzugriffsspezialisten Satori hervorgehen. Im Mittelpunkt stehen zwei Erweiterungen: eine Echtzeit-Zugriffskontrolle für strukturierte Datenbanken sowie eine verbesserte Erkennung und Klassifizierung sensibler Daten in strukturierten Umgebungen.

Echtzeit-Kontrolle auch für KI-Vektordatenbanken

Bislang deckte das Data Security Posture Management (DSPM) von Commvault vor allem unstrukturierte Daten ab. Mit der aktuellen Erweiterung werden nun auch strukturierte Datenbanken – und damit ein großer Teil der Datenhaltung in Unternehmen – in die Governance-Prozesse einbezogen. Besonders relevant ist die neue Kontrollfunktion für Vektordatenbanken, die in modernen KI-Anwendungen eingesetzt werden und bislang oft außerhalb klassischer Sicherheitskonzepte lagen.

Die Zugriffskontrolle überwacht und reguliert in Echtzeit, wer oder welche Anwendung auf welche Daten zugreifen darf. Das schließt auch KI-Modelle und generative KI-Analysen ein – Systeme, die große Datenmengen verarbeiten und bei unzureichender Kontrolle zu einem erheblichen Risikofaktor werden können.

KI-gestützte Klassifizierung vereinheitlicht den Datenschutz

Die neue KI-gestützte Klassifizierungsfunktion analysiert automatisch den gesamten Datenbestand eines Unternehmens und hebt kritische Bereiche hervor: Umgebungen mit einer hohen Konzentration sensibler Informationen, Bereiche mit übermäßigen Zugriffsrechten sowie Daten, die länger als vorgesehen aufbewahrt werden. Diese Übersicht erlaubt es Sicherheitsteams, Risiken nach ihren möglichen Auswirkungen zu priorisieren und gezielt zu handeln.

Yoav Cohen, Vice President of Product Management bei Commvault und Mitgründer von Satori, beschreibt die Herausforderung: In dem Maße, in dem Unternehmen zunehmend Cloud- und KI-gestützte Dienste nutzen, verteilen Mitarbeiter sensible Daten immer stärker auf strukturierte und unstrukturierte Systeme. Ohne klare Transparenz und Echtzeit-Zugriffskontrollen können diese Daten übermäßig stark exponiert und schwer zu verwalten sein.

Die neuen Funktionen sind direkt in die Abläufe für Cyberresilienz integriert. Das bedeutet: Klassifizierung und Zugriffskontrolle wirken nicht nur präventiv, sondern unterstützen Unternehmen auch dabei, sich nach Sicherheitsereignissen effizienter zu erholen – sowohl bei Produktions- als auch bei Sicherungsdaten.

Verfügbarkeit gestaffelt

Die Datenzugriffs-Governance mit Echtzeit-Zugriffskontrolle für strukturierte Daten ist ab sofort per Single Sign-On über Commvault Cloud verfügbar und als Add-on für alle bestehenden Commvault Cloud-Pakete erhältlich. Die Erkennung und Klassifizierung strukturierter Daten soll voraussichtlich im Spätsommer 2026 allgemein verfügbar sein. Preisdetails für diese Funktionen werden kurz vor dem Release bekannt gegeben.

Von Jakob Jung

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM. Dr. Jakob Jung is Editor-in-Chief of Security Storage and Channel Germany. He has been working in IT journalism for more than 20 years. His career includes Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (storage and data center) and ChannelBiz. He also freelances for numerous IT publications, including Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider and ZDnet. His main topics are channel, storage, security, data center, ERP and CRM. Kontakt – Contact via Mail: jakob.jung@security-storage-und-channel-germany.de

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