| Eine Forrester-Studie zeigt, wo die Einführung von KI im Softwareentwicklungslebenszyklus (SDLC) zwar weit verbreitet ist, in der Praxis jedoch nur oberflächlich umgesetzt wird. | A Forrester study reveals where AI adoption in the software development lifecycle (SDLC) is widespread in name but shallow in practice. |
Drei Viertel der globalen Unternehmen haben damit begonnen, KI in ihren Softwareentwicklungslebenszyklus zu integrieren. Die von Reply in Auftrag gegebene und Studie von Forrester Consulting zeigt jedoch ein komplexeres Bild: Die meisten Unternehmen setzen KI als eine Sammlung isolierter Tools ein, anstatt eine strukturelle Transformation voranzutreiben. Während 76 % der Unternehmen KI in gewissem Umfang in ihren SDLC integriert haben, geben nur 20 % an, dass sie in allen Phasen flächendeckend eingesetzt wird.Die Einführung von KI erfolgt vor allem zu Beginn. Codierungsumgebungen und Low-Code-Plattformen stehen bei der Akzeptanz an erster Stelle. Was hinterherhinkt, sind die Praktiken, die am ehesten einen dauerhaften Mehrwert schaffen: die Transformation von Kultur und Prozessen, die Überprüfung des Ressourcenmanagements und die Umschulung von Entwicklern für KI-gestützte Aufgaben. Unternehmen optimieren die Ausführungsebene, während die strategische und organisatorische Ebene weitgehend unverändert bleibt. Phasen, die menschliches Urteilsvermögen erfordern – Governance, Planung, Design und Bereitstellung – befinden sich bei der Hälfte der Befragten oder mehr noch in der Pilotphase.
Die Qualifikationslücke ist strukturellDie Hindernisse für eine tiefere Einführung von KI sind nicht in erster Linie technischer Natur. 75 % der Führungskräfte geben einen Mangel an Qualifikationen im gesamten SDLC an, und 72 % berichten von Schwierigkeiten, Talente mit Fachkenntnissen in neuen Entwicklungsmethoden zu halten. Technologische Herausforderungen folgen dicht dahinter: 74 % nannten die Bindung an bestimmte Anbieter und 72 % gaben an, dass es schwierig sei, KI in bestehende Arbeitsabläufe zu integrieren. Diese Einschränkungen verstärken sich gegenseitig. Ohne die richtigen Talente können Unternehmen die von KI generierten Ergebnisse nicht effektiv steuern. Ohne Steuerung steigt das Risiko. Ohne Workflow-Integration führen Produktivitätssteigerungen durch einzelne Tools nicht zu einer systemischen Effizienzsteigerung. Das Ergebnis: lokale Vorteile statt einer durchgängigen Beschleunigung. Eine verbesserte datengestützte Entscheidungsfindung (41 %), Entwicklerproduktivität (38 %) und Softwarequalität (38 %) sind echte Gewinne – aber kein transformiertes Betriebsmodell. Sourcing-Modelle unter DruckTraditionelle Software-Sourcing-Modelle stehen unter zunehmendem Druck. Offshore-Outsourcing steht unter Compliance-Druck: 78 % der Befragten geben an, dass es die Einhaltung von Vorschriften wie DSGVO und HIPAA erschwert, während 76 % es mit einem höheren Risiko für technische Schulden in Verbindung bringen. Insourcing bringt seine eigenen Kosten mit sich – 84 % der Unternehmen, die überwiegend insourcen, berichten von höheren Arbeitskosten, Schwierigkeiten bei der schnellen Skalierung und begrenztem Zugang zu spezialisierten Fähigkeiten in neuen Technologien. Co-Sourcing hat sich als pragmatischer Mittelweg herausgestellt, führt jedoch zu Konflikten hinsichtlich der Zuständigkeiten, hohem Koordinationsaufwand und unklaren Verantwortlichkeiten zwischen internen und externen Teams. Kein einzelnes Beschaffungsmodell bietet eine saubere Lösung – genau aus diesem Grund findet agentische KI ernsthafte strategische Beachtung. Agentische KI: Eine strategische Alternative zum Outsourcing93 % der befragten Führungskräfte geben an, dass ihre Unternehmen innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich agentische KI – Systeme, die in der Lage sind, mehrstufige Aufgaben autonom auszuführen, Arbeitsabläufe zu koordinieren und sich an Echtzeitdaten anzupassen – als strategische Alternative zum Outsourcing einsetzen werden. Die Erwartung ist, dass autonome Agenten die Erfassung von Anforderungen, die Codegenerierung und -überprüfung, die Ausführung von Testsuiten, das Bereitstellungsmanagement und die Erkennung von Anomalien übernehmen und so die Notwendigkeit verringern, die Mitarbeiterzahl linear mit dem Liefervolumen zu skalieren. Rund 80 % der Befragten planen, ihre KI-Budgets in den nächsten 12 bis 24 Monaten zu erhöhen. Die vorherrschende Vision ist die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI: Agenten übernehmen repetitive und datenintensive Aufgaben, während sich Entwickler auf architektonische Entscheidungen, die Abstimmung mit Stakeholdern und die Lösung übergeordneter Probleme konzentrieren. Die meisten Befragten sind sich einig, dass die Neugestaltung von Arbeitsabläufen und die Transformation der Governance Voraussetzungen für die Realisierung dieses Modells sind. Filippo Rizzante, CTO von Reply, betont: „Die Ergebnisse der Forrester-Studie bestätigen unsere Marktbeobachtung: KI ist nicht länger nur ein Produktivitätswerkzeug, sondern ein Disruptor, der ein neues Operating Model erfordert. Die Grenzen traditioneller Offshoring Modelle, insbesondere bei Qualität und Compliance, führen dazu, dass Unternehmen wieder mehr Kontrolle anstreben. Mit unserem Silicon-Shoring-Modell verbinden wir die lokale Expertise unserer Branchen- und KI-Spezialisten mit der unbegrenzten Skalierbarkeit agentenbasierter KI. So ermöglichen wir es unseren Kunden, Innovation schneller voranzutreiben, ohne Sicherheit oder architektonische Integrität zu beeinträchtigen.“ Was Unternehmen jetzt tun müssenDie Studie nennt vier Prioritäten. Erstens: KI als grundlegende Ebene des SDLC einbetten – nicht durch die schrittweise Einführung von Tools, sondern durch eine bewusste Neugestaltung der Lieferarchitektur. Zweitens müssen Entwicklungsmodelle, Rollen und Governance umstrukturiert werden, um die KI-gestützte Bereitstellung widerzuspiegeln, anstatt KI auf Strukturen zu schichten, die für die von Menschen geleitete Entwicklung geschaffen wurden. Drittens muss KI-generierter Code genauso streng behandelt werden wie von Menschen geschriebener Code: Nachverfolgung der Urheberschaft, Zero-Trust-Prinzipien und Durchsetzung der Compliance. Viertens müssen Talent- und Beschaffungsstrategien neu bewertet werden – da KI den Stellenwert des Codierungsvolumens verringert und die Bedeutung des architektonischen Urteilsvermögens erhöht, verliert die Kernbegründung für Offshore-Outsourcing an Bedeutung. Die Lücke besteht nicht im Bewusstsein, sondern in der Umsetzung. Die meisten Unternehmen verstehen die Richtung, in die es geht. Die Kluft zwischen Unternehmen, die KI-Tools einsetzen, und Unternehmen, die ihre Entwicklungsorganisationen um KI als zentrales Betriebsprinzip herum neu aufgebaut haben, wird sich nicht von selbst verringern. |
Three quarters of global firms have begun integrating AI into their software development lifecycle. Yet Forrester Consulting’s study, commissioned by Reply reveals a more complicated picture: most organizations are adopting AI as a collection of isolated tools rather than driving structural transformation. While 76% of organizations have adopted AI in their SDLC to some degree, only 20% report pervasive adoption across all phases.
AI adoption is front-loaded. Coding environments and low-code platforms rank highest in uptake. What lags are the practices most likely to produce lasting value: transforming culture and processes, reviewing resource management, and reskilling developers for AI-augmented roles. Firms are optimizing the execution layer while leaving the strategic and organizational layers largely unchanged. Phases requiring human judgment — governance, planning, design, and deployment — remain at pilot stage for half of respondents or more. The Skills Gap Is StructuralThe barriers to deeper AI adoption are not primarily technical. Seventy-five percent of leaders cite a lack of skills across the full SDLC, and 72% report difficulty retaining talent with expertise in emerging development methodologies. Technology challenges follow closely: 74% identified vendor lock-in, and 72% flagged difficulty integrating AI into existing workflows. These constraints compound each other. Without the right talent, organizations cannot govern AI-generated outputs effectively. Without governance, risk rises. Without workflow integration, productivity gains from individual tools do not translate into systemic efficiency. The result: localized benefit rather than end-to-end acceleration. Improved data-driven decision-making (41%), developer productivity (38%), and software quality (38%) are real gains — but not a transformed operating model. Sourcing Models Under PressureTraditional software sourcing models are under mounting strain. Offshore outsourcing faces compliance pressure: 78% of respondents say it complicates adherence to regulations such as GDPR and HIPAA, while 76% link it to higher risk of technical debt. Insourcing brings its own costs — 84% of organizations that predominantly insource report higher labour costs, difficulty scaling quickly, and limited access to specialised skills in emerging technologies. Co-sourcing has emerged as a pragmatic middle path, but it introduces conflicts over ownership, high coordination overhead, and unclear accountability between internal and external teams. No single sourcing model offers a clean solution — which is precisely why agentic AI is attracting serious strategic attention. Agentic AI: A Strategic Alternative to OutsourcingNinety-three percent of surveyed leaders say their organizations are likely or very likely to adopt agentic AI — systems capable of autonomously executing multi-step tasks, orchestrating workflows, and adapting to real-time data — as a strategic alternative to outsourcing within the next two to three years. The expectation is that autonomous agents will handle requirements gathering, code generation and review, test suite execution, deployment management, and anomaly detection, reducing the need to scale headcount linearly with delivery volume. Roughly 80% of respondents plan to increase AI budgets over the next 12 to 24 months. The dominant vision is human-AI collaboration: agents handling repetitive and data-intensive tasks while developers focus on architectural decisions, stakeholder alignment, and higher-order problem-solving. Most respondents agree that workflow redesign and governance transformation are prerequisites for realizing this model. Filippo Rizzante, CTO of Reply, emphasizes: „The results of the Forrester study confirm our market observation: AI is no longer just a productivity tool, but a disruptor that requires a new operating model. The limitations of traditional offshoring models, particularly in terms of quality and compliance, are leading companies to seek greater control again. With our silicon shoring model, we combine the local expertise of our industry and AI specialists with the unlimited scalability of agent-based AI. This enables our customers to drive innovation faster without compromising security or architectural integrity.“ What Companies Must Do NowThe study points to four priorities. First, embed AI as a foundational layer of the SDLC — not through incremental tool adoption but through deliberate redesign of the delivery architecture. Second, restructure development operating models, roles, and governance to reflect AI-augmented delivery rather than layering AI onto structures built for human-led development. Third, apply the same rigour to AI-generated code as to human-written output: authorship tracking, Zero Trust principles, and compliance enforcement. Fourth, reassess talent and sourcing strategies — as AI reduces the premium on coding volume and raises the importance of architectural judgment, the core rationale for offshore outsourcing weakens. The gap is not awareness but execution. Most organizations understand the direction of travel. The distance between firms deploying AI tools and firms that have rebuilt their development organizations around AI as a core operating principle will not narrow on its own. |

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM.
Dr. Jakob Jung is Editor-in-Chief of Security Storage and Channel Germany. He has been working in IT journalism for more than 20 years. His career includes Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (storage and data center) and ChannelBiz. He also freelances for numerous IT publications, including Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider and ZDnet. His main topics are channel, storage, security, data center, ERP and CRM.
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