Der Bochumer IT-Distributor ADN ergänzt sein Security-Angebot um die Open-Source-Plattform NetBird — eine Reaktion auf den wachsenden Druck, veraltete VPN-Strukturen durch moderne Zero-Trust-Architekturen zu ersetzen.
Der klassische Netzwerkperimeter stirbt — und mit ihm das VPN als primäres Sicherheitsinstrument. Dieser Wandel kommt nicht überraschend, vollzieht sich aber seit der Ära hybrider Arbeit mit einer Geschwindigkeit, die viele IT-Abteilungen unter Druck setzt. ADN Distribution GmbH aus Bochum reagiert darauf mit einer konkreten Portfolioentscheidung: Das Unternehmen nimmt die Zero-Trust-Netzwerklösung des Berliner Herstellers NetBird in sein Angebot auf.
Das Timing ist bewusst gewählt. Unternehmen, die jahrelang auf MPLS-Leitungen oder traditionelle VPN-Tunnels gesetzt haben, stehen heute vor einer strukturellen Herausforderung: Ihre Netzwerkarchitekturen wurden für eine Zeit gebaut, in der Ressourcen zentral lagen und Nutzer im Büro saßen. Mit Cloud-Workloads, Remote-Teams und verteilten Standorten stoßen diese Modelle an ihre Grenzen.
„Wir sehen derzeit einen klaren Umbruch in der Netzwerk- und Sicherheitsarchitektur vieler Unternehmen. Zero Trust entwickelt sich zum Standard, weil klassische perimeterbasierte Modelle ihre Grenzen erreicht haben.“
Hermann Ramacher, Geschäftsführer, ADN Distribution GmbH
WireGuard als technisches Fundament
NetBird baut auf WireGuard, einem modernen Tunneling-Protokoll, das sich durch seine schlanke Codebasis und hohe Performance auszeichnet. Darüber hinaus setzt das Berliner Unternehmen auf vollständig verschlüsselte Peer-to-Peer-Verbindungen — ohne zentrale Datendurchleitung, ohne Single Point of Failure. Was das in der Praxis bedeutet: Ein Außendienstmitarbeiter, ein Rechenzentrumsserver und ein Cloud-Workload kommunizieren direkt miteinander, verschlüsselt und richtliniengesteuert, ohne dass der Datenverkehr über einen zentralen Knotenpunkt läuft.
Statt IP-Adressen stehen bei NetBird Identitäten im Mittelpunkt der Zugriffskontrolle. Benutzer, Gruppen und Geräte erhalten granulare Berechtigungen — ein Paradigmenwechsel gegenüber dem klassischen Modell, das internen Netzwerkverkehr per se als vertrauenswürdig behandelte. Die Einrichtung dauert nach Herstellerangaben nur wenige Minuten, ohne aufwändige Firewall- oder VPN-Konfigurationen.
Datensouveränität als Verkaufsargument
Für Systemhäuser und Managed Service Provider, die ihre Kunden in Regulierungsumgebungen betreuen — Stichwort DSGVO, NIS2 oder branchenspezifische Compliance-Anforderungen — ist ein Detail besonders relevant: NetBird ist Open Source und kann inklusive der Control Plane vollständig im eigenen Rechenzentrum betrieben werden. Das eliminiert Abhängigkeiten von proprietären Cloud-Diensten und gibt Kunden maximale Kontrolle über ihre Netzwerkdaten.
„Zero Trust darf nicht komplex sein. Deshalb reduziert unser Ansatz den Aufwand für sichere Konnektivität in verteilten Infrastrukturen deutlich.“
Nima Sadeghifard, Chief of Staff, NetBird
Was Partner konkret davon haben
ADN positioniert die Partnerschaft explizit als Antwort auf ein Marktbedürfnis im Reseller-Kanal: Systemhäuser, die Kunden durch Cloud-Transformationsprojekte begleiten, benötigen Lösungen, die ohne Hardwareabhängigkeiten, ohne exzessiven Implementierungsaufwand und ohne Vendor-Lock-in funktionieren. NetBird erfüllt diese Anforderungen: softwarebasiert, skalierbar, mit API- und Infrastructure-as-Code-Unterstützung für DevOps-Teams.
Für ADN selbst ist der Schritt eine Erweiterung einer strategischen Positionierung, die das Unternehmen seit Jahren verfolgt. Als Distributor für mehr als 7.000 Fachhändler, Systemhäuser und MSPs im DACH-Raum — zertifiziert nach ISO/IEC 27001:2022 seit September 2025 — baut ADN sein Security-Portfolio in einem Marktsegment aus, das von regulatorischem Druck und technologischem Wandel gleichermaßen getrieben wird.
„Reseller können sichere, verschlüsselte Verbindungen von Standorten, Rechenzentren, Cloud-Workloads und Remote-Usern in Hybrid- und Multi-Cloud-Szenarien realisieren — mit klaren Richtlinien und einer Architektur, die auf die Anforderungen moderner IT-Teams zugeschnitten ist.“
Hermann Ramacher, Geschäftsführer, ADN Distribution GmbH

Dr. Jakob Jung ist Chefredakteur Security Storage und Channel Germany. Er ist seit mehr als 20 Jahren im IT-Journalismus tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehören Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (Storage und Datacenter) sowie ChannelBiz. Darüber hinaus ist er für zahlreiche IT-Publikationen freiberuflich tätig, darunter Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider und ZDnet. Seine Themenschwerpunkte sind Channel, Storage, Security, Datacenter, ERP und CRM.
Dr. Jakob Jung is Editor-in-Chief of Security Storage and Channel Germany. He has been working in IT journalism for more than 20 years. His career includes Computer Reseller News, Heise Resale, Informationweek, Techtarget (storage and data center) and ChannelBiz. He also freelances for numerous IT publications, including Computerwoche, Channelpartner, IT-Business, Storage-Insider and ZDnet. His main topics are channel, storage, security, data center, ERP and CRM.
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